ÖFB-Coach Rangnick traut Salzburg den Coup gegen Milan zu
Mit dem AC Milan gastiert am Dienstag (21.00 Uhr/live Sky) ein großer Name in Salzburg. Für ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick steht vor dem Auftakt der „Bullen“ zur Gruppenphase der Fußball-Champions-League fest, dass für Fernando und Co. selbst im Pool mit Milan, Chelsea und Dinamo Zagreb der Aufstieg möglich ist. Dabei wäre der Deutsche, ohne den Salzburgs internationaler Aufstieg gar nicht denkbar ist, vor zwei Jahren fast selbst bei Milan gelandet.
Es war im Frühjahr 2020 ein monatelanges Hin- und Her in den Verhandlungen zwischen „Professor“ Rangnick und den italienischen Granden, die damals im Mittelmaß zu versinken drohten. Glaubt man diversen Medienberichten, scheiterte der Deal schließlich an den Forderungen des als kompromisslos geltenden Rangnick, der zwischen 2012 und 2015 als Sportdirektor Salzburgs Erfolgsweg nach Jahren des internationalen Scheiterns quasi im Alleingang bereitete. Eine Vertragsverlängerung des – aktuell verletzten – Milan-Oldies Zlatan Ibrahimovic etwa wäre unter Entwickler Rangnick undenkbar gewesen.
„Bevor er Italienisch lernt, sollte er das Konzept von Respekt überdenken“, lästerte damals Milans Clubikone und Technischer Direktor Paolo Maldini über Rangnick, der 2020 sein Amt als Global Sports Director von Red Bull niederlegte und nach einem Intermezzo als Geschäftsführer von Lok Moskau als Interimscoach von Manchester United arbeitete und im Juni dieses Jahres schließlich beim ÖFB landete. Rangnick gab sich nach dem Aus der Milan-Verhandlungen versöhnlich und bezeichnete die Verlängerung von Coach Stefano Pioli als verdient. Spätestens mit dem Scudetto in diesem Jahr dürfte Pioli das auch bestätigt haben.
Zur Vergangenheit äußern will sich Rangnick nicht mehr, für den 64-Jährigen lautet die nächste Zukunft Nations League, in der am 22. September auswärts Frankreich und am 25. September zuhause Kroatien warten. Er wird wohl auch Salzburgs Teamspieler Maximilian Wöber und Nicolas Seiwald genau beobachten, aber auch perspektivisch etwa Junior Adamu oder Dijon Kameri.
Der Truppe seines Landsmanns Matthias Jaissle, der selbst unter Rangnick kickte und als dessen Musterschüler gilt, traut er nicht nur gegen Milan einiges zu. „Salzburg hat letztes Jahr in der Gruppe schon gezeigt, dass sie Sevilla ausschalten können. Die Gruppe ist von der Papierform her noch einmal ein Stück stärker. Sie haben letztes Jahr gezeigt, dass sie in der Lage sind, weiterzukommen. Das traue ich ihnen in der Gruppe auch zu, wenn sie mutig spielen“, erklärte Rangnick nun.
„Je mutiger sie spielen, je mehr sie aufs Gas drücken, desto eher kann es passieren. Auch Chelsea ist im Moment noch nicht so gefestigt wie in den letzten 1,5 Jahren“, meinte Rangnick. „Salzburg hat wahrscheinlich die jüngste Mannschaft in der Champions League, das Team ist fast eine U21. Einzig Andi Ulmer versaut da ein bisschen den Altersdurchschnitt. Sie brauchen sich keinen Druck zu machen.“
(APA)/Bild: GEPA
