Ohne Ausbildungsentschädigung: Verliert Rapid Ljubicic zum Nulltarif?

Sollte Kapitän Dejan Ljubicic den SK Rapid Wien im Sommer ablösefrei verlassen, würden die Hütteldorfer keine Ausbildungsentschädigung mehr für ihr Eigengewächs kassieren. Das bestätigte Rapid-Sportdirektor Zoran Barisic dem „Kurier“.

„Da Dejan im Oktober 23 Jahre alt wurde, würden wir nichts mehr bekommen“, sagte Barisic. Damit würde Rapid neben der fehlenden Ablöse auch die Ausbildungsentschädigung in Höhe von etwa 500.000 Euro bei einem Auslandswechsel nicht erhalten.

Finanziell gesehen besonders bitter: Vor etwas mehr als einem Jahr hatte Rapid Ljubicic eigentlich schon für rund drei Millionen Euro in die MLS zu Chicago Fire verkauft, ehe die amerikanischen Ärzte bei Ljubicic eine angebliche Kreuzbandverletzung diagnostizierten und der Wechsel doch noch platzte.

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Rechnet man die Transfersumme sowie die Ausbildungsentschädigung, die Rapid vor einem Jahr noch bekommen hätte, zusammen, entgingen Rapid dadurch rund 3,5 Millionen Euro. Geld, das man in der aktuellen Situation gut hätte gebrauchen können.

Eine kleine Restmöglichkeit, doch von einem Ljubicic-Transfer zu profitieren, bleibt: Wenn man mit Ljubicic´ neuem Verein eine Weiterverkaufsgebühr aushandelt, könnte Rapid von zukünftigen Transfers doch noch ein kleines Stück vom Kuchen abbekommen.

Rapid hofft auf Vertragsverlängerung

Trotzdem hat Rapid die Hoffnung auf einen Verbleib von Ljubicic, der seit 15 Jahren das Trikot von Rapid trägt, noch nicht ganz aufgegeben.

Laut „Kurier“ habe man der Spieler-Seite ein für Corona-Verhältnisse sehr gutes Angebot vorgelegt. Ljubicic-Manager Max Hagmayr sei aber auch mit mehreren Vereinen aus dem Ausland im Gespräch.

„Klar ist, dass viele Klubs einen wesentlich höheren Verdienst anbieten können. Außerdem wissen wir nicht einmal, ob wir ab Sommer mit Zuschauern planen können. Das trifft Vereine, für die Fans einen wichtigen Anteil am Budget haben, besonders“, schildert Sportdirektor Barisic die Situation.

Sollte es zwischen den Parteien zu keiner Einigung mehr kommen, könnte Ljubicic die Grün-Weißen am Sonntag im Derby gegen Austria Wien (ab 16.30 live auf Sky Sport Austria 1 – streame das Spiel mit dem Sky X Traumpass live) zum ersten und zugleich letzten Mal als Kapitän aufs Feld führen. Im Hinspiel (1:1) fehlte er verletzt, zudem ist noch nicht sicher, ob Austria Wien den Sprung in die Meistergruppe schafft.

https://www.skysportaustria.at/rapid-kapitaen-ljubicic-aeussert-sich-zu-seiner-zukunft/

Bild: GEPA