Negativrekord: ÖSV-Abfahrer enttäuschen auch in Kitzbühel
Für Österreichs Abfahrtsläufer bleibt die alpine Ski-Saison eine zum Vergessen: Bei den Wochenend-Rennen in Kitzbühel gab es erneut keinen Stockerlplatz für Vincent Kriechmayr und Co., zudem wurde ein Negativrekord eingestellt.
Mit Stefan Babinsky (4.) und Kriechmayr (6.) fuhren zwar zwei ÖSV-Läufer am Samstag in die Top Ten und sorgten damit für ein besseres Ergebnis als am Freitag, für das Ende des Negativrekords reichte es trotzdem nicht: Seit sieben Abfahrten warten die österreichischen Abfahrer auf einen Podestplatz.
Vergleichbare Durststrecken gab es laut dem ORF bei bisher 531 Weltcup-Abfahrten nur 1988 und 2016. Damals blieben die ÖSV-Abfahrer jeweils in einer Saison sieben Rennen ohne Stockerlplatz. Ein Szenario, mit dem man beim ÖSV nicht zufrieden sein kann.
Kriechmayr hadert mit Kitzbühel-Leistungen
Österreichs wohl größte Abfahrtshoffnung Kriechmayr verspielte schon im oberen Streckenabschnitt und dann mit der Querfahrt die Chance auf einen Podestplatz. „Oben ist es mir wirklich missglückt“, befand der Routinier. „Sieben Zehntel Rückstand Steilhang-Ausfahrt ist viel zu viel, da kannst du nicht mehr mitkämpfen.“ In der Traverse habe es ihn komplett versetzt, „da habe ich kämpfen müssen, dass ich drin bleibe“. Aber zumindest sei „der Speed wieder da“. Am Freitag war Kriechmayr als bester Österreicher auf Rang sieben gefahren.
Babinsky schaffte vor Heimpublikum sein bestes Weltcup-Ergebnis in einer Abfahrt. „Mir taugt es extrem, dass ich es heute auf die Ski gebracht habe. Es war von Start weg bis ins Ziel ein brutaler Kampf um die Linie“, sagte der Steirer. „Ich glaube, man braucht nicht viel dazu sagen. Wenn man als österreichischer Abfahrer in Kitzbühel abschwingt und gut gefahren ist auch noch, ist das ein Wahnsinn.“
Neumayr mit bestem Ergebnis – und Karriereende
Auch der drittbeste Österreicher Christopher Neumayer war als Zwölfter so gut platziert wie noch nie seiner Karriere. Nach dem Rennen erklärte er seine Karriere mit sofortiger Wirkung für beendet. Die Strapazen seien dem 31-jährigen Salzburger, der keinen fixen Kaderplatz hat, zu viel geworden und nachteilig für seine Leistung gewesen. „Das letzte Jahr war dann ganz schwierig für mich, dass ich überhaupt mittrainieren können habe“, betonte er. Mit dem besten Ergebnis in Kitzbühel die Laufbahn zu beenden, „das ist momentan das Geilste“.
Trotz der eigentlich guten Einzelleistungen bleibt die Negativserie der österreichischen Abfahrer auch nach den Heimrennen in Kitzbühel bestehen. Die nächste Chance die Serie zu beenden haben die ÖSV-Herren Anfang Februar in Chamonix (Frankreich). Am 2. und 3. Februar gibt es auch dort ein Abfahrts-Doppel.
(APA/Red.) / Bild: GEPA
