Neo-Rapid-Coach Hoff Thorup: Struktur, Offensive und klare Ideen

Mit einem umfangreich umgebauten Betreuerteam, klarer Struktur im Spiel und offensivem Fußball will Johannes Hoff Thorup den SK Rapid zurück in die Erfolgsspur bringen.

Der Däne startete am Mittwoch mit einer Pressekonferenz auf Englisch und dem ersten Training in seine Amtszeit. Drei Wochen Vorbereitungszeit hat der Nachfolger von Peter Stöger, ehe es um den Aufstieg ins Cup-Halbfinale und nach dem Absturz auf Rang sieben um den Einzug in die Bundesliga-Meistergruppe geht.

Hoff Thorup hat sich in einem intensiven Auswahlprozess durchgesetzt und trägt die Hoffnungen auf einen Aufschwung nach dem Stöger-Abschied und der sieglosen Phase unter Interimstrainer Stefan Kulovits. „Bei einem Club mit viel Tradition in einer großen Stadt sind die Erwartungen immer groß. Das soll auch so sein, sonst wäre ich nicht hier“, ist sich der 36-Jährige der Situation in Hütteldorf bewusst.

Struktur und Offensive

Der Däne hat bisher in seiner Heimat Nordsjælland und den englischen Zweitligisten Norwich City trainiert und sich den Ruf eines offensiv orientierten Trainers erworben. Struktur ist eines der Schlüsselwörter in seiner Spielidee. „Wir wollen das Spiel kontrollieren, eine gute positionelle Struktur haben, aus der wir viele Chancen kreieren können“, erklärte Hoff Thorup. Zuletzt in Norwich ist das zumindest offensiv gelungen, die Mannschaft erzielte unter ihm die zweitmeisten Tore in der zweiten englischen Liga. Aber „wir haben es defensiv nicht hinbekommen“, erzählte er von den Erfahrungen auf der Insel.

Seine Ideen umzusetzen, sei mit dem aktuellen Kader möglich. Das deckt sich mit den Vorstellungen von Markus Katzer. „Wir haben keine großen Veränderungen vor, aber man weiß nicht, was kommt. Wir wollen auf jeden Fall keinen der Leistungsträger verlieren“, betonte der Geschäftsführer Sport, der Einblick in die Trainersuche gab.

Man habe sich beim Rekrutierungsprozess Zeit gelassen, Hoff Thorup habe sich rasch als Wunschkandidat herausgestellt. Gefordert waren Kader- und Spieler-Analyse, aber auch Übereinstimmung in der Spielidee. „Wir waren beeindruckt, wie sich Johannes präsentiert hat. Daher war er relativ bald die Nummer eins auf der Liste“, sagte Katzer, der auch Geduld versprach. „Dass wir ins Cup-Halbfinale und in die Top Sechs wollen ist klar, aber wir werden nicht nervös, wenn es nicht gleich klappt“, erklärte der Sportchef.

Abschied von Kulovits

Hoff Thorup hat dafür einen deutlich veränderten Betreuerstab zur Verfügung. Nicht mehr im Trainerteam ist Stefan Kulovits, Co-Trainer von Stöger und nach dessen Abgang Interimscoach. „Kulo ist ein hochloyaler Mensch, der immer für den Verein da war“, gab es zum Abschied Lob von Katzer. Auch Daniel Seper hat den Club verlassen, der 34-jährige Serbe Luka Pavlovic bleibt, zwei weitere Assistenztrainer kommen neu.

Hoff Thorup bringt seinen langjährigen dänischen Wegbegleiter Alan Gürkan Arac mit, der schon bei Nordsjælland und Norwich an seiner Seite war. Beim dritten Co-Trainer sind noch Formalitäten mit dem bisherigen Arbeitgeber zu klären. Als zusätzlichen Athletiktrainer hat Rapid Sportwissenschafter Tobias Hammerschmied engagiert, als zweiten Video-Analyst Daniel Schmitt zurückgeholt.

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(APA) Foto: GEPA