ÖFB trennt sich von Sportdirektor Schöttel

Die Amtszeit von Peter Schöttel als Sportdirektor des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) ist nach knapp neun Jahren zu Ende. Den Entschluss zur Absetzung des 59-jährigen Wieners gab der ÖFB am Freitagabend nach einer Aufsichtsratssitzung am verbandseigenen Campus in Wien bekannt. Als Grund nannte der Verband in einer Aussendung „unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der künftigen strategischen Ausrichtung und Ausgestaltung der Position“.

Aufsichtsratschef Josef Pröll dankte Schöttel für seine Arbeit in den vergangenen Jahren, die „von vielen Erfolgen für den ÖFB geprägt“ gewesen sei. „Ich nehme die getroffene Entscheidung zur Kenntnis“, sagte Schöttel. „Gleichzeitig möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere der Direktion Sport, für die gute und kollegiale Zusammenarbeit in neun sehr erfolgreichen Jahren bedanken.“

Keine WM-Analyse mehr

Schöttel hatte sein Amt im Oktober 2017 als Nachfolger von Willi Ruttensteiner angetreten. In seine Ära fallen die erste WM-Teilnahme seit 1998 sowie zwei EM-Achtelfinaleinzüge (2021 und 2024) mit dem Männer-Nationalteam. Seit der Bestellung von Ralf Rangnick zum ÖFB-Teamchef im Frühjahr 2022 liefen aber nicht mehr alle wesentlichen Entscheidungen im sportlichen Bereich über den Tisch des Ex-Nationalspielers.

Bei der WM im Sommer in Nordamerika war Schöttel vor Ort mit dabei. Seinen ursprünglich auf der Meetingagenda vorgesehenen Bericht zum Turnier samt Aus im Sechzehntelfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien (0:3) durfte der Sportdirektor am Freitag im Aufsichtsrat nicht mehr vorlegen. Stattdessen erschien auch Rangnick zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren bei einer Sitzung des höchsten Verbandsgremiums und gab seine WM-Analyse ab.

Prödl möglicher Nachfolger

In seinen neun Jahren im Amt hat Schöttel beim A-Team lediglich an zwei Teamchef-Bestellungen mitgewirkt. Vor Rangnick war dies 2017 bei dessen deutschem Landsmann Franco Foda der Fall. Im Frauenbereich gab Schöttel 2020 Irene Fuhrmann die Chance, die das Nationalteam 2022 ins EM-Viertelfinale führte. 2024 folgte ihr Alexander Schriebl nach, den der ÖFB zuletzt im April durch den Dänen Lars Söndergaard ersetzte. Eines der Highlights war der Vizeweltmeistertitel der männlichen U17 im Vorjahr in Katar.

Als einer der möglichen Nachfolger von Schöttel gilt Sebastian Prödl. Der Ex-Nationalspieler wurde mit Jahresbeginn 2025 – auch auf Wunsch von Rangnick nach zusätzlichem Personal in diesem sensiblen Bereich – als sportlicher Leiter der Nachwuchs-Nationalteams eingesetzt. Als dieser verantwortet der 39-Jährige unter anderem den Umgang des Verbandes mit Spielern, die ob ihrer Herkunft für mehrere verschiedene Nationen spielen dürfen. Pröll will sich laut Verbandsangaben am Montag (14.00 Uhr) im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der Rangnick auch seinen Kader für den anstehenden Auftakt der Nations League bekannt geben wird, über die weitere Vorgehensweise beim Sportdirektor-Posten äußern.

Janko: Sebastian Prödl „ist der logische Nachfolger“

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