„Natürlich glauben wir dran“: Frankfurt will Trotzreaktion zeigen

Eintracht Frankfurt steht vor dem historisch ersten Auswärtsspiel in der Champions League bereits unter Druck. Verlieren ist in Marseille verboten.

Zuletzt zwei bittere Niederlagen, dabei null eigene Tore – und nun strikte Beschränkungen für den reisefreudigen Anhang: Der Premieren-Trip der „Euro-Adler“ in der Königsklasse steht unter schwierigen Vorzeichen. Doch die Gewitterwolken gilt es auf der historischen Traumreise an die Cote d’Azur abzuschütteln. „Wenn man die Konstellation in der Gruppe sieht, wäre es gut, wenn wir gewinnen, um es offenzuhalten“, gab Sportvorstand Markus Krösche die klare Marschrichtung vor.

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Glasner: „Wir werden ganz klar dort hinfahren, um das Spiel zu gewinnen“

Das Auswärtsspiel von Eintracht Frankfurt bei Olympique Marseille wird am Dienstag (live bei Sky Sport Austria – streame das Spiel mit dem Sky X Traumpass) zum Duell der Punktlosen. Verlieren verboten lautet das Motto, der Druck ist nach der Auftaktpleite gegen Sporting Lissabon (0:3) bereits enorm. Auch wenn Coach Oliver Glasner die Bremse reinhaut. Man sei trotz des Fehlstarts noch „nicht verdammt“ zum Siegen, betont er: „Aber wir werden ganz klar dort hinfahren, um das Spiel zu gewinnen.“

Seit langer Zeit erwartet die Hessen dabei auswärts in Europa mal kein gefühltes Heimspiel. Es gibt für den Gästeblock des Stade Velodrome lediglich ein Kontingent von 3300 Tickets, für das Eindecken mit Karten in anderen Bereichen kündigte die Polizei ein striktes Durchgreifen an. Für gewisse Areale in der Stadt sprachen die Behörden von Marseille gar Aufenthaltsverbote aus – es wartet eine angespannte Atmosphäre. Zuletzt hatte es in Nizza beim Spiel des 1. FC Köln heftige Ausschreitungen gegeben.

Ohnehin ist die Stimmung beim Europa-League-Champion nach dem desolaten 0:1 gegen den VfL Wolfsburg gedrückt, Glasner forderte eine intensive Aufarbeitung ein. „Es ist wichtig, in den Spiegel zu schauen“, sagte der 48-Jährige: „Dann auch anzuerkennen, wenn es ein paar Narben oder Falten gibt und nicht sagen, ich bin der Schönste und Tollste auf der Welt.“

Es gehe darum, endlich wieder „Konsequenz in beiden Sechzehnern zu zeigen“, sagte Djibril Sow: „In der Vergangenheit haben wir bewiesen, dass wir aus schwierigen Situationen zurückkommen können.“

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Man habe das Potenzial, auch „auswärts zu überraschen. Das gilt es jetzt auch wieder zu machen.“ Denn Marseille präsentiert sich bis auf die Auftaktpleite gegen Tottenham in blendender Form, liegt in Frankreich ungeschlagen gleichauf mit Paris an der Spitze.

Er erwarte dort ein „gänzlich anderes Spiel“ als gegen Sporting oder Wolfsburg, meinte Krösche: „Marseille ist eine gute Mannschaft. Ihr Pressing ist deutlich offensiver. Da müssen wir andere Lösungen finden.“

Trapp: „Wir haben noch fünf Spiele und natürlich glauben wir dran“

Die Zuversicht ist ungebrochen, zumal gegen Lissabon nur Kleinigkeiten fehlten. „Wir haben noch fünf Spiele und natürlich glauben wir dran“, betonte Torhüter Kevin Trapp.

„Ich habe gelesen, dass seit 25 Jahren kein Neuling über die Gruppenphase hinausgekommen ist“, berichtete Glasner: „Wir wollen die Ersten sein.“ Die Traumreise an die Cote d’Azur soll also keinesfalls zum Anfang vom Ende in der Champions League werden.

(SID) / Bild: Imago