VANCOUVER, BC - MAY 03: Edmonton Oilers Center Connor McDavid 97, with Oilers Left Wing Leon Draisaitl 29 behind, on ice against the Vancouver Canucks during their NHL, Eishockey Herren, USA game at Rogers Arena on May 3, 2021 in Vancouver, British Columbia, Canada. Photo by Devin Manky/Icon Sportswire NHL: MAY 03 Oilers at Canucks Icon0305211014

NHL-Saisonvorschau Teil 1: Pacific Division

von Mathias Blaas

Am 12. Oktober ist es soweit: Die National Hockey League startet in die neue Saison. Rund 300 Spiele der besten Eishockey-Liga der Welt werden live auf Sky zu sehen sein.

Wenige Tage vor Beginn der Saison stellt Sky-Redakteur Mathias Blaas alle 32 NHL-Teams etwas genauer vor: Den Start machen die acht Franchises der Pacific Divison.

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Anaheim Ducks: Die Zukunft

Die Anaheim Ducks befinden sich inmitten eines sogenannten „Rebuilds“. Das Franchise aus Kalifornien hat in den letzten zwei, drei Jahren die meisten Topspieler abgegeben und im Gegenzug viele Draft-Picks erworben. Mit Kapitän Ryan Getzlaf ist ein Stanley-Cup-Held von 2007 zwar noch im Team, der Glanz früherer Tage ist aber lange nicht mehr da. Mit John Gibson haben die Ducks zwar einen ausgezeichneten Goalie, dennoch sollen Talente wie Mason McTavish, Jamie Drysdale, Trevor Zegras und Co. das Franchise zu alten Erfolgen zurückführen. Eine Playoff-Teilnahme der Ducks in der kommenden Spielzeit scheint unwahrscheinlich.

Ryan Getzlaf und John Gibson. Bild: Imago

Calgary Flames: “Johnny Hockey” & Matthew Tkachuk

Vor der neuen Saison gibt es bei den Calgary Flames viele Fragezeichen. Nach einer enttäuschenden Spielzeit 2020/21, in der die Kanadier die Playoffs durchaus überraschend verpassten, will das Team unbedingt zurück in die Erfolgsspur. Mit Mark Giordano verlor das Franchise im Sommer ihren Kapitän und besten Verteidiger, der 38-Jährige wurde im Expansion Draft von den Seattle Kraken ausgewählt. Giordano soll hauptsächlich intern ersetzt werden, eine Bounce-Back-Saison wird aber von den Stürmern erwartet: Vor allem Johnny Gaudreau und Sean Monahan, aber auch Elias Lindholm blieben in der vergangenen Saison hinter den Erwartungen zurück – mit vielen Toren und Assists von den Offensivspielern sollten die Flames in diesem Jahr wieder ein Playoff-Team sein.

Johnny Gaudreau und Matthew Tkachuk. Bild: Imago

Edmonton Oilers: Connor McDavid & Leon Draisaitl

Wenn in der Eishockey-Welt über die Edmonton Oilers gesprochen wird, führt häufig kein Weg am „zweiköpfigen Monster“ bestehend aus Connor McDavid und Leon Draisaitl vorbei. Der 24-jährige McDavid ist der Superstar seiner Generation und wird von vielen Experten als der beste Spieler der Welt bezeichnet. Der Kanadier erzielte in der abgelaufenen Saison 105 Punkte in 56 Spielen – damit räumte er die meisten Individual-Awards ab, die die NHL vergibt. Sein kongenialer Partner im Angriff kommt aus Köln und heißt Leon Draisaitl. Der Sohn von Bratislava-Capitals-Coach Peter Draisaitl gewann in der Saison 2019/20 zahlreiche Scorer-Trophäen und ist ebenfalls einer der besten Stürmer der Welt. Trotzdem hatte Edmonton in den letzten Jahren wenig Playoff-Erfolg, weil das Franchise nie ein gutes Team um die beiden Superstars aufbauen konnte. Eine Mannschaft mit McDavid und Draisaitl gehört dennoch jedes Jahr zum erweiterten Kreis der Stanley-Cup-Favoriten und sollte die Playoffs ohne größere Probleme erreichen.

Connor McDavid und Leon Draisaitl. Bild: Imago

LA Kings: Ein Mix aus Alt und Jung

Bei den Los Angeles Kings sind noch einige Gesichter von den Stanley-Cup-Triumphen von 2012 und 2014 im Kader. Goalie Jonathan Quick, Verteidiger Drew Doughty und Center Anze Kopitar befinden sich allerdings schon im Herbst ihrer Karrieren – vor allem Quick und Doughty können nicht mehr an frühere Leistungen anknüpfen. Das Franchise landete in den vergangenen Jahren immer auf den letzten Tabellenplätzen, die Kings befinden sich seit längerer Zeit im Umbruch. Mit Quin Byfield, Alex Turcotte und Co. stehen aber viele Talente vor dem Sprung ins Line-Up der Kings. Eines ist klar: Mit den Kings wird bald wieder zu rechnen sein, einige Experten trauen den Kaliforniern bereits heuer die Rückkehr in die Playoffs zu.

Anze Kopitar und Drew Doughty. Bild: Imago

San Jose Sharks: Erik Karlsson & Brent Burns

Einen Totalabsturz haben die San Jose Sharks in den letzten zwei Jahren erlebt. Die Sharks waren im vergangenen Jahrzehnt ein sehr konstantes Team, 2019 standen die Kalifornier noch im Conference-Finale. Mit Brent Burns und Erik Karlsson stehen gleich zwei Star-Verteidiger im Kader, auch der Angriff ist mit Logan Couture und Co. auf dem Papier nicht schlecht besetzt. Vor allem Karlsson, der bestbezahlte Abwehrspieler der NHL, hat seit seinem Trade nach San Jose stark nachgelassen. Die erfahrene Truppe der Sharks beendete die letzte Spielzeit auf dem 26. Platz und verfehlte die Playoffs deutlich – einen Umbruch will das Franchise trotzdem nicht einleiten. Ob die Routiniers der Sharks nach zwei miserablen Jahren in der bevorstehenden Saison zurückschlagen können, wird von Experten eher bezweifelt.

Brent Burns und Erik Karlsson. Bild: Imago

Seattle Kraken: Viele Fragezeichen – und jede Menge Euphorie

Das unberechenbarste Team der NHL sind die Seattle Kraken. Warum? Das Franchise startet 2021/22 in seine Premierensaison und hat einen komplett neu zusammengestellten Kader. Im Expansion Draft waren die Kraken eher zurückhaltend, große Namen wurden nicht ausgewählt. Mark Giordano, langjähriger Kapitän der Calgary Flames, und Philipp Grubauer, ehemaliger Goalie der Colorado Avalanche, sind die zwei bekanntesten Gesichter in Seattle. In der Pre-Season lieferten die Kraken gemischte Resultate – nach der Expansion 2017, bei der Las Vegas neu in die NHL kam, wird Seattle nur von wenigen Experten unterschätzt. Immerhin schafften die Vegas Golden Knights in der Gründungssaison den Einzug ins Stanley-Cup-Endspiel.

Der deutsche Goalie der Kraken: Philipp Grubauer. Bild: Imago

Vancouver Canucks: Elias Pettersson & Quinn Hughes

Zehn Jahre nach der letzten Stanley-Cup-Finalteilnahme sind bei den Vancouver Canucks viele alte Wunden noch nicht gänzlich verheilt. In der vergangenen Dekade durchlief das Franchise zahlreiche Hoch- und Tiefphasen, in der Führungsetage der Canucks herrscht häufig Unruhe. Mit Elias Pettersson hat das Team zum ersten Mal seit den Sedin-Zwillingen einen richtigen Offensiv-Star in ihren Reihen, Quinn Hughes gilt als eines der größten Talente in der Verteidigung. J.T. Miller, Bo Horvat und Brock Boeser sind weitere ausgezeichnete Spieler in den Reihen der Canucks. Trotzdem verpassten die Kanadier in der letzten Saison die Playoffs deutlich – wenn es der Mannschaft endlich gelingt, konstant gute Leistungen abzurufen, dürfen die passionierten Fans aus Vancouver auf eine Playoff-Teilnahme hoffen.

Quinn Hughes mit Elias Pettersson und J.T. Miller. Bild: Imago

Vegas Golden Knights: Mark Stone & Alex Pietrangelo

Das vermeintlich beste Team der Pacific Division sind die Vegas Golden Knights. Das Franchise wurde erst 2017 gegründet und erreichte seitdem jedes Jahr die Playoffs – in der Premierensaison schaffte Las Vegas sogar den Einzug ins Stanley-Cup-Finale. Seitdem hat sich der Kader der Golden Knights stark verändert: Aus der Debütsaison sind nur noch vier Spieler übrig. Der Klub hat sich in den letzten zwei Jahren mit zahlreichen Star-Spielern verstärkt. So wurde im Sommer 2020 Alex Pietrangelo für die Abwehr geholt, Flügelstürmer Mark Stone wechselte Anfang 2019 nach Nevada. Lediglich der Abgang von Star-Tormann Marc-Andre Fleury bereitet den Fans der Golden Knights Bauchschmerzen, der Routinier wurde vor wenigen Monaten nach Chicago getraded. Dennoch ist anzunehmen, dass Vegas auch in seiner fünften Saison ein Playoff-Ticket buchen wird – der Traum vom ersten Stanley Cup lebt.

Vegas-Kapitän Mark Stone. Bild: Imago

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Bild: Imago