EM-Quali: ÖBV-Frauen bereit für Heimspiel gegen die Schweiz
Österreichs Basketball-Nationalteam der Frauen hat in dieser EM-Qualifikation bereits ein klares Zeichen gesetzt. Der deutliche 81:54-Erfolg letzte Woche in Norwegen markierte nicht nur den vierten Sieg in Folge, sondern brachte auch die vorzeitige Fixierung des Aufstiegs in die zweite Qualifikationsphase. Die Mannschaft von Head Coach Jesper Sundberg präsentierte sich in Bergen von Beginn an in beeindruckender Form, legte rasch zweistellig vor und dominierte sämtliche Spielabschnitte.
Neben dem sportlichen Erfolg brachte das Norwegen-Spiel auch personelle Highlights: Sowohl Rebekka Kalaydjiev als auch Pia Jurhar kehrten nach längerer Pause zurück, während Victoria Matzka ihr ÖBV-Debüt feierte. Kurzfristig rückte zudem Anna Boruta ins Team, nachdem Anna Alborova aufgrund einer Gehirnerschütterung ausfiel. Einziger Wermutstropfen: Anja Fuchs-Robetin musste mit einer Knöchelverletzung vorzeitig vom Feld.
Unveränderte Ausgangslage trotz Niederlage
Nach dem starken Lauf musste Österreich am Samstag jedoch erstmals einen Rückschlag hinnehmen. Im Auswärtsspiel gegen Großbritannien unterlag die ÖBV-Auswahl mit 83:71. Trotz eines intensiven und über weite Strecken offenen Spiels gelang es den Österreicherinnen nicht, die entscheidenden Sequenzen für sich zu entscheiden. Großbritannien nutzte kleine Fehler im österreichischen Spiel aus und setzte sich am Ende durch. Die Niederlage blieb zwar ohne Einfluss auf die Qualifikation, kostete Österreich aber die Tabellenführung in Gruppe D. Großbritannien und Österreich halten nun bei identen Punkten, die Britinnen liegen jedoch aufgrund des direkten Duells knapp voran.
ÖBV-Spielerin Sarah Sagerer betonte nach der Partie die Qualität des Gegners und den eigenen Kampfgeist:
Head Coach Jesper Sundberg sieht die Entwicklung seines Teams dennoch positiv. Der frühe Aufstieg sei ein sichtbares Ergebnis jahrelanger Aufbauarbeit, zudem habe man die Chance genutzt, neue Spielerinnen gezielt in die Struktur zu integrieren. Das Ziel, den Kader breiter und langfristig konkurrenzfähig zu machen, stehe für ihn weiterhin im Mittelpunkt, äußert er gegenüber dem ORF.
Heimspiel gegen die Schweiz
Bevor die ÖBV-Frauen die Qualifikationsphase abschließen, wartet morgen noch ein besonderer Auftritt. Im Hallmann Dome in Wien empfängt Österreich die Schweiz. Auch wenn der Platz in der nächsten Runde bereits fix ist, geht es für die Mannschaft darum, Selbstvertrauen zurückzugewinnen, die neuen Kräfte weiterhin zu integrieren und sich mit einem überzeugenden Heimauftritt in die lange Pause zu verabschieden. Erst im November 2026 und im Februar 2027 wird die zweite Phase der EM-Qualifikation fortgesetzt, wenn 24 Teams in sechs Gruppen um die Tickets für die Europameisterschaft kämpfen.
Nationalteam setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein
Abseits des sportlichen Geschehens setzt Basketball Austria beim Heimspiel ein wichtiges Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung. Im Rahmen des „Community Assist“ werden gemeinsam mit den Fans Hygieneartikel für Frauen gesammelt, die von der Caritas Wien unterstützt werden. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, Produkte wie Shampoo, Duschgel, Zahnpasta oder Menstruationsartikel mitzubringen und zu spenden. Damit richtet das Team den Fokus nicht nur auf den Court, sondern auch auf soziale Unterstützung für Frauen in Not.
Gleichzeitig nutzt die Nationalmannschaft den Spieltag, um auf die Sichtbarkeit von Frauensport aufmerksam zu machen: Ab dem 18. März gilt der Frauensport in Österreich rein rechnerisch als „unsichtbar“, da die mediale Präsenz gemessen an den Jahresstunden erneut zu gering bleibt. Während die Verschiebung des Datums im Vergleich zu 2025 einen Fortschritt darstellt, betont der Verband, wie wichtig es ist, weiterhin für mediale Aufmerksamkeit, Sponsoren, Vorbilder und nachhaltige Chancen für Athletinnen zu kämpfen.
Beitragsbild: GEPA