PITTSBURGH, PA - MAY 24: Pittsburgh Penguins center Sidney Crosby 87 looks on during the second period in Game Five of the First Round in the 2021 NHL, Eishockey Herren, USA Stanley Cup Playoffs between the New York Islanders and the Pittsburgh Penguins on May 24, 2021, at PPG Paints Arena in Pittsburgh, PA. Photo by Jeanine Leech/Icon Sportswire NHL: MAY 24 Stanley Cup Playoffs First Round - Islanders at Penguins Icon114210524043

NHL-Saisonvorschau Teil 3: Metropolitan Division

von Mathias Blaas

Am 12. Oktober ist es soweit: Die National Hockey League startet in die neue Saison. Rund 300 Spiele der besten Eishockey-Liga der Welt werden live auf Sky zu sehen sein.

Wenige Tage vor Beginn der Saison stellt Sky-Redakteur Mathias Blaas alle 32 NHL-Teams etwas genauer vor: Im dritten Teil werden die acht Franchises der Metropolitan Divison genau analysiert.

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Carolina Hurricanes: Sebastian Aho

Die Carolina Hurricanes sind ein aufstrebendes Franchise in der NHL. 2002 erreichten die „Canes“ erstmals das Stanley-Cup-Finale, 2006 konnte die Trophäe zum ersten und einzigen Mal gewonnen werden. Danach folgten in Raleigh, North Carolina maue Jahre: Topspieler konnten entweder nicht gehalten bzw. nicht verpflichtet werden. Erst ab 2017 gelang es der Führungsriege, ein konkurrenzfähiges Team zusammenzustellen, das ab 2018 konstant die Playoffs erreichte. Mit Center Sebastian Aho hat das Franchise endlich ein Aushängeschild, das auch langfristig in Carolina bleiben will. Zusätzlich zu Aho gehören Andrei Svechnikov, Jaccob Slavin und Teuvo Teravainen zu den Leistungsträgern. Im Sommer verloren die Hurricanes Star-Verteidiger Dougie Hamilton und das komplette Torhüter-Gespann, dennoch sollte mit Carolina auch in dieser Saison zu rechnen sein.

Teuvo Teravainen, Sebastian Aho und Andrei Svechnikov. Bild: Imago

Columbus Blue Jackets: Zach Werenski und Patrik Laine

Ein ähnliches Schicksal wie die Hurricanes verfolgt die Columbus Blue Jackets bis heute. Das Franchise befindet sich ähnlich wie Carolina in keiner Metropolregion und steht im Schatten der großen Eishockey-Städte. Die Blue Jackets erlebten dieses Problem zuletzt im Sommer 2019, als mehrere Leistungsträger das Team verließen. Seitdem musste Columbus einen Umbruch in die Wege leiten, der sich ab der vergangenen Saison stark bemerkbar machte. Die Mannschaft verpasste die Playoffs deutlich, mit Seth Jones verließ ein Topverteidiger das Franchise. Auch wenn mit Patrik Laine und Zach Werenski weiterhin zwei ausgezeichnete Spieler im Kader der Blue Jackets stehen, darf eine Playoff-Teilnahme in einer starken Metropolitan Division eher bezweifelt werden.

Patrik Laine. Bild: Imago

New Jersey Devils: Die Talente

Das geschichtsträchtige Franchise aus New Jersey erlebte eine turbulente Dekade: 2012 erreichten die Devils zum bislang letzten Mal das Stanley-Cup-Endspiel, seitdem blieb der Erfolg aus. In den letzten fünf Jahren konnten die Playoffs nur einmal gebucht werden. Mit dem Schweizer Nico Hischier (2017) und Jack Hughes (2019) haben die Devils zwei ehemalige First-Overall-Picks in ihren Reihen, die die Offensive in den kommenden Jahren beleben sollen. Zahlreiche weitere Talente wie Jack Hughes‘ Bruder Luke, Ty Smith und Goalie Mackenzie Blackwood versprechen eine rosige Zukunft, Veteran P.K. Subban und Neuzugang Dougie Hamilton sollen bei der Entwicklung helfen. Interessant aus österreichischer Sicht: Mit Benjamin Baumgartner (21) besitzt New Jersey die Rechte an einem heimischen Eishockey-Crack. In dieser Saison stellen die Devils einen der jüngsten Kader der NHL, aufgrund der zähen Division scheint eine Playoff-Teilnahme noch etwas zu früh zu kommen.

Der schweizer Kapitän der Devils: Nico Hischier. Bild: Imago

New York Islanders: Mathew Barzal und Barry Trotz

Das wahrscheinlich einzige NHL-Franchise bei dem der Trainer häufiger im Mittelpunkt steht als die Spieler, sind die New York Islanders. Barry Trotz übernahm 2018 die “Isles”, damals befand sich das Team nach dem Abgang von Kapitän John Tavares am Boden. Trotz gelang es aber umgehend, erfolgreich zu sein: New York qualifizierte sich dreimal in Serie für die Playoffs, im vergangenen Jahr musste man sich erst im Semifinale dem späteren Sieger, den Tampa Bay Lightning, geschlagen geben. Die Islanders werden von vielen Experten als das defensiv stabilste Team der Liga bezeichnet, obwohl sie keinen Star-Verteidiger in ihren Reihen haben. Das russische Goalie-Tandem bestehend aus Semyon Varlamov und Ilya Sorokin gehört zu den besten Gespannen der Liga, im Angriff heißt der Topstar Mathew Barzal. Aufgrund der jüngeren Vergangenheit sollten die „Isles“ definitiv ein Playoff-Team und Stanley-Cup-Anwärter sein.

Mathew Barzal. Bild: Imago

New York Rangers: Artemi Panarin und Adam Fox

Die New York Rangers gehören zu den renomiertesten Mannschaften der NHL. Das Franchise ist eines von sechs Gründungsmitgliedern der Liga und hat eine glorreiche Vergangenheit hinter sich, die Heimspiele werden im famosen Madison Square Garden ausgetragen. Der letzte Stanley-Cup-Erfolg ist allerdings schon mehr als 25 Jahre her, der Titelhunger der Fans ist groß. Umso schockierter war die Anhängerschaft im Februar 2018, als die Führungsetage einen „Rebuild“ ankündigte. In den letzten vier Jahren verpasste das Team die Playoffs, dennoch geht der Umbruch rasch voran: Mit Kaapo Kakko, Alexis Lafreniere, K’Andre Miller und Adam Fox stehen mehrere hochkarätige Talente im Kader der Rangers. Außerdem gelang es, den russischen Superstar Artemi Panarin im Sommer 2019 von einer Vertragsunterschrift zu überzeugen. Auch wenn bei den Rangers immer wieder Probleme hinter den Kulissen auftreten, befindet sich das Franchise im Aufwind. Das ausgeschriebene Ziel sind die Playoffs, dieses Unterfangen wird allerdings schwer umsetzbar sein.

Artemi Panarin. Bild: Imago

Philadelphia Flyers: Konstant inkonstant

Die Philadelphia Flyers sind das Sinnbild für Inkonstanz in der NHL. Seit der Spielzeit 2011/12 erreichten die Flyers ein Jahr die Playoffs, um sie in der kommenden Saison zu verpassen. Demnach müsste es das traditionelle Franchise aus Pennsylvania in dieser Spielzeit in die Post-Season schaffen. Das große Problem von Philadelphia war in den letzten Jahrzehnten die Torhüterposition: seit Ron Hextall in den 80er und 90er Jahren hatten die Flyers keinen konstanten Goalie mehr. Dieses Problem schien 2018 behoben, da mit Carter Hart endlich ein aufstrebendes Talent solide Leistungen abrufen konnte. In der letzten Saison hatte Hart aber eine katastrophale Fangquote, was die Mannschaft vor ihm nicht ausgleichen konnte. Die Flyers haben reagiert und drei neue Verteidiger geholt, die zusammen mit Ivan Provorov die Defensive stabilisieren sollen. Im Angriff sollen Travis Konecny, Sean Couturier, Kevin Hayes und Kapitän Claude Giroux für die nötigen Tore sorgen. „Philly“ wartet seit mehr als 40 Jahren auf einen Stanley Cup – eine konstante Regular Season ist der erste Schritt, um diese Durststrecke zu beenden.

Claude Giroux und Kevin Hayes. Bild: Imago

Pittsburgh Penguins: Sidney Crosby

In den letzten 15 Jahren war Sidney Crosby für viele Europäer der Grund, in der Nacht wach zu bleiben und Eishockey zu schauen. Der mittlerweile 34-jährige Center ist der Topstar seiner Generation und hat seit 2005 alles gewonnen, was ein Eishockeyspieler gewinnen kann. Crosby führte die Pittsburgh Penguins zu drei Stanley-Cup-Erfolgen (2009, 2016, 2017), gewann zweimal Olympia-Gold (2010 bzw. 2014) und wurde Weltmeister (2015) mit Kanada. Zusammen mit Evgeni Malkin und Kris Letang bildet Crosby seit mehr als einer Dekade den Stamm der Penguins, dennoch geht der Zahn der Zeit nicht spurlos am Trio vorbei. Seit dem Cup-Gewinn 2017 erreichten die Penguins zwar jedes Jahr die Playoffs, eine Playoff-Runde gewann Pittsburgh jedoch zuletzt 2018. Anhaltende Tormann-Probleme scheinen die Penguins nicht lösen zu können bzw. wollen, auch die Kadertiefe und der Talente-Pool sind dünn. Da das Franchise in der Crosby-Ära die Playoffs erst einmal verpasst hat, tippen nur die wenigsten Buchmacher gegen eine erfolgreiche Regular Season der Penguins.

Sidney Crosby. Bild: Imago

Washington Capitals: Alexander Ovechkin

Was im Fußball seit Jahren Messi gegen Ronaldo ist, ist im Eishockey seit 2005 Crosby gegen Ovechkin. Der russische Flügelstürmer der Washington Capitals ist der beste Goalscorer seiner Generation und das Gesicht der Washington Capitals. Der 36-Jährige erzielte in seiner Karriere bereits 730 Tore – allesamt für die „Caps“. Vor kurzem hat „Ovi“ seinen Vertrag um fünf Jahre verlängert, er ist auf der Jagd nach einem Rekord, den viele Experten lange für unerreichbar hielten: Ovechkin will die 894-Tore-Marke von Legende Wayne Gretzky überbieten. Zusammen mit Nicklas Bäckström bildet Ovechkin ein routiniertes Offensiv-Duo, das Washington 2018 zum Stanley-Cup-Gewinn führte. John Carlson ist einer der besten Verteidiger der Liga, außerdem steht mit Tom Wilson ein kontroverser, aber effizienter Angreifer im Kader. Die Capitals gehören seit Jahren zu den zähesten und härtesten Teams der NHL, die Playoffs wurden zuletzt 2014 verpasst. Washington wird auch in der bevorstehenden Saison ein Powerhouse in der NHL sein und nur schwer von einem Playoff-Platz zu verdrängen sein.

Alex Ovechkin. Bild: Imago

NHL-Saisonvorschau Teil 2: Central Division

Bild: Imago