Noch nicht alle ÖSV-Tickets für Saalbach-WM vergeben
Wie schon vor der Frankreich-WM vor zwei Jahren wartet der ÖSV-Ticketschalter einen Monat vor Beginn der Heim-WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm noch auf Kundschaft. Die Aushängeschilder Cornelia Hütter, Vincent Kriechmayr und Manuel Feller bilden den überschaubaren Kreis von erklärten Medaillenkandidaten, Katharina Liensberger, Julia Scheib und Stefan Brennsteiner gelten als Fixstarter. Andere wiederum müssen für ein Antreten im Pinzgau noch überraschen.
In 26 Rennen verbuchte Österreichs Skiverband geschlechterübergreifend zehn der 78 möglichen Podestplätze, darunter nur zwei Siege durch Speed-Pilotin Hütter. Die großen Erfolge sind weiter auf wenige Schultern verteilt. „Ja, das ist so. Da müssen wir warten, dass die Jugend nachkommt“, meinte zuletzt ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober. Für Saalbach gilt es, mit vorhandenem Personal hauszuhalten. Medaillenkandidaten wie einst werden jedenfalls nicht zuschauen müssen.
Viele Chancen im Jänner
„Wir müssen endlich einmal weg von diesem ‚old school‘, den goldenen Zeiten in den 1990er-Jahren. Das wird es nicht mehr geben“, sagte Marko Pfeifer, der ÖSV-Cheftrainer. So ist es etwa leicht wie lange nicht, in das WM-Abfahrtsteam zu rutschen. Wegen aktuellen und länger zurückliegenden Verletzungen ist die noch um einen Podestplatz kämpfende Mannschaft bis auf Vincent Kriechmayr ein Fragezeichen. Newcomer Stefan Eichberger hat sich als Gröden-Sechster schon eine gute Ausgangsposition geschaffen, Daniel Hemetsberger und Stefan Babinsky sind die nächsten in der Hackordnung. Im Super-G sind die Podestfahrer Kriechmayr und Lukas Feurstein gesetzt.
In Wengen, Kitzbühel und Garmisch stehen noch insgesamt fünf Speedrennen auf dem Programm. Etwas Zeit bleibt also noch, um sich eindringlich für Startplätze zu empfehlen. Marco Schwarz und Raphael Haaser sind dabei wohl kein Thema – Schwarz, weil er sich in seiner Comeback-Saison auf die technischen Disziplinen konzentriert, während Haaser die WM wegen einer Knieverletzung zu verpassen droht. Pfeifer: „Wir müssen realistisch sehen, dass wir nicht Läufer herbeizaubern können.“
Im Slalom steht wie in der Abfahrt ein Podestrang für die ÖSV-Männer noch aus. Manuel Feller darf sich als Vierter von Val d’Isère und Kugel-Gewinner der Vorsaison aber gut begründete Hoffnungen machen. Schwarz, Fabio Gstrein, Adrian Pertl, Johannes Strolz, Dominik Raschner und Michael Matt müssen im Slalom-Jänner mit fünf Klassikern aufzeigen. Im Riesentorlauf ist neben Patrick Feurstein und Stefan Brennsteiner, die in Val d’Isère Zweiter und Dritter waren, noch jede Menge Luft. Feller hat noch kein Ergebnis in dieser Saison, Schwarz fuhr in Alta Badia auf den 26. Platz.
ÖSV-Speed-Frauen wohl am besten aufgestellt
Umgekehrt ist die Situation bei den Frauen. Dort ist an den beiden anstehenden Speed-Wochenenden in St. Anton und Cortina d’Ampezzo ein Gerangel um je drei Plätze in Abfahrt und Super-G zu erwarten. Einzig Speed-Queen Hütter sitzt nach ihrem gelungenen Auftakt sicher auf einem Ticket. Mit Stephanie Venier, Mirjam Puchner, Abfahrts-Vizeweltmeisterin Nina Ortlieb, Ariane Rädler (Dritte im Super-G von Beaver Creek) und Christina Ager stehen einige arrivierte Läuferinnen mit WM-Ambitionen am Start. Allrounderin Ricarda Haaser hat zudem als Abfahrts-Fünfte bereits überrascht.
Die Tirolerin Haaser – in Frankreich Bronzemedaillengewinnerin in der mittlerweile aus dem Programm gestrichenen Kombination – darf immerhin einen Start im Riesentorlauf einplanen. Hinter Julia Scheib ist sie die Nummer zwei, dahinter rittern Liensberger, Stephanie Brunner und Franziska Gritsch um zwei Plätze. Noch klarer stellt sich das Bild im Slalom mit Liensberger, Katharina Huber, Katharina Truppe und Gritsch dar.
Junge Wilde, die mitunter im Weltcup überraschen, gibt es hier nicht. Katharina Gallhuber pausiert aktuell wegen Knieproblemen und plant frühestens eine Rückkehr im Courchevel-Slalom (30. Jänner), dem letzten Weltcuprennen vier Tage vor WM-Start. Erst nach dem Frankreich-Rennen will auch Roland Assinger seinen Kader offiziell nominieren. „Es kristallisiert sich bereits ein Team heraus“, meinte der ÖSV-Cheftrainer in Bezug auf die Techniksparte.
(APA) / Bild: GEPA
