Österreich hofft ohne Reinbacher auf Erfolg gegen Dänemark
Nach der Enttäuschung gegen Frankreich (1:2 nach Verlängerung) und der Leistungssteigerung gegen den Medaillenanwärter Schweden (0:5) hofft Österreichs Eishockey-Nationalteam bei der Weltmeisterschaft in Tampere auf das erste Erfolgserlebnis. Das ÖEHV-Team geht am Dienstag (15.20 Uhr) als Außenseiter ins Spiel gegen Dänemark, das an einem guten Tag in Reichweite sein könnte. Teamchef Roger Bader muss allerdings auf David Reinbacher verzichten.
Der junge Verteidiger hat sich im Mitteldrittel gegen Schweden eine Knieverletzung zugezogen, als er zwischen zwei Gegenspielern auf das Tor zog und dabei gecheckt wurde. Ob der 18-jährige Vorarlberger, der in Tampere gezeigt hat, warum er weltweit einer der besten Verteidiger seiner Altersklasse ist, im Lauf des Turniers zurückkommen kann, ist offen.
Die ursprüngliche Befürchtung eines Bänderrisses hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. „Es scheint nichts gerissen zu sein, das ist das Positive. Aber es ist zumindest eine Zerrung. Wir schauen, ob die Prognose so ist, dass er nochmals zum Einsatz kommen kann. Heute bin ich schon ein bisschen optimistscher, ich glaube aber nicht, dass er morgen schon spielen kann“, sagte Bader am Montag.
Ein kompletter Ausfall wäre nicht nur für das Verteidiger-Juwel bitter, sondern auch für das österreichische Team. „David hat eine wichtige Rolle. Er spielt viel, hat einen Spot im Powerplay, das zeigt, welche Position er schon hat in der Mannschaft“, erklärte der Teamchef. Im Unterschied zum Vorjahr darf heuer ein verletzter Spieler ersetzt werden, davon würde Bader im Falle eines fixen Ausfalls Gebrauch machen. Gegen Dänemark wird Steven Strong genauso wie Stürmer Manuel Ganahl in die Mannschaft zurückkommen. Beide erhielten gegen Schweden eine Pause, die der Teamchef im Turnierverlauf mit sieben Spielen in zehn Tagen auch anderen Über-30-Jährigen gewähren will.
Testspielsiege als Motivationshilfe
Das Duo soll nun mit neuer Frische mithelfen, den ersten Sieg bei dieser WM einzufahren. Dänemark spielt seit 20 Jahren permanent in der A-Gruppe, hat mit Nikolaj Ehlers von den Winnipeg Jets, Sohn des ehemaligen KAC-Trainers und aktuellen Teamchefs Heinz Ehlers, einen NHL-Spieler und viele Profis aus den starken europäischen Ligen dabei. Mit Siegen gegen Ungarn (3:1) und Frankreich (4:3 nach Verlängerung) sind die Dänen auch gut in die WM gestartet. „Wir sind Außenseiter, das ist gut so. Das war vielleicht gegen Frankreich nicht allen klar. Dänemark hat eine starke Mannschaft mit guten Spielern aus der SHL (Anm.: schwedische Liga) und jetzt auch Ehlers, und einen starken ersten Block“, betonte Bader.
Österreich trifft erstmals seit 14 Jahren bei einer WM auf Dänemark, der jüngste Pflichtspielsieg datiert von der Olympia-Qualifikation 2001. In dieser Saison hat das ÖEHV-Team aber schon Testspiele gegen die Dänen mit 3:1 beim Deutschland-Cup und 3:0 in Kopenhagen gewonnen. „Da war bei ihnen nur die Hälfte des aktuellen WM-Teams dabei, trotzdem nehmen wir diese Motivation mit in das Spiel“, sagte der Schweizer.
Team braucht Steigerung
Ihn stimmen die ersten zwei Drittel gegen Schweden optimistisch. „Wir wollen uns von Spiel zu Spiel steigern. Das haben wir gestern geschafft, das war ein deutlicher Fortschritt. Die ersten 40 Minuten waren richtig gut, da haben wir Schweden gefordert mit den Mitteln, die wir haben. Man kann jetzt sagen, wir sind angekommen bei der WM“, meinte Bader. In einer starken Phase vor dem sehr unglücklichen zweiten Gegentor sei ein „1:1 durchaus verdient gewesen“.
Um gegen Dänemark zu punkten, müsse sein Team eine weitere Steigerung hinbekommen. „Wir müssen ähnlich wie gegen Schweden in den ersten 40 Minuten spielen. Defensiv gut organisiert in allen drei Zonen, den Mann attackieren und ein gutes Boxplay haben, sie haben schon vier Powerplay-Tore erzielt. Die Gegenstöße müssen wir so ausführen, dass wir zu Toren kommen“, erklärte Bader, der seinem Team am Montag bis am späten Nachmittag frei gegeben hat.
(APA) / Bild: GEPA
