NHL erklärt Dadonov-Trade für ungültig! Vegas in der Zwickmühle

Die NHL hat am Mittwochabend den Trade zwischen den Vegas Golden Knights und den Anaheim Ducks um Stürmer Evgeni Dadonov für ungültig erklärt.

Damit bleibt der Russe und ein Zweitrunden Draftpick 2022 bei den Golden Knights und John Moore sowie der Vertrag von Ryan Kesler bei den Ducks. Der Wechsel scheiterte letztlich an einer „10-Team-No-Trade-Klausel“, die der 33-jährige Dadonov in seinem Vertrag verankert hat. Der Angreifer hatte vor der Saison u.a. Anaheim auf diese Liste gesetzt, damit ist eine Transferierung zu den Ducks in dieser Spielzeit nicht möglich.

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Weder Vegas, Anaheim noch die NHL haben diese Sondervereinbarung berücksichtigt und den Trade am Montag vollzogen. Nun revidierte die National Hockey League die fragwürdige Transaktion.

Alle Hintergründe und Kontroversen zum Trade:

https://www.skysportaustria.at/verwirrung-in-der-nhl-trade-zwischen-vegas-und-anaheim-in-der-schwebe/

Vegas nach dem Scheitern des Deals in der Zwickmühle

Bitter ist die jetztige Situation vor allem für die Vegas Golden Knights. Das Franchise aus Nevada hat die Chance verpasst, den Vertrag von Dadonov (5 Millionen US-Dollar pro Jahr) von der Gehaltsliste zu bekommen und mit Ryan Kesler den Kontrakt eines zurückgetretenen Spielers aufzunehmen. Kesler, der sein letztes NHL-Spiel in der Saison 2018/19 bestritt, würde Vegas ein Cap-Hit von 6,875 Millionen US-Dollar für die „Long-Term-Injured-Reserve“ bescheren. Mit diesem Trick könnten die Golden Knights die Gehaltsobergrenze der NHL überschreiten, ohne einen Regelverstoß zu begehen.

Mehr zu den Themen Gehaltsobergrenze, „Long-Term-Injured-Reserve“ und Cap-Manipulation findet ihr im verlinken Artikel oberhalb des letzten Absatzes.

Nach dem Scheitern des Deals mit Anaheim sind den Vegas Golden Knights die Hände gebunden. Im Rennen um die Playoffs muss die Mannschaft von Trainer Peter DeBoer vorerst ohne Kapitän Mark Stone auskommen. Der Kanadier befindet sich seit Februar auf der „Long-Term-Injured-Reserve“-Liste („LTIR“), offiziell aus Verletzungsgründen. Seine Abwesenheit wird aber kontrovers betrachtet, denn ohne seinen 9,5 Millionen US-Dollar schweren Vertrag in der regulären Kaderliste begehen die Golden Knights keinen Salary-Cap-Verstoß.

Stone ist übrigens nicht der einzige Profi, der derzeit nicht im Vegas-Line-Up steht. Mit Alec Martinez (Cap-Hit von 5,25 Millionen US-Dollar) fehlt eine wichtige Abwehr-Stütze. Sein Kontrakt befindet sich ebenso in der „LTIR“-Liste. Sowohl Stone als auch Martinez können Stand heute nicht reaktiviert werden, da Vegas sonst gegen den Salary Cap verstoßen würde. In den finalen 16 Saisonspielen müssen die Golden Knights das Ruder wohl ohne das Duo herumreißen, sofern General Manager Kelly McCrimmon keine andere Lösung findet.

Seit Mittwoch liegt Vegas einen Punkt außerhalb der Playoff-Ränge, seit der Abwesenheit von Mark Stone gewann Vegas nur sechs Spiele (6-12-1). Das Team unmittelbar vor den Golden Knights heißt Dallas. Die Stars um Michael Raffl haben sogar vier Spiele weniger absolviert und somit alle Trümpfe in der Hand. Mit Winnipeg und Vancouver liegen zwei Mannschaften nur zwei Zähler hinter Vegas und dürfen sich ebenfalls noch Hoffnungen auf die Playoffs machen.

VIDEO: Vancouver schlägt Spitzenreiter Colorado und rückt näher an die Playoffs heran

Optionen für die Golden Knights

Vegas hat nun eine handvoll Möglichkeiten, um diese prekäre Situation zu lösen:

  1. Wie die Golden Knights am Mittwoch auf Twitter bekanntgaben, kehrt Evgeni Dadonov mit sofortiger Wirkung ins Line-Up zurück. Die einfachste Lösung wäre nun, mit dem derzeitigen Kader (ohne Stone und Martinez) wieder in die Spur zu finden. Falls die Playoffs erreicht werden, kann Vegas alle Spieler reaktivieren, da es in der Post-Season keine Gehaltsobergrenze mehr gibt. Aufgrund der aktuellen Form (6-12-1 in den letzten 19 Spielen) ist das allerdings sehr riskant.
  2. Vegas kann auch nach der Trade-Deadline (Anm. diese war am Montag) einen Trade vollziehen. Alle in der Transaktion inkludierten Spieler sind aber nicht mehr für die Playoffs spielberechtigt; demnach müsste Vegas einen Trade-Partner finden, der sich ohnehin auf keinem Playoff-Platz befindet und nicht auf der „No-Trade-Liste“ von Dadonov steht. Nun wissen aber 31 General Manager in der NHL, dass sie ein kräftiges Druckmittel gegen Kelly McCrimmon in der Hand haben. Ein Trade zum jetztigen Zeitpunkt würde Vegas wohl sehr viel zukünftiges Kapital (frühe Draftpicks oder Talente) kosten.
  3. Die dritte und letzte Option ist wohl die Kreativste: Vegas könnte mehrere, verhältnismäßig teure Spieler aus der aktuellen Kaderliste nehmen und die nächsten Partien mit weniger als 18 Feldspielern bestreiten. In diesem Fall würden die Golden Knights mit Stars wie Jack Eichel, Alex Pietrangelo und Mark Stone auflaufen, weniger wichtige Teile der Mannschaft müssten dafür zuschauen. Ob es sinnvoll wäre, mit weniger als vier Angriffsreihen und drei Defensivpaaren aufzulaufen, darf allerdings bezweifelt werden.
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Image-Schaden hoch

Erwähnenswert ist auch der bleibende Image-Schaden, den General Manager Kelly McCrimmon und die Vegas Golden Knights nach diesem Fauxpas davontragen. Erstens wurden die Rechte eines Spielers verletzt, der sich die „No-Trade-Klausel“ in seinem Kontrakt hart erarbeitet hat. Über die Gefühle und Gedanken von Evgeni Dadonov in den vergangenen Tagen kann nur spekuliert werden.

Zweitens hinterlässt es bei allen anderen Vegas-Profis einen faden Beigeschmack, was die Personalpolitik des Franchises angeht. Immerhin ist Dadonov ein verdienter NHL-Spieler, der in eine Geschichte verwickelt wurde, für die er nichts kann.

https://www.skysportaustria.at/trade-deadline-in-der-nhl-minnesota-gelingt-hammer-verpflichtung/

Beitrag verfasst von: @mathias_blaas

Bild: Imago