„New York, New York“: Forsbergs emotionaler Abschied aus Leipzig

Der „Big Apple“ ruft: Nach neun Jahren RB Leipzig hat sich Emil Forsberg mit einem Tor und einem Sieg das schönste Abschiedsgeschenk selbst gemacht.

Im Rausch der Gefühle hob Emil Forsberg ab. Einmal, zweimal, dreimal warfen seine Mitspieler, die kurzerhand ins TV-Interview geplatzt waren, RB Leipzigs völlig verdutzte Vereinsikone in die Luft. Und als auch noch Frank Sinatras „New York, New York“ auf Forsbergs Ehrenrunde durch das Stadion aus den Boxen schallte, verdrückte der Schwede die ein oder andere Träne. Sein Abschied war perfekt.

„Der ganze Tag war für mich emotional. Das letzte Mal hier im Stadion mit den Fans. Aber auch zu gewinnen und ein Tor zu machen: Es könnte nicht besser laufen“, sagte Forsberg nach dem 3:1 (1:1)-Sieg gegen die TSG Hoffenheim, seinem letzten Heimspiel für die Sachsen. Nach neun Jahren, das gab der Klub nach Abpfiff bekannt, wird Forsberg gehen – in die USA zu den New York Red Bulls.

„Es fühlt sich schwer an, aber ich bin bereit für ein neues Kapitel. Ich gebe die Fahne an die Jungs weiter“, so Forsberg, der sich selbst das größte Abschiedsgeschenk machte. Trainer Marco Rose hatte ihm den Einsatz im Vorfeld versprochen, in der 66. Minute wechselte er Forsberg ein – und nur vier Minuten später drosch der 32-Jährige den Ball zum wichtigen 2:1 ins Netz.

„Wenn man es sich malen könnte, würde man es wahrscheinlich so machen“, sagte Rose im Sky-Interview: „Es war außergewöhnlich und wir haben gesehen, was für einen tollen Fußballer wir verlieren und welche Qualität er hat.“ Seit Forsberg 2015 von Malmö FF zum damaligen Zweitligisten RB gewechselt war, avancierte der Offensivspieler immer wieder zum Mann für die entscheidenden Tore, ohne den all die Erfolge kaum möglich gewesen wären.

Aufstieg 2016, Vize-Meister ein Jahr später, Champions-League-Halbfinale 2020 sowie DFB-Pokalsieger 2022 und 2023: Die Erfolgsgeschichte RB ist auch die Erfolgsgeschichte Emil Forsberg.

Das weiß nicht nur sein aktueller Trainer. Auch Julian Nagelsmann, von 2019 bis 2021 Leipzig-Coach, würdigte Forsberg am Samstag mit einer WhatsApp-Nachricht und lobte ihn im Aktuellen Sportstudio des ZDF als „außergewöhnlich guten Fußballer“ und „Mann mit sehr gutem Humor“.

Diese Qualitäten soll Forsberg auch im „Big Apple“ einbringen. Dort will er in der Major League Soccer, in der er künftig gegen Lionel Messi spielt, natürlich am liebsten „etwas gewinnen“. Trainiert wird er bei den Red Bulls von Roses dickem Kumpel Sandro Schwarz. „Ich habe ihm Emil ans Herz gelegt, ihm gesagt, was für einen Riesentypen kriegt, was für einen Fußballer“, sagte Rose der ARD-Sportschau.

Das US-Abenteuer beginnt jedoch noch nicht sofort. Nach dem Jahresabschluss mit Leipzig bei Werder Bremen am kommenden Dienstag (18.30 Uhr/live auf Sky Sport Bundesliga – mit dem SkyX-Traumpass streamen) verbringt Forsberg Weihnachten und Silvester mit Ehefrau Shanga und den Kindern in der schwedischen Heimat, ehe es Mitte Januar in New York losgeht. Doch auch auf der anderen Seite des großen Teichs wird Emil Forsberg Leipzig im Herzen tragen.

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(SID)

Artikelbild: Imago