Sky-Experte Alfred Tatar und LASK-Coach Markus Schopp haben sich in der neuesten Folge von „DAB I Der Audiobeweis“ über

ÖFB-Spielanlage zu berechenbar? Tatar: „Muss auch Alternativen haben“

Sky-Experte Alfred Tatar und LASK-Coach Markus Schopp haben sich in der neuesten Folge von „DAB | Der Audiobeweis“ über die beiden Auftritte des ÖFB-Teams im Nations-League-Playoff gegen Serbien geäußert.

Das Nationalteam verpasste nach dem 0:2 im Rückspiel in Belgrad (Hinspiel 1:1) den Aufstieg in die Liga A der Nations League. Tatar meinte über das Ausscheiden des ÖFB-Teams: „Serbien hat gar nichts getan offensiv und hat die rein defensive Karte verwendet und das hat am Ende zum Erfolg geführt.“

Tatar: „Bin kein Freund davon, das eigene Spiel immer durchzuziehen“

Tatar bemängelte im Sky-Podcast die fehlende Flexibilität der Rangnick-Elf, da sich Serbien in beiden Spielen stark auf die Defensivarbeit fokussierte: „Ich frage mich, hätte Ralf Rangnick sein Team nach fünf Minuten zurückgepfiffen und gesagt, wir stellen uns jetzt in der eigenen Hälfte auf? Was wäre dann geschehen?“

Der Sky-Experte ergänzte: „Ich bin nicht ein Freund davon, dass man sein eigenes Spiel immer durchziehen muss. Man kann auch mal völlig flexibel sein und Dinge tun, mit denen der Gegner überhaupt nicht rechnet. Das wäre sicher eine Alternative gewesen, den Serben im Heimspiel die Karten in die Hand zu drücken und zu sagen, jetzt müsst ihr kommen.“

Schopp: „…das kann man mit Qualität in Zusammenhang setzen“

Schopp teilte die Meinung von Tatar nicht ganz: „Es ist legitim, diesen Gedanken zu haben. Aber wir haben in Wien ein Spiel gesehen, wo wir uns im Klaren sind, dass es eine österreichische Mannschaft gegeben hat, die den Gegner nach Belieben bespielt hat und zu einer Unzahl an Torchancen gekommen ist.“

Der 56-fache Teamspieler und heutige LASK-Trainer bekräftigte, dass eine Taktikänderung im Rückspiel wohl nicht zielführend gewesen wäre: „Diesen Ansatz zu wählen, von seinem Spielkonzept total abzugehen, finde ich, wäre für dieses Spiel (Anm. d. Red. in Belgrad) nicht passend gewesen. Wir haben auch in Unterzahl gespielt und hätten das eine oder andere Tor machen können. Was augenscheinlich ist, dass wir diese Möglichkeiten, die wir uns erarbeiten, einfach noch nicht verwerten. Das kann man mit Qualität in Zusammenhang setzen (…).“

Das ÖFB-Team agierte beim 0:2 in Serbien ab der 68. Minute in Unterzahl, da Gernot Trauner nach einer Notbremse vorzeitig vom Platz gestellt wurde.

Tatar: „Man muss auch Alternativen haben“

Tatar möchte im Zuge der bevorstehenden WM-Qualifikation ein Nationalteam mit mehr defensiver Stabilität sehen: „Was ich im Kern sagen will ist, man muss auch Alternativen haben. Kann Österreich defensiv stehen?“ Der 61-Jährige fügte an: „Wir fahren vermutlich zu einer Weltmeisterschaft, wo wir vielleicht auf Argentinien, Brasilien oder Frankreich treffen und da werden wir dem Gegner nicht unser Spiel aufzwingen.“

Die WM-Quali beginnt für das ÖFB-Team am 7. Juni gegen Rumänien (20:45 Uhr). Drei Tage später treffen Marko Arnautovic und Co. auswärts auf San Marino (20:45 Uhr).

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(Red.)

Bild: GEPA