ÖTV-Hoffnung Schwärzler ab 2024 auf Challenger-Tour dabei
Mit seinem Sieg bei den ITF Finals der acht besten Junioren weltweit hat er sich endgültig zur heißesten Aktie Österreichs für eine erfolgreiche Tennis-Zukunft gemacht. Joel Schwärzler ist erst 17, aber schon Weltranglistendritter der Junioren. Der Schützling von Jürgen Melzer wird 2024 fast ausschließlich auf der Männer-Tour spielen. Vielleicht sogar auch schon in der Qualifikation für die Erste Bank Open, wo Schwärzler am Donnerstag zu Gast war.
„Hoffentlich nächstes Jahr, wenn ich nächstes Jahr die Wildcard bekomme. Ich muss die Chance bekommen und sie verdienen“, sagte Schwärzler. Knapp eine Stunde nachdem Andrej Rublew auf seinem Stuhl gesessen war, träumt auch Schwärzler schon vom nächsten großen Schritt ins Profitennis. Rublew war einst selbst Sieger des Junioren-„Masters“ der acht besten Nachwuchsspieler. Der Vorarlberger hat nach dem Triumph in Chengdu alle Chancen, in die großen Fußstapfen eines Dominic Thiem oder Jürgen Melzer zu treten.
Aber zunächst einmal muss der am 27. Jänner 2006 in Johannesburg (RSA) geborene Schwärzler noch weit kleinere Brötchen backen. Aber auf Challenger- und Future-Ebene wird man den 1,89 m großen Youngster (laut Prognose könnte er noch 1,91 m groß werden) nächstes Jahr viel sehen. „Wenn man bei den Juniors am Jahresende Top Ten ist, kriegt man für das nächste Jahr acht Challenger-Wildcards. Das war das Ziel.“
Die Top-Position in der Junioren-Weltrangliste greift er dieses Jahr nicht mehr an, er spielt stattdessen noch zwei Futures in Griechenland. Drei Junioren-Grand-Slams (nicht Australien) und vielleicht noch ein weiteres Turnier auf dieser Ebene hat Schwärzler noch eingeplant. Auf Tour wird ihn dann nicht nur Jürgen Melzer, sondern auch Touringcoach Philip Gille begleiten.
Der seiner Meinung nach große Unterschied vom Junioren- zum Männer-Tennis: „Sie sind mental und körperlich stärker – es hängt gar nicht so viel an den Schlägen.“ Schwärzler wurde am Nationalfeiertag in den Katakomben der Wiener Stadthalle von ÖTV-Nachwuchs-Koordinatorin Marion Maruska zum bereits vierten Mal als ÖTV-Nachwuchsspieler des Jahres ausgezeichnet.
Seinen Spielstil beschreibt Schwärzler als „sehr aggressiv, ich mache daher auch mehr Fehler als andere“. Melzer trainiert in der Südstadt mit dem Linkshänder, übrigens immer wieder auch in Kooperation mit Günter Bresnik und dessen Akademie. „Für mich ist es ganz wichtig, dass er gut erzogen ist. Er ist ein bisserl ein Sunnyboy, hat immer ein Lächeln auf den Lippen und immer einen guten Spruch“, beschreibt der Ex-Weltranglisten-Achte Schwärzler.
Auch Bresnik hält große Stücke auf Österreichs große Nachwuchshoffnung. „Ich kenne Joel natürlich gut, weil er jeden Tag in der Südstadt teilweise mit unseren Spielern trainiert. Für mich ist der Joel spielerisch ein Wahnsinn. Er ist Linkshänder, hat ähnliche Anlagen wie der Jürgen.“ Bresnik attestiert Schwärzler gute Athletik für seine Größe. „Er hat eine geniale Rückhand. Er ist einer der wenigen, die heute noch vollieren können. Der hat sehr viele Qualitäten, die es unmöglich machen, dass er nicht unter den ersten 50 auftaucht.“
Schwärzler zeigte sich erfreut über das Lob. „Solche Worte von Günter zu bekommen, mit dem ich auch ab und zu mal trainiere, und der mir auch geholfen hat. Es ist schön, so was zu hören“, meinte der Harder, der vom Spanier Galo Blanco gemanagt wird. „Ich würde gern einmal weiter als die Top 50 kommen“, sagte er aber selbstbewusst dazu.
Der Erwartungsdruck von außen stört ihn nicht. „Ich finde es ist gut, wenn man Druck hat. Das heißt, dass die Leute an dich glauben.“
Melzer selbst bescheinigte Schwärzler schon am Mittwoch „definitiv das Zeug dazu, in Wien einmal mitzuspielen“. Allerdings sei Schwärzler erst 17 und man müsse dem Vorarlberger Zeit geben.
(APA)
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