Novum in der Premier League: Austausch von Schiri & VAR enthüllt

Alle diskutieren über Schiedsrichter-Entscheidungen und den VAR, die sportlichen Leistungen werden davon häufig überstrahlt. Fans fordern mehr Transparenz. Die Premier League zollt dem Tenor nun Tribut und liefert einmalige Einblicke in die Kommunikation zwischen Referee und Videoschiedsrichter.

„Ich freue mich, dem Fußballpublikum die erste Gelegenheit zu geben, die Gründe für einige der Entscheidungen zu hören, die sie jede Woche auf ihren Fernsehbildschirmen bei Premier-League-Spielen sehen“, die Ankündigung von Howard Webb klingt vielversprechend. Der Chief Operating Officer von PGMOL, dem Gremium, das im englischen Profifußball für das Schiedsrichterwesen zuständig ist, weiß als Ex-Referee, wie es auf dem Rasen zugeht. Viele Fans wissen das nicht. Nach jedem Spieltag stellen sie sich die gleichen Fragen: Warum hat der Schiri auf Elfmeter entschieden? Hat ihm denn niemand aufs Ohr gesagt, dass das Abseits war?

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Der Frust wächst, die Forderung nach einer Offenlegung der Kommunikation aller Unparteiischen wird immer lauter. Die Premier League wagt einen ersten Schritt. „Wir zeigen das Filmmaterial, das die Leute normalerweise zu Hause auf ihren Fernsehbildschirmen sehen würden“, erklärt Howard Webb das Prozedere. „Und dann werden wir das gleiche Filmmaterial zeigen, aber überlagert mit dem Audio der Offiziellen.“ So wird offen gelegt, was die Schiedsrichter auf dem Feld zueinander sagen, aber auch, wie sich der VAR und der AVAR [VAR-Assistent] beteiligen.

Über VAR-Abschaffung wird längst diskutiert

In Österreich wurde der VAR in der Bundesliga zur Saison 2021/22 eingeführt. Mittlerweile mehr als fünf Jahre Zeit haben nicht gereicht, das System zu perfektionieren. Die Diskussion über eine mögliche Abschaffung ist längst in aller Munde. Zuletzt machte Klagenfurt-Coach Peter Pault seinem Ärger Luft: „Es kann doch nicht sein, dass ich vor dem Bildschirm sitze, und noch immer eine Fehlentscheidung treffe.“

VAR-Diskussionen in Dauerschleife zum Trotz: Zahlen belegen, dass der VAR den Fußball insgesamt fairer gemacht hat. Die Empörung bei Trainern sowie allen Fußballbegeisterten resultiert in erster Linie aus mangelnder Transparenz. Die Gespräche auf dem Rasen erscheinen wie eine Blackbox. Abhilfe schaffen könnte das regelmäßige Offenlegen der Kommunikation von Schiedsrichter und VAR. „Wir rollen wirklich den Vorhang auf, der vor einigen VAR-Prozesse hängt, die noch nie zuvor gezeigt wurden. Es ist eine großartige Gelegenheit, neue Wege zu gehen“, so Webb.

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(Red.)

Bild: Imago