Neue Heimstätte für Austria Salzburg? Pläne stoßen auf Widerstand
Der Salzburger SPÖ-Bürgermeister Bernhard Auinger hat am Donnerstag in den „Salzburger Nachrichten“ ein neues Fußballstadion für den Zweitligisten Austria Salzburg in Aussicht gestellt. Er will für den Verein am Areal des Sportzentrums Nord im Stadtteil Liefering eine neue Heimstätte errichten. Zuletzt haben sich de facto alle Parteien in der Stadt für eine Stadionlösung stark gemacht, die politischen Reaktionen auf die Ankündigung Auingers fielen aber wenig euphorisch aus.
Das bestehende Stadion in Maxglan hat offiziell 1.566 Plätze, gilt aber weithin als zu klein. Seit der Rückkehr des Vereins in die 2. Liga im Vorjahr waren alle Heimspiele restlos ausverkauft. Für Fans der gegnerischen Mannschaften stehen oft nur 150 bis 160 Karten zur Verfügung, was immer wieder für Unmut sorgt. Außerdem hat der Zweitliga-Fußball am Standort ohnehin ein Ablaufdatum. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht in den kommenden Jahren eine große Wohnanlage. Wenn die ersten Mieter einziehen, was nicht vor 2030 der Fall sein wird, ist es mit dem Profifußball auf der Anlage vorbei.
Kosten für Neubau bei 10 bis 20 Mio. Euro
Auinger, der laut „Salzburger Nachrichten“ schon seit Jahresbeginn an einer Nachfolge-Lösung arbeitet, will darum beim Sportzentrum Nord nahe der Westautobahn ein neues Stadion mit 5.000 Plätzen bauen. Er will dazu in den kommenden Monaten das Gespräch mit dem Verein und dem Gemeinderat suchen. Die möglichen Kosten für den Neubau bezifferte er mit 10 bis 20 Millionen Euro – finanziert von Stadt und Land Salzburg. Laut dem Stadtchef sei ein Baubeginn im Jahr 2028 möglich.
Allerdings wären in dem neuen Stadion keine Bundesliga-Partien möglich. Laut Umweltanwaltschaft darf am Standort kein bundesligataugliches Flutlicht gebaut werden. Sollte die Austria Salzburg tatsächlich einmal in die Bundesliga aufsteigen und eine Adaption des neuen Stadions nicht möglich sein, dann müsste man in das Stadion in Wals-Siezenheim ausweichen, wo der Erstligist Red Bull Salzburg Hauptmieter ist, erklärte Auinger.
Kritik am Vorpreschen des Stadtchefs
Für seine Ansage erntete der Bürgermeister am Donnerstag aber einige Kritik: Sportlandesrat Martin Zauner (FPÖ) betonte etwa, dass der Club im Fall eines Aufstieges in die Bundesliga wieder heimatlos wäre. Er wolle kein neues Provisorium, die Kostenschätzung des Bürgermeisters sei überdies „unpräzise“. Auch die Stadt-FPÖ hegte Zweifel an der Finanzierung und der Machbarkeit und sprach von einem „Alleingang“ und „Schnellschuss“ des Stadtchefs, ohne sich mit den Fraktionen im Gemeinderat abzusprechen. Auch ÖVP-Gemeinderat Jure Mustac schlug in dieselbe Kerbe. Und: „Die Kosten sollen sich Stadt und Land teilen – doch das Land wurde offenbar gar nicht eingebunden.“
Die KPÖ forderte in einer Aussendung ein „realistisches, tragfähiges Konzept für die Kosten und die Finanzierung“ und eine Beteiligung des Landes an den Kosten. Grundsätzlich sehen die Kommunisten den Vorschlag Auingers pragmatisch. Im Entwurf für das Räumliche Entwicklungskonzept der Stadt seien drei Standortoptionen für eine Prüfung verankert worden, nun komme ein vierter dazu, teilte Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl mit. Und die grüne Bürgerliste will die Pläne erst im Detail prüfen, immerhin sei der geplante Standort Teil der Grünlanddeklaration.
NEOS wollen Lösung nach Vorbild Mailand: „Ein Stadion, zwei Vereine“
Die NEOS forderten am Donnerstag hingegen eine Lösung nach Mailänder Vorbild, wo sich AC Milan und Inter Mailand ein Stadion teilen. Auch in Salzburg stehe mit der Red-Bull-Arena ein einwandfrei funktionierendes Stadion zur Verfügung. „Warum diese Lösung, die zweifellos am günstigsten und praktikabelsten erscheint, in Salzburg keinen Diskussionsstoff bietet, bleibt uns ein Rätsel“, betonte NEOS-Gemeinderat Lukas Rupsch.
