Offiziell: Stöger wird neuer Rapid-Trainer
Nun ist es offiziell: Peter Stöger übernimmt zur neuen Saison das Amt des Cheftrainers beim österreichischen Rekordmeister SK Rapid. Das gaben die Hütteldorfer am Montag bekannt. Stöger unterschreibt einen Vertrag bis Sommer 2027.
„Ich freue mich sehr, dass ich ab Juni diese verantwortungsvolle Aufgabe wahrnehmen darf. Rapid habe ich natürlich auch in den letzten Jahren sehr intensiv und aufmerksam verfolgt. Ich bin überzeugt, dass wir einen Kader mit großer Qualität haben, zudem verfügt die Akademie samt zweiter Mannschaft über viele Spieler mit Potential für höhere Aufgaben. Bis zum letzten Saisonspiel soll aber der Fokus ganz auf den wichtigen Partien um den Europacupplatz liegen, daher bitte ich um Verständnis, dass ich mich zu allen Themen rund um die künftige Tätigkeit erst am Montag nach dem Rückspiel äußern werde“, sagt Stöger in einem ersten Statement.
Stöger wird laut Klubangaben am Montag, 2. Juni 2025, im Rahmen einer Pressekonferenz im Mediacenter im Allianz Stadion ab 10:30 Uhr offiziell vorgestellt.
Katzer vertraut auf Erfahrung seines Ex-Mitspielers
Rapid hatte Ende April den Deutschen Robert Klauß beurlaubt, dem nach einem starken Saisonstart die immer schwächer werdenden Leistungen der Mannschaft angelastet wurden. In der Conference League hatte Rapid zwar das Viertelfinale erreicht, war aber nach einem 1:0-Sieg in Schweden im Rückspiel zuhause gegen Djurgarden ausgeschieden. Als Interimstrainer übernahm Stefan Kulovits, einer von Klauß‘ Co-Trainern. Der Ex-Profi soll auch im Trainerteam von Stöger eine fixe Rolle haben.
Rapids Sport-Geschäftsführer Markus Katzer hatte als Jung-Profi Anfang der 2000er-Jahre mit Stöger noch bei der Admira zusammengespielt. „Peter Stöger ist eine erfahrene Persönlichkeit, die den nationalen und auch internationalen Fußball in- und auswendig kennt“, sagte er. „Durch seine Spielervergangenheit bei Rapid und seine sensationell erfolgreiche Trainerstation beim 1. FC Köln weiß er zudem sehr gut, mit all den Chancen – aber auch Risken – bei Fußballklubs mit einem hochemotionalen Umfeld, wie es bei uns gegeben ist, umzugehen.“ Stöger werde „sowohl sportlich als auch menschlich eine echte Verstärkung sein“.
Wrabetz korrigiert mediale Berichterstattung
Rapid-Präsident Alexander Wrabetz äußerte sich ebenfalls zum Bestellungs- und Findungsprozess. „Es gab bestens geeignete Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland und entgegen anderslautenden Medienberichten ist auch bei uns intern die Entscheidung erst vor wenigen Tagen gefallen“, betonte er. Mitte Mai hatte zunächst der ORF online berichtet, dass Stöger der nächste Rapid-Trainer sein werde. Wenig später meldeten das auch andere Medien.
Rapid-Geschäftsführer Steffen Hofmann sagte, er freue sich auf die Zusammenarbeit. Stöger erinnere ihn an Josef Hickersberger, den er „als Trainer und Mensch außerordentlich schätze“. Hickersberger war einst sowohl bei der Austria als auch bei Rapid Spieler und später Trainer – das Gleiche gilt nun für Stöger.
Erfolgreiche Karriere als Trainer
Stöger zählt zu den profiliertesten Fußballtrainern Österreichs. Seine Laufbahn an der Seitenlinie begann er 2005 bei der Wiener Austria. Nach weiteren Stationen, darunter der First Vienna FC, der Grazer AK und der SC Wiener Neustadt, kehrte er 2012 zur Austria zurück und führte die „Veilchen“ in der Saison 2012/13 mit einem damaligen Punkterekord zum Meistertitel.Als Spieler stand er zwischen 1995 und 1998 in 113 Pflichtspielen für Rapid auf dem Feld.
Im Sommer 2013 übernahm Stöger nach dem Meistertitel mit Austria Wien den deutschen Traditionsklub 1. FC Köln, den er gleich in seiner ersten Saison zurück in die Bundesliga führte. Unter seiner Leitung qualifizierte sich der Verein 2017 erstmals seit 25 Jahren wieder für den europäischen Wettbewerb.
Im Dezember 2017 wurde er Cheftrainer von Borussia Dortmund. Trotz schwieriger Ausgangslage stabilisierte er das Team und erreichte am Saisonende den vierten Platz, der zur Teilnahme an der UEFA Champions League berechtigte.
Kurzes Unterfangen in Ungarn
Nach einer kurzen Auszeit kehrte Stöger 2019 als Sportvorstand zur Wiener Austria zurück und übernahm 2020 erneut das Traineramt. 2021 folgte ein Engagement beim ungarischen Spitzenklub Ferencváros Budapest, das jedoch im Dezember desselben Jahres endete.
Zuletzt war Stöger als Sportdirektor bei Admira Wacker sowie als Sky-Experte tätig.
Bildergalerie: Die Trainerstationen von Peter Stöger
(APA/Red.) / Bild: GEPA