Mit Jurij Rodionov (Bild), der mit seinem Trainerteam jüngst verstärkt in der Südstadt trainiert, Lukas Neumayer und Joe

ÖTV-Trio hofft in der Südstadt auf neuen Schub

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Österreichs Tennis-Männer hinken im Einzel in der Weltrangliste den Top 100 hinterher. Am Willen liegt dies aber nicht: Hinter dem derzeit rekonvaleszenten Sebastian Ofner hofft ein aktuelles ÖTV-Trio in den Top 200 mit harter Arbeit auf baldige Höhenflüge. Mit Jurij Rodionov, der mit seinem Trainerteam jüngst verstärkt in der Südstadt trainiert, Lukas Neumayer und Joel Schwärzler begegnen sich die aktuellen Nummern zwei bis vier nun öfters im Leistungszentrum südlich Wiens.

Dort betreut Günter Bresnik seit rund sechs Jahren Neumayer („Der hat früher keine Rückhand gehabt, heute ist die Weltklasse, da kann er mit jedem mitspielen“) und seit etwa zwei Wochen den „Rohdiamanten“ Schwärzler. Letzterer ist erst 20, hat den Ruf des „schlampigen Talents“ und gab dies zuletzt auch im Vorfeld des Davis Cups im APA-Gespräch zu. „Ich weiß, dass ich mir selbst oft im Weg gestanden bin und langsam nervt es mich. Ich will das auf jeden Fall ändern.“ Er brauche Druck, sonst sei er zu schlampig.

Bresnik über Schwärzler: „Kann nichts Negatives berichten“

Nach dem Aus mit Coach Markus Hipfl landete Schwärzler bei Bresnik. Er trainiere seit zwei Wochen mit ihm, bestätigte der 65-Jährige im APA-Gespräch. Von einer mangelnden Einstellung kann Österreichs Trainerguru nichts berichten. „Das ist ein netter Kerl, fleißig, auch ein relativ guter Athlet. Und das Bedürfnis, sich zu verbessern, muss ja trotzdem da sein.“ Bresnik hält sich zurück, die Zusammenarbeit hat eine Probezeit. „Ich werde nie wieder sagen, dass das ein Spieler ist, mit dem ich jetzt dauerhaft trainiere. Ich weiß nicht, wie loyal die Leute sind. Und ich weiß auch nicht, wie er das aushält.“

Bresnik über Schwärzler: „Wenn er zu meinen Konditionen arbeiten würde…“

Bei Schwärzler gehe es nicht um die Geschwindigkeit der Schläge, viel nötige Arbeit ortet der Ex-Davis-Cup-Kapitän bei der Vorhand und etwa am zweiten Aufschlag. „Es ist viel Potenzial vorhanden und für mich nur ein Bruchteil von dem Potenzial aktiviert.“ Thema ist noch die mögliche Qualifikation von Schwärzler für die Next Gen Finals (9. bis 13. Dezember in Reggio Calabria) der acht weltbesten Spieler bis zu 20 Jahren. Schwärzler liegt da aktuell auf Platz sieben.

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Gemeinsames ÖTV-Training in Südstadt „Benefit für alle“

Rodionov arbeitet seit den French Open mit dem in Wien lebenden niederländischen Coach Michiel Schapers zusammen. Der mit 27 älteste Spieler des Trios möchte so schnell wie möglich zurück in die Top 100, Rang 87 (19.2.2024) war sein bisheriger Bestwert. „Man sieht ganz klar, dass ich das Potenzial habe, viel weiter oben zu stehen, aber ich schaffe es einfach nicht, es Woche für Woche auszuschöpfen“, ärgerte sich Rodionov nach seinem Aus in Wien. Noch nicht gesichert ist, ob ihn Alexander Peya, der auch beim zuletzt so erfolgreichen Austro-Doppel Lucas Miedler/Neil Oberleitner engagiert ist, auch 2027 eine gewisse Wochenanzahl auf der Tour begleitet.

Rodionov arbeitete sogar schon zwei Mal mit Bresnik zusammen. Der ÖTV-Davis-Cup-Held ist voll des Respekts für diesen. „Ich verstehe mich sehr gut mit ihm, wenn ich ihn sehe, freue ich mich, er ist eine wichtige Figur im österreichischen Tennis.“ Bresniks „his way or no way“ standen einer möglichen Kooperation etwas im Weg. „Ich hätte vielleicht so zehn Prozent meinen Einspruch, aber es war schwer, meine zehn Prozent zu bekommen.“ Dass er nun viel in der Südstadt auch mit Neumayer und Schwärzler trainieren wird, taugt Rodionov. „Ich glaube, das würde halt viel Sinn machen, und es wäre ein Benefit für alle, wenn die besten Spieler dann untereinander sind.“

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