ÖHB-Männer wollen bei EM „über sich hinauswachsen“
Zwei Jahre nach der enttäuschenden EM in der Slowakei und Ungarn will Österreichs Männerauswahl bei der am Mittwoch beginnenden EM im Handball-Wunderland Deutschland wieder für internationale Highlights sorgen. Das Selbstvertrauen ist nach einer makellosen Qualifikation ebenso groß wie die Herausforderung. Zumindest einen der beiden Kaliber Spanien und Kroatien gilt es zu bezwingen. Ein Auftaktsieg gegen Rumänien am Freitag (18.00 Uhr) ist zudem Pflicht.
In der Qualifikation setzte man sich bereits zweimal gegen die Rumänen durch, daran soll sich auch in Mannheim, dem Spielort von Vorrundengruppe B, nichts ändern. Gute Stimmung und breite Brust für die folgenden Duelle mit Kroatien (Sonntag) und Vize-Europameister Spanien (Dienstag) wären dann garantiert. „Wir wissen, dass es eine echt harte Gruppe ist. Es muss viel passen, wenn wir Kroatien oder Spanien schlagen wollen, da muss viel funktionieren“, erklärte Rückraum-Mitte-Spieler Lukas Hutecek, mit 23 Jahren schon der verlängerte Arm von Teamchef Ales Pajovic am Feld.
Viel wird am Deutschland-Legionär des TBV Lemgo Lippe hängen, er zeigte sich gerade im letzten der beiden Island-Tests am Montag von seiner stärksten Seite. Gemeinsam mit Kiels Rückraummann Mykola Bilyk spielt Hutecek die Schlüsselrolle, beide werden viele Einsatzminuten absolvieren müssen. Das gilt auch für die Oldies Janko Bozovic (Rückraum) und Robert Weber (Flügel), die sich mit 38 Jahren aber noch voll fit fühlen. Generell kommt auf die erste Sieben eine große Belastung zu, in der Breite ist der Kader nicht mit jenen von Kroatien oder Spanien zu vergleichen.
„Brutale Gruppe, aber Jungs glauben daran“
Das ist auch Pajovic klar, der die Kaderlisten der Gruppenfavoriten „lieber nicht“ durchgeht, wie er scherzhaft meinte. Der ehemalige Topspieler blickt seiner vierten Endrunde entgegen, bei der Premiere 2020 führte der Slowene die Truppe vor Heimpublikum zum historischen achten Rang. Der 45-Jährige weiß um die Schwierigkeit der Aufgabe, gab sich aber naturgemäß optimistisch. „Wir haben eine brutale Gruppe, aber meine Jungs glauben daran, in die Hauptrunde kommen zu können.“
Im Gegensatz zur EM 2022 in der Slowakei, als man drei Niederlagen gegen Deutschland, Polen und Weißrussland bezog, ist der Druck diesmal wesentlich kleiner. „Das hat uns reifen lassen, in den Köpfen ist das aber nicht mehr“, betonte Flügelakteur und Szeged-Legionär Sebastian Frimmel – neben Bilyk einer von zwei aktuell in der Champions League spielenden Österreichern – im Rückblick. „Das Wichtigste ist, dass wir als Mannschaft agieren und unsere Leistung über 60 Minuten bringen.“
Gespielt wird in der SAP-Arena mit einer Kapazität von 13.000 Personen, die Topstimmung ist quasi eingebaut. „Wenn sie komplett gefüllt ist, ist das eine richtig, richtig geile Halle. Wir können uns nur darauf freuen“, meinte Bilyk den drei Duellen innerhalb von sechs Tagen entgegenblickend. Auch wenn die Herzen der Fans gerade im zweiten Spiel vor allem den Kroaten zufliegen werden. „Ich bin überzeugt, dass sehr, sehr viele Kroaten in der Halle sein werden, dementsprechend wird das sicher auch für die anderen Nationen richtig geil werden. Es ist ja nicht immer nur cool, wenn alle auf deiner Seite sind“, sagte Bilyk.
(APA)/Bild: GEPA