Nations League: Irlands Matches gegen Israel im Schatten von Protesten
Das österreichische Fußball-Nationalteam empfängt Israels Team am Donnerstag in Linz in der Nations League, für Gruppengegner Irland war und ist ein Spiel gegen diesen Gegner in der Heimat aber kein Thema.
Nach Protesten gegen ein Antreten wegen Israels Militäroffensive in Gaza endete eine Abstimmung im irischen Nationalverband (FAI) im Juli mit 75 Pro- und 32 Kontra-Stimmen. Ihr Heimspiel gegen Israel tragen die Iren aber in Serbien aus.
Backa Topola ist am Sonntag nächster Woche Schauplatz der Partie des vierten Spieltages der Gruppe B3. Die Auswärtspartie gegen die Israelis bestreiten die Iren an diesem Sonntag in Debrecen, wo die Österreicher am 17. November zum Gruppen-Abschluss gastieren und schon am Donnerstag nächster Woche mit Kosovo auch das vierte Team der Gruppe. Debrecen ist in der Zeit des vor drei Jahren durch den Hamas-Angriff auf Israel aufgeflammten Gaza-Konflikts ständiger Heim-Schauplatz des israelischen Teams. Sechs Nationalteam-Partien wurden seither dort gespielt.
Seine Heimspiele kann Israel aufgrund der politischen Situation nicht im eigenen Land austragen. Die Iren erklärten aber auch ihr eigenes Land für das Team um Offensivspieler Oscar Gloukh zur Tabuzone – im Gegensatz auch zum Kosovo, wo am 14. November in Pristina gespielt wird. Das Abwandern ins wie Ungarn eher israelfreundliche Serbien hat die Proteste in Irland aber nicht gestoppt. Auch um Pro-Palästina-Kundgebungen und Unruhen auf den Rängen wie im Mai bei einem Testspiel der Iren gegen Katar zu verhindern, wurden für die Partien in Irland keine Karten aufgelegt.
Schmalspur-Übertragungen der beiden Partien
Auch israelische Anhänger können nur in Debrecen einige wenige dabei sein. Zudem wird der irische Fernsehsender RTE von beiden Partien bloß die Bilder liefern, womit die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt sind. Es wird aber keine Werbung laufen, sowie wird es keine Kommentatoren, Experten oder Halbzeit-Analysen geben. Auch die doch klare FAI-Abstimmung zugunsten der Austragung kam wohl auch deswegen so zustande, da die Iren bei einem Nichtantreten mit Sanktionen durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) und den Verlust von Millionen Euro zu rechnen gehabt hätten.
In den vergangenen Wochen haben Fans bei mehreren Liga-Spielen in Irland gegen die Austragung der beiden Spiele protestiert, wie in einem Online-Bericht der BBC betont wird. Und erst Anfang dieser Woche haben mehr als 160 irische Athletinnen und Athleten aus anderen Sportarten in einem offenen Brief einen Boykott der beiden Spiele gefordert. Einen FAI-Antrag an die UEFA, dass man bei künftigen Auslosungen nicht mehr mit Israel in eine Gruppe gelost werden kann, wurde indes abgelehnt. „Das ist sehr unkomfortabel für alle“, sagte John Martin, FAI-„Director of Football“.
Seine Meinung äußerte zuletzt auch Irlands Teamchef Heimar Hallgrimsson: „Wir spielen nicht mit Genozid, wir spielen gegen Genozid. Wir spielen gegen Israel und wir spielen nicht mit Israel.“ Die Reaktion aus Israel auf die Aussage des 59-Jährigen ließ nicht lange auf sich warten, der dortige Fußballverband verlieh den Aussagen des 59-jährigen Isländers die Attribute „Ahnungslosigkeit, Scheinheiligkeit und Dummheit.“
