„Nicht gut genug“: Hamann & Stankovic über aktuelle Situation der Wiener Austria
Die Wiener Austria steckt in einer schwierigen sportlichen Phase. Im neuen Sky-Format Hamann & Stankovic – Der Fußball Podcast nehmen die beiden Sky-Experten Didi Hamann und Marko Stankovic die Situation der Veilchen unter die Lupe. Während Hamann vor allem die Leistungen auf dem Platz und den Rückstand auf die Ligaspitze kritisiert, sieht Stankovic die Probleme vor allem in der Kaderqualität und den finanziellen Möglichkeiten.
Didi Hamann findet für die jüngsten Auftritte der Wiener Austria deutliche Worte. Vor allem die erste Halbzeit gegen den SK Sturm Graz hat ihn enttäuscht: „Die erste Halbzeit war wirklich schlecht. Da ist vieles Stückwerk. Da ist vieles, habe ich das Gefühl, dem Zufall überlassen.“
HIGHLIGHTS | FK Austria Wien – SK Sturm Graz | 8. Runde
Im Vergleich zu anderen Topteams der ADMIRAL Bundesliga sieht der Sky-Experte die Austria derzeit deutlich im Hintertreffen. Besonders der LASK und Rapid hätten sich aus seiner Sicht abgesetzt. Auch Salzburg und Sturm Graz zählt Hamann in diesem Zusammenhang zu den Mannschaften, die er im Vergleich zu den Wienern stärker einschätzt.
„Da gehören sie hin im Moment“
Die sportliche Entwicklung bereitet dem 53-Jährigen Sorgen. Mit Blick auf den Tabellenstand und die verbleibenden Spiele der Hinrunde warnt Hamann vor einem Abrutschen unter den Strich. „Es besteht eine nicht kleine Chance, dass sie unter dem Strich stehen nach elf Spielen. Na ja, dann musst du erst einmal hochkommen“, so der ehemalige deutsche Nationalspieler.
Auch die Diskrepanz zwischen den Erwartungen im Umfeld und den Leistungen auf dem Rasen stoßen Hamann sauer auf. Angesichts des gut gefüllten Stadions sei das Gebotene zu wenig. Hamanns ernüchterndes Fazit: „Da, wo sie stehen, da gehören sie hin im Moment.“
Stankovic: „Qualität einfach nicht gut genug“
Marko Stankovic teilt die Kritik an der aktuellen Situation, setzt bei der Ursachenanalyse allerdings einen anderen Schwerpunkt. Für den ehemaligen Austria-Spieler ist die Qualität des Kaders nicht ausreichend, um den Ansprüchen des Klubs gerecht zu werden.
„Ich bin extrem der Meinung, dass die Qualität in der Mannschaft einfach nicht gut genug ist für den Anspruch“, erklärt Stankovic. Die Erwartungen im Umfeld seien hoch, doch die finanziellen Möglichkeiten würden es der Austria erschweren, den Kader entsprechend zu verstärken.
Eggestein ohne Unterstützung
Besonders im Angriff sieht der Analyse-Experte Handlungsbedarf. Zwar hebt er die Qualitäten von Johannes Eggestein hervor, vermisst aber einen passenden Mitspieler für den Stürmer. „Der hat ja keinen vorne, mit dem er zusammenkicken kann. Das ist ein Problem, es ist viel Stückwerk“, analysiert Stankovic.
Für ihn stehen Anspruch und Realität bei den Veilchen derzeit zu weit auseinander. Das schöne Stadion, die Fans und die damit verbundenen Erwartungen würden die sportlichen Defizite umso deutlicher sichtbar machen.
Helm-Ablöse als Lösung?
Trotz der sportlichen Probleme hält Stankovic eine Ablöse von Stephan Helm nicht für zwingend notwendig. Der Austria-Coach habe in den vergangenen Jahren durchaus gezeigt, dass er mit der Mannschaft etwas entwickeln könne. „Ich glaube nicht, dass es am Trainer liegt bei der Wiener Austria“, betont Stankovic. Gleichzeitig verweist er auf das Beispiel des GAK, bei dem ein Trainerwechsel zuletzt für neue Impulse gesorgt habe.
Eine Veränderung auf der Trainerposition könnte daher zwar frischen Wind bringen, sie wäre aus Stankovics Sicht aber nicht automatisch die Lösung für die tieferliegenden Probleme. Der Sky-Experte stellt vor allem die Kaderqualität und die finanziellen Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt.
