ÖHB-Goalie Häusle macht EM-Werbung in eigener Sache

Der erste der zwei finalen EM-Tests hat Österreichs Handballmännern am Samstag noch einmal unmittelbar vor Augen geführt, welche Klasse sie bei der kommende Woche beginnenden EM erwartet. Das 28:33 gegen Island in Schwechat erwies sich als fordernde Standortbestimmung, nach dem eines klar war: „Wir sind natürlich noch nicht dort, wo wir hinwollen“, wie Abwehrchef Lukas Herburger sagte. Goalie Ralf Patrick Häusle machte indes Werbung in eigener Sache.

Mit neun Paraden in der ersten Hälfte kam der Vorarlberger in seinem 15. Länderspiel auf eine Fangquote von rund 30 Prozent und brachte im Kampf um ein EM-Ticket einige gute Argumente auf seine Seite. Einer aus dem Goalie-Trio Häusle, Konstantin Möstl und Thomas Eichberger wird nach dem „Rückspiel“ gegen die Isländer am Montag (18.00) noch aus dem Kader gestrichen. „Es war ein Zeichen in Richtung Pajo (Teamchef Ales Pajovic, Anm.)“, betonte Häusle, für den mit der Endrunde „ein Kindheitstraum“ in Erfüllung gehen würde. „Ich habe auch meinem Vater versprochen, einmal eine EM in Deutschland zu spielen.“

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Ohne die Leistung des 29-Jährigen wäre der Rückstand zur Pause (14:19) um einiges höher ausgefallen. „Da hat uns Ralf den Arsch gerettet“, stellte Kapitän Mykola Bilyk Häusle ein Einserzeugnis aus. Islands geduldige Offensive fand fast immer die Lücke, „wir waren zu passiv“, befand Bilyk. Und auch im Angriff erwischten die Hausherren nicht ihren besten Tag. „Wir haben zu viele Eins-gegen-Eins-Situationen gesucht, das ist dann gegen Island schwer. Da müssen wir mehr Geduld haben“, sagte Pajovic.

„Wir haben viel zu viele Tore bekommen, wir müssen im Rückzugsverhalten vieles besser machen“

Mehr Schnelligkeit wird schon am Montag, spätestens aber bei der EM in Sachen Rückzugsverhalten gefragt sein. „Wir haben viel zu viele Tore bekommen, wir müssen im Rückzugsverhalten vieles besser machen“, erklärte Bilyk. „Heute war der Fokus am schnellen Zurücklaufen, trotzdem haben wir so viele Tore gekriegt“, hielt auch Pajovic fest. Der Slowene, der an seinem 45. Geburtstag von der Mannschaft zwar ein Ständchen, aber keinen Sieg geschenkt bekam, war freilich sicher: „Im Zurücklaufen werden alle Mannschaften gegen Island Probleme haben.“

Immerhin schaffte es Österreich, die Niederlage gegen den EM-Sechsten von 2022 in Grenzen zu halten, auch Bankspielern wie etwa Michael Miskovez, Moritz Mittendorfer und Neo-Österreicher Nemanja Belos Einsatzminuten zu verschaffen, und ein Gefühl für die kommenden Aufgaben zu bekommen. Nach dem EM-Auftakt gegen Außenseiter Rumänien am Freitag warten am Spielort Mannheim mit Kroatien und Spanien zwei ganz harte Brocken. Einer aus diesem klaren Favoritenduo muss – einen Sieg gegen Rumänien vorausgesetzt – geschlagen werden, um die Hauptrunde zu erreichen.

„Es ist noch sehr viel Potenzial nach oben“

„Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir nicht bis zum Schluss gekämpft haben“, sagte Bilyk. „Island ist eine Mannschaft, die ganz oben mitspielen kann und wahrscheinlich auch wird. Da fehlt uns halt noch ein Stück.“ Oder in den Worten von Mitte-Akteur Lukas Hutecek: „Es ist noch sehr viel Potenzial nach oben. Aber wir werden noch einmal alles reinwerfen, dann sind wir gut vorbereitet auf die EM.“

(APA) / Bild: GEPA