ÖFB-Talent Maric: Hat Bayern den neuen Musiala gefunden?

Mit Hilfe der Kollegen von Create Football schaut sich Sky Sport das Top-Talent etwas genauer an. Hat Bayern in Matteo Maric den neuen Musiala gefunden?

Red Bull Salzburg wollte das Juwel eigentlich weiter an sich binden, doch das Begehren aus München war zu stark. Der Teenager wechselt im anstehenden Transferfenster zu den Bayern und kommt dort zunächst in den Mannschaften des Campus zum Einsatz.

Der deutsche Rekordmeister zahlt eine Ausbildungsentschädigung an Salzburg, wo der zentral-offensive Mittelfeldspieler als 2010er-Jahrgang bereits in der U18-Mannschaft der Red-Bull-Akademie aufläuft. Für sein Alter ist der österreichische U17-Nationalspieler bereits sehr weit.

Stärken: Spielverständnis, Technik, Intensität

Denn der laufstarke, mobile und sehr agile Maric verfügt bereits über ein ausgeprägtes Spielverständnis. Er weiß frühzeitig, wie und wo sich seine Teamkollegen aufhalten und agiert auf dem Platz nicht wie ein klassischer Zehner. Der Youngster bewegt sich immer wieder in sämtlich Freiräume hinein, um dort einen Einfluss auf das Spielgeschehen zu haben. Er fordert sehr viele Bälle in den Halbräumen und ist fast immer anspielbar – bleibt in den meisten Fällen unbeeindruckt von hohem Druck, da er technisch extrem gut, nahezu beidfüßig und somit schwer vom Ball zu trennen ist. Das Juwel kann auch als Achter oder in offensiverer Reihe als falsche Neun auflaufen.

Vom Spielstil her werden laut Create Football Erinnerungen an Ex-Bayern-Talent Paul Wanner und eben Jamal Musiala wach. Neben seinen Bewegungen ohne Ball zeichnen Maric eine top Technik, ein hervorragendes Dribbling sowie ein guter Abschluss aus, den er fortwährend sucht.

Ebenso bemerkenswert ist seine Defensivarbeit. Dank der Red-Bull-Schule ist die Intensität auf beiden Seiten extrem hoch. Maric ist ein schneller Spieler, der sowohl im Umschaltspiel mit Ball als auch im Pressing-Verhalten gegen den Ball stark arbeitet und seine Abwehrkollegen mit viel Leidenschaft unterstützt – ein Zeichen für eine astreine Mentalität.

Schwächen: Entscheidungsfindung, finaler Pass, Physis

Mit Blick auf den 1,90 Meter großen Hünen fällt sofort die schlaksige Statur ins Auge. Besonders mit Blick auf mögliche Duelle gegen Innenverteidiger aus Profi-Mannschaft wirkt Maric fast schon schmächtig. An der Physis wird er sicherlich in den kommenden Monaten arbeiten.

Spielerisch hat der Rechtsfuß in der Entscheidungsfindung und in der Chancenkreierung noch viel Luft nach oben. Aufgrund seiner hohen individuellen Klasse wird Maric aktuell nicht wirklich dazu gezwungen abzuspielen. Er vertraut eher seinem eigenen Abschluss und kann dadurch selbst gefährlich werden. Das ist typisch für Talente, die zu gut für ihre Altersklasse sind. Aber gerade unter hohem Druck muss der junge Österreicher noch besser abwägen, wann der (finale) Pass Sinn ergibt.

Maric-Wechsel ist spannend, aber mit Risiko verbunden

Unter dem Strich ist Matteo Maric ein technisch hochbegabtes Talent, das in die Fußstapfen von Musiala treten bzw. der interne Ersatz für den im vergangenen Sommer zur PSV Eindhoven verkauften Wanner gelten könnte. Diese drei Spielertypen ähneln sich sehr. Gerade Maric‘ Torgefahr ist spannend. Solch eine Qualität benötigt ein Spitzenteam wie die Bayern grundsätzlich von einem Zehner, um ab und an den Stürmer zu entlasten.

Sein Mix aus Intensität und Spielintelligenz hat Seltenheitswert auf dem Markt. Der Wechsel zu den Bayern ergibt Sinn, um ihn mehr zu fordern, wobei er in Salzburg möglicherweise schnell in den Profi-Kader hätte vorstoßen können.

Für den FCB ist Maric ein super interessanter Neuzugang, für den Spieler ist der Transfer ebenso spannend. Aber: Aufgrund der großen Konkurrenz in München ist der Schritt auch mit etwas Risiko in der Entwicklung verbunden.

(skysport.de // Luca Sixtus)

Beitragsbild: GEPA