Pure Erleichterung: In dieser Gefühlslage verließen die DFB-Spitze, Teamchef Julian Nagelsmann und die Spieler um den ge

„Noch viele Schritte zu gehen“: DFB-Team nach Sieg gegen Nordirland erleichtert

Pure Erleichterung. In dieser Gefühlslage verließen die DFB-Spitze, Teamchef Julian Nagelsmann und die Spieler um den gefeierten Tor-Joker Nadiem Amiri das Kölner Fußball-Stadion. Und mit einer zentralen Erkenntnis. „Wir haben noch viele Schritte zu gehen“, sagte Nagelsmann nach dem mühsamen 3:1 (1:1) gegen Nordirland am Sonntagabend in der WM-Qualifikation.

Nach dem Fehlstart mit dem 0:2 gegen die Slowakei gelang ein erster, kleiner Schritt Richtung Endrunde 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Vor dem Start in die Qualifikation war schon vom WM-Pokal die Rede. Nach der Ernüchterung ist es Nagelsmanns neue Marschroute, nicht mehr weit nach vorne zu schauen.

„Wir fahren gut damit, dass wir jetzt einfach auf das Momentum schauen und uns auf die Spiele konzentrieren. Ich finde es vermessen, nach Donnerstag (in Bratislava), wo alles in Schutt und Asche lag, jetzt, weil wir gewonnen haben, wieder alles himmelhochjauchzend zu machen“, meinte der 38-Jährige.

Schadensbegrenzung nach DFB-Debakel in der Slowakei

Und das zu Recht. Der Heimsieg bedeutete pure Schadensbegrenzung, aber noch keinen Wendepunkt. Der Lehrgang sei mit drei Punkten aus zwei Spielen von den Ergebnissen her nur „zu 50 Prozent zufriedenstellend“ gewesen, resümierte Nagelsmann. Das DFB-Team ist damit vorerst nur Verfolger der mit sechs Zählern gestarteten Slowaken. Im Oktober soll daheim gegen Luxemburg und auswärts in Nordirland eine 100-Prozent-Ausbeute – also sechs Punkte – folgen.

„Viele Erkenntnisse“ nahm der Bundestrainer mit aus seinem 25. Länderspiel, das viele der über 40.000 Fans zur Halbzeit mit lauten Pfiffen bedachten. Nach einer energiegeladenen letzten halben Stunde mit den Toren von Amiri (69.) und Florian Wirtz (72.) gab es dann doch noch lautstarken Applaus für die DFB-Kicker. „Die zehn Minuten vor dem 2:1 und die zehn Minuten danach waren supergut.“

Lob für Amiri – Hoffnung bei Wirtz

Matchwinner war der 28-jährige Amiri, der mit seinem ersten Länderspieltor das so wichtige 2:1 erzielte. „Nadiem ist immer auf dem Gaspedal, manchmal einen Tick zu viel. Er kam rein und hatte einfach Bock“, lobte Nagelsmann den Mainzer.

Ohne verletzte Topspieler wie Jamal Musiala oder Kai Havertz müssen Schattenmänner wie Amiri liefern, und hoffentlich auch bald Wirtz. Der 22-Jährige erzielte einen schönen Freistoßtreffer, blieb sonst aber in beiden Spielen blass. „Wenn Kai fehlt, wenn Jamal fehlt, ist Flo unser wichtigster Offensivspieler“, sagte Nagelsmann.

Nach seinem bis zu 150 Millionen Euro teuren Wechsel von Leverkusen nach Liverpool hatte Wirtz keinen guten Start in der Premier League. Nach seiner Rückkehr nach England soll er sich endlich Selbstvertrauen holen.

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(APA) / Bild: Imago