Noch kein Einsatz: Schiedsrichterinnen müssen weiter warten

Nach mehr als der Hälfte der Weltmeisterschaft warten die drei Schiedsrichterinnen noch immer auf einen Einsatz. Wann ermöglicht die FIFA die historische Premiere?

Ihren ersten kleinen Moment für die Geschichtsbücher erlebte Pionierin Stephanie Frappart in Katar bereits. Bei der Partie Mexiko gegen Polen fungierte die Französin abseits des großen Rampenlichts als vierte Offizielle und gehörte als erste Frau bei einer Männer-WM zum Schiedsrichter-Team. Doch ansonsten wird ihr Geduldsfaden gehörig strapaziert – auch nach 40 von 64 Spielen geht das Warten auf die herbeigesehnte große Premiere weiter.

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Ebenso wie ihren Kolleginnen Salima Mukansanga (Ruanda) und Yoshimi Yamashita (Japan) bleibt ihr auf der größtmöglichen Bühne bislang nur die Ersatzbank, noch immer durfte keine Frau ein Spiel bei einer Männer-WM leiten – trotz großmundiger Botschaften von Seiten des Weltverbandes im Vorfeld des Turniers. Die Nominierung des weiblichen Trios sei „der Beweis dafür, dass die Qualität und nicht das Geschlecht“ zählt, hatte FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina betont: „Sie verdienen es, dabei zu sein, weil sie konstant sehr gute Leistungen erbringen.“

Doch nach der Halbzeit des Turniers drängt sich die Frage auf, ob es die FIFA mit der Gleichstellung im Schiedsrichterwesen tatsächlich ernst meint, oder ob die Berufung der drei Frauen eine reine Imagemaßnahme war. „Jede Nominierung wird mit großer Sorgfalt durchgeführt, um zu versuchen, jedes Mal die besten Schiedsrichterteams zu finden“, versprach Collina.

Frappart und Co. fühlen sich jedenfalls bereit. „Wir haben große Fortschritte in den vergangenen Jahren gemacht“, sagte die 38-Jährige im Vorfeld der WM. Als erste Frau hatte sie ein Spiel der französischen Ligue 1, eine Partie der Champions League und eine Begegnung in der WM-Qualifikation leiten dürfen und damit gar die Errungenschaften ihrer früheren deutschen Kollegin Bibiana Steinhaus-Webb übertrumpft.

Sie fühle sich „sehr geehrt, ausgewählt worden zu sein“, so Frappart: „Es ist sehr emotional, denn die WM ist die wichtigste Sportveranstaltung der Welt.“ Fehlt zur vollständigen Glückseligkeit eben nur noch der historische erste Einsatz als Hauptschiedsrichterin.

https://www.skysportaustria.at/kritik-von-ex-spitzenreferee-wm-schiedsrichterinnen-zu-schwach/

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(SID)

Artikelbild: Imago