ÖFB-Frauen wollen in Nations League an Portugal vorbeiziehen
Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam steht vor einem richtungsweisenden Doppel in der Nations League. Gegen den laut Weltrangliste leichtesten Gegner Portugal gilt es die Chance auf eine Top-Zwei-Platzierung in der Gruppe A2 zu wahren. Den Anfang macht die Heimpartie am Freitag (18.00 Uhr/live ORF 1) in Altach, ehe am Dienstag (19.15) in Povoa do Varzim gespielt wird. Die Portugiesinnen (3) sind zwei Zähler vor Österreich und Norwegen sowie hinter Frankreich (6) Zweiter.
„Wenn man sich die Tabelle anschaut, sind wir jetzt auch unter Zugzwang“, meinte ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann. Die Weichen für den angestrebten Verbleib in der A-Liga sollen gestellt werden. „Dementsprechend müssen wir in diesen beiden Partien möglichst viele Punkte holen.“ Portugals „Selecao das Quinas“ zeigte allerdings schon bei der WM trotz knapp verpasstem Aufstieg mit einem starken Premierenauftritt auf. Im laufenden Bewerb wurden die guten Leistungen beim 0:2 gegen Frankreich sowie 3:2 gegen Norwegen bestätigt.
Fuhrmann: „Müssen starke Leistung bringen“
„Sie spielen sehr aggressiv und physisch, sind aber auch technisch gut und als Kollektiv sehr stabil. Sie werden uns vollends fordern“, war sich Fuhrmann bewusst. Besonderen Respekt hat sie vor Jessica Silva, die Benfica-Stürmerin sei eine von mehreren „fantastischen“ Spielerinnen. „Sie ist ein Wahnsinn“, sagte die Wienerin. Doch auch ihr eigener Kader ist mit vielen Legionärinnen stark bestückt. Im Vergleich zum Gastspiel in Norwegen (1:1) und der Partie gegen Frankreich (0:1) gibt es kaum Änderungen.
Die Start-Aufstellung wird große Ähnlichkeit mit jener beim Rekordspiel gegen die Französinnen vor über 10.000 Fans in Wien haben. Einziges Fragezeichen ist Viktoria Pinther. Die Stürmerin vom FC Zürich knickte am Donnerstag im Abschlusstraining um. „Wir wissen nicht, ob sie zur Verfügung stehen wird“, sagte Fuhrmann. Eine MRT-Untersuchung sollte noch am Feiertag Aufschluss darüber bringen. „Das Gute ist, dass alle anderen nominierten Spielerinnen fit sind.“
Bei beiden bisherigen Nations-League-Auftritten hatten sich die Österreicherinnen erst nach dem Seitenwechsel deutlich steigern können. „Im September hatten wir unterschiedliche Gesichter in der ersten und zweiten Halbzeit. Jetzt müssen wir von Anfang an eine starke Leistung bringen“, forderte Fuhrmann. Dazu gehöre die richtige mentale Einstellung. „Wichtig ist, dass wir mit der vollen Überzeugung reingehen, dass wir die Qualität haben, da etwas mitzunehmen.“
Österreich gegen Portugal favorisiert
Die Rangliste spricht für die Österreicherinnen, sie liegen als 16. drei Positionen vor den von Francisco Neto gecoachten Portugiesinnen. „Uns ist allen bewusst, dass das richtungsweisende Spiele sind in der Gruppe“, betonte ÖFB-Kapitänin Sarah Puntigam. Beide Teams versuchen, mit einem starken Kollektiv zum Erfolg zu kommen. „Wir müssen mit dem Ball mutig sein, um das Pressing zu überwinden“, meinte Puntigam. „Ich erwarte zwei Duelle auf Augenhöhe. Den größten Druck machen wir uns selbst, weil wir mittlerweile einen Anspruch an uns haben.“
Gute Erinnerungen hat die ÖFB-Auswahl an die bisher einzigen beiden Pflichtspiele gegen die Portugiesinnen. Im November 2011 und April 2012 gab es in der EM-Qualifikation jeweils einen 1:0-Erfolg. Auch das jüngste Aufeinandertreffen im Rahmen des Test-Turniers Algarve Cup im März 2014 ging mit 2:1 an Österreich. Das waren auch die drei Siege in den sechs Duellen, in denen es auch drei Niederlagen setzte.
„Auch wenn unser letztes Duell schon einige Zeit zurückliegt, wissen wir, dass es immer unangenehm ist, gegen sie zu spielen“, sagte Fuhrmann. Den größeren Druck haben mit Blick auf die Tabelle die Heimischen. „Bisher konnten wir uns für unseren Aufwand und die Leistungen nur mit einem Punkt belohnen. Mit den Zuschauern im Rücken haben wir das klare Ziel, in Altach den ersten Sieg in der Nations League zu holen“, gab die 43-Jährige die Marschroute vor. Der müsse nicht unbedingt mit „spielerischem Glanz“ gelingen.
Wie zuletzt in Wien soll das Publikum die Gastgeberinnen wieder nach vorne peitschen. Von den 4.800 aufgelegten Tickets waren am Vortag des Spiels nur noch 200 Restkarten verfügbar. „Es ist schön zu sehen, dass das nicht einmalig war, sondern dass wir auch in Altach das Stadion füllen können“, sagte Puntigam. „Wir hoffen, dass das anhält.“ Besonders freut sich Lokalmatadorin Eileen Campbell. „So wie ich die Vorarlberger Fans kenne, bin ich mir sicher, dass sie richtig Stimmung machen werden“, meinte die Angreiferin von der SPG Altach/Vorderland.
(APA)
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