GEPA-06031444094 - AARE,SCHWEDEN,06.MAR.14 - SKI ALPIN - FIS Weltcup, Riesentorlauf der Damen. Bild zeigt Bernadette Schild, Elisabeth Goergl (AUT) und Cheftrainer Juergen Kriechbaum (OESV). Keywords: Streckenbesichtigung. Foto: GEPA pictures/ Harald Steiner

ÖSV-Damenchef baut nach Serienrücktritten auf junge Welle

via Sky Sport Austria
(APA) –61 Weltcupsiege, 185 Podestplätze, 23 Einzelmedaillen. So viele Erfolge sind Österreichs alpinem Damenskiteam alleine durch die innerhalb von nur zehn Monaten erfolgten Rücktritte von Marlies Schild, Nicole Hosp, Andrea Fischbacher und Kathrin Zettel “verloren gegangen”. Doch Damen-Chef Jürgen Kriechbaum ist vor der Zukunft trotzdem nicht bang. Er arbeitet schon länger an der Verjüngung des Teams.

Genau genommen seit zwei Jahren, denn 2013 kehrte der Erfolgscoach als Damen-Rennsportleiter und Nachfolger von Herbert Mandl zum ÖSV zurück. “Empfangen” wurde der Wahl-Tiroler aus Oberösterreich damals vom Rücktritt der hoch talentierten Jessica Depauli, es war ein Wegzeichen. Denn in Kriechbaums bisher kurzer Amtszeit sagten neben den genannten vier Top-Fahrerinnen auch noch Stefanie Köhle, Alexandra Daum und Regina Sterz adieu.

 

Zahlreiche Abgänge als Chance

Kriechbaum findet die Situation aber nicht zum Weinen, sondern vielmehr sogar “sehr spannend.” Seine Begründung: “Als Trainer ist es eine der reizvollsten Aufgaben, eine neue, junge, schlagkräftige Mannschaft aufzubauen, mit allen Vor- und Nachteilen.” Dazu kommt: “Von den Spitzenläuferinnen sind ja Gott sei Dank nach wie vor einige da.” Kriechbaum verwies damit auf die zweifache Weltcup-Gesamtsiegerin Anna Fenninger (26) sowie routinierte Siegläuferinnen wie Elisabeth Görgl (34), Michaela Kirchgasser (30) oder Eva-Maria Brem (27).

Damit ist aber auch schon wieder Schluss, denn als Einzige aus den 1990er-Jahrgängen hat bisher die 22-jährige Cornelia Hütter den Aufstieg ins auf sieben Läuferinnen geschrumpfte Damen-Nationalteam geschafft. Kriechbaum ist aber überzeugt, dass bald weitere Mädchen ebenfalls den Sprung schaffen.

“Dieser Verjüngungsprozess hat nicht erst heuer angefangen. Es ist schon seit zwei Jahren das Ziel, unabhängig davon, ob jemand aufhört oder nicht, den Schritt zum Weltcup ein bissl kleiner zu machen”, so der Rennsportleiter. Seitdem wird bewusst auf die Jungen im Europacup geschaut und gemeinsam trainiert. Kriechbaum: “Wir schaffen Berührungsflächen, um den Respekt vor der höchsten Liga etwas abzubauen. Mit der Hoffnung, dass die Mädchen dann mit einem gesunden Selbstbewusstsein in den Weltcup hinein wachsen.”

 

Vertrauen in junge Läuferinnen

Mit Erwartungen oder Prognosen geht der Cheftrainer vorsichtig optimistisch um. “Die Voraussetzungen dass sich wie Hütter auch andere etablieren, sind absolut gegeben”, verweist Kriechbaum etwa darauf, dass man sich auch im Technikbereich weiterentwickelt hat. “Wir haben über den Europacup einige Fixplätze geschafft, waren Erste und Dritte”, verweist er auf Lisa Maria Zeller und Katharina Truppe. “Vor zwei Jahren haben wir da noch ganz schlecht ausgeschaut.”

Gleich sechs ÖSV-Mädchen haben über die zweite Liga Fixplätze im Weltcup geholt, allen voran Ricarda Haaser. Die 22-jährige Tirolerin hat die Europacup-Gesamtwertung gewonnen, obwohl sie die letzten elf Rennen verletzungsbedingt verpasst hatte. Haaser ist damit überall startberechtigt, wird im Weltcup aber hauptsächlich Technikbewerbe fahren.

Für Kriechbaum sind das Folgen eines Langzeitplanes, in dem junge Läuferinnen auch ohne A-Kader-Zugehörigkeit zum fixen Bestandteil der Weltcupmannschaft gemacht wurden und auch nach Südamerika mitfuhren. Jetzt, wo viele Stars aufgehört haben, haben die Jungen vielfach bereits Weltcup-Erfahrung. In den übrigen Bereichen sollen Ramona Siebenhofer, Mirjam Puchner und Co. ebenfalls möglichst bald den Weg von Hütter gehen. Die junge Steirerin selbst soll wiederum nun vermehrt auch im Riesentorlauf zum Einsatz kommen.