GRAZ,AUSTRIA,22.NOV.20 - ICE HOCKEY - ICE Hockey League, Graz 99ers vs EHC Black Wings Linz. Image shows Oliver Setzinger (99ers). Photo: GEPA pictures/ Mario Buehner

Oliver Setzinger: „Die Tore, die wir ihnen gegeben haben, sind Geschenke“

via Sky Sport Austria
  • Thomas Koch: „Das Spiel ist nochmals eng geworden, wir sind cool geblieben, haben an uns geglaubt und gezeigt, dass wir auch das verkraften“
  • Bernd Vollmann über die Entlassung von Doug Mason: „Part oft the business – wie man so schön sagt“
  • Bernd Brückler über die Graz99ers: „Man merkte ihnen noch an, dass sie zu Mitternacht aufs neue Jahr angestoßen haben.“

Die Moser Medical Graz99ers verlieren den Neujahrs-Klassiker gegen den EC-KAC mit 2:6. Die Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria.

Moser Medical Graz99ers – EC-KAC 2:6 (0:2, 1:1, 1:3)

Jens Gustafsson (Head Coach Graz99ers):
…vor dem Spiel über sein Debüt als Head Coach im letzten Spiel und über das heutige Spiel: „Ich denke, das Spiel war ganz okay, aber natürlich gibt es noch viel zu verbessern. Aber nach diesen vielen Niederlagen war es ein gutes Spiel von uns, aber trotzdem hatte man das Gefühl, dass das Team Angst vor dem Sieg, aber natürlich auch Angst vor der Niederlage hatte. Wir wollen noch einiges verbessern und das gelingt uns hoffentlich schon heute.“

Oliver Setzinger (Graz99ers):
…nach dem Spiel: „Wir haben gewusst, dass sie härter kommen werden, als in Klagenfurt. Bis zum 2:3 hat es eigentlich ziemlich vielversprechend für uns ausgesehen, aber dann am Schluss haben wir leichte Tore hergegeben, die wir definitiv nicht zulassen dürfen, aber es passiert. Wir müssen weiterschauen.“

…auf die Frage, wo die Gründe für die heutige Niederlage liegen: „Wir waren definitiv in der Defensive viel zu schwach. Die Tore, die wir ihnen gegeben haben, sind Geschenke. Es war nicht so, dass sie irgendwas super gemacht haben. Sie haben einfach hart gearbeitet, wie sie es immer tun. Einfach viel zu leicht. Das müssen wir bis zum nächsten Spiel ändern.“

Philipp Lindner (Graz99ers) in der zweiten Drittelpause:
…über das bisherige Spiel und vor dem letzten Drittel: „Wir müssen schauen, dass wir hinten wieder solider spielen und die zwei Tore aufholen. Wir haben noch 20 Minuten Eishockey und zwei Tore zum Aufholen.“

Bernd Vollmann (Manager Graz99ers) vor dem Spiel und nach dem ersten Drittel:
…über die Gründe für die Entlassung von Ex-Graz99ers Head Coach Doug Mason: „Ich glaube, die Gründe waren relativ offensichtlich. Wir haben innerhalb von 12 Matches 11 verloren. Es war eine sehr harte Entscheidung, die wirklich nicht sehr leichtgefallen ist und es war auch ein bisschen Emotion dabei, wie ich Doug Mason leider kündigen musste. Aber aufgrund des Maßnahmenplans, den wir seit 2015/16 für solche Personalentscheidungen haben, wo wir auch externe Experten hinzugezogen haben, war es leider unausweichlich. Wir haben da eine Matrix und nach dieser ist am 26.12. dann recht eindeutig herausgekommen, dass wir einen Trainerwechsel vollziehen müssen.“

…auf die Frage, wie Doug Mason die Nachricht aufgenommen habe: „Sehr professionell. Ich glaube, im Innersten hat er schon etwas gespürt. Als Trainer weißt du natürlich auch, wenn du aus 12 Partien 11 verlierst, dass dann sowas irgendwann kommen wird. Er hat es sehr professionell aufgenommen. Part oft the business – wie man so schön sagt.“

…auf die Frage, warum Jens Gustafsson die Nachfolge antritt: „Logische Konsequenz. Jens war sowieso vorgesehen, als Nachfolger im Sommer. Wir haben mit Jens schon vor zwei Jahren das Gespräch geführt, dass er als Nachfolger von Doug Mason geplant ist. Er ist der Taktikfuchs bei uns, hat in den letzten zwei Jahren sehr viel mitkreiert. Jetzt ist es so weit, dass Jens Gustafsson den Head Coach macht. Wir haben beim ersten Match schon leichte Veränderungen gesehen, die uns unabhängig vom Ergebnis, gefreut haben. Wenn nicht alles schief geht – man weiß es bei diesem Sport nie – dann ist Jens Gustafsson ziemlich sicher nächstes Jahr auch noch Head Coach.“

Thomas Koch (EC-KAC):
…nach dem Spiel über das kuriose 2:3: „Es war ein komischer Zufall in unserem Powerplay, da sind wir ein bisschen behindert worden und haben das 2:3 bekommen. Es hat uns aber, Gott sei Dank, nicht verunsichert, wir sind am Gas geblieben, haben weiter Chancen kreiert und haben sie auch genützt. Gott sei Dank ist am Ende dann so ein hohes Resultat herausgekommen. (…) Es ist ein gutes Zeichen. Die Mannschaft hat Charakter und kann Niederschläge wegstecken und es war so. Das Spiel ist nochmals eng geworden, wir sind cool geblieben, haben an uns geglaubt und gezeigt, dass wir auch das verkraften. Ein wichtiges Zeichen für unsere Zukunft.“

…auf die Frage, wie positiv man nach diesem Sieg in die Zukunft blicken kann: „Natürlich nehmen wir ein wenig Selbstvertrauen mit, wenn wir auswärts in Graz drei Punkte mitnehmen. Aber das nächste Spiel fängt wieder bei null an. Es wartet wieder ein Derby auf uns. Da müssen wir wieder von Anfang an Vollgas starten und es wird sicher wieder ein harter Kampf werden.“

Lukas Haudum (EC-KAC) nach dem ersten Drittel:
…über das erste Drittel: „Das erste Drittel tut verdammt gut. Die Grazer sind verdammt schwer zu bespielen, speziell in ihrem Drittel. Ich glaube, es ist das Ziel für das weitere Spiel, dass wir länger in ihrer Zone spielen und sie müde machen.“

Bernd Brückler (Sky Experte):
…nach dem Spiel: „Für mich schon ein verdienter Sieg, in der Höhe ist es am Ende vielleicht eine Spur zu hoch, aber in Summe geht der Sieg auf jeden Fall in Ordnung.“

…über die Graz99ers: „Für mich waren die Grazer schon von Anfang an sehr fehleranfällig. Die Pucks haben sie sehr leicht hergegeben, bei den Pässen war kein Nachdruck dabei. Vielleicht merkt man ihnen noch an, dass sie zu Mitternacht aufs neue Jahr angestoßen haben.“

…über das Tor zum 2:6: „Es hätte Abseits geben sollen. Aber es hätte nicht mehr viel an diesem Score geändert.“

…vor dem letzten Drittel: „Der KAC spielt nach wie vor wahnsinnig schnörkellos. Es ist wirklich nur ein Pass und sofort ein Abschluss zum Tor. Das ist die Handschrift des Petri Matikainen, der nach dem letzten Spiel sicher gesagt hat, dass man noch mehr aufs Tor schießen muss. (…) Für Graz ist es wahnsinnig wichtig, hier schnell zu einem Torerfolg zu kommen, damit man auch daran glaubt, dass man hier noch zurückkommen kann. Ein zwei Tore Vorsprung ist im Eishockey eine ganz gefährliche Führung. Es ist auf jeden Fall noch möglich für die 99ers.“

…vor dem Spiel über die Entlassung von Ex-Graz99ers Head Coach Doug Mason: „Ich war schon etwas überrascht, vor allem aufgrund der wirklich tollen Leistungen die Doug Mason als Head Coach
der Graz99ers über die letzten Jahre geboten hat. Und auch heuer waren sie schon so stark und sie hatten doch viele Ausfälle, die man nicht vergessen darf. Andererseits ist es auch nachzuvollziehen, dass die Vereinsführung nach so vielen Niederlagen so eine Entscheidung trifft.”

…vor dem Spiel über den neuen Graz99ers Head Coach Jens Gustafsson: „Jens Gustafsson ist dafür bekannt, dass er sehr detailliert ist, sehr viel Wert auf dieses System legt und er hat in den vergangenen Jahren auch einige hochkarätige Legionäre, vor allem aus Schweden, nach Graz gebracht. Ich traue ihm schon einiges zu. Er ist ein junger, dynamischer Coach, der vielleicht etwas anders arbeitet als ein Doug Mason. Wunder wird er natürlich keine bewirken können, aber gleich die erste Handschrift war, einen Felix Nußbacher im Tor zu bringen und so wieder für Aufschwung zu sorgen. Er hat es ihm auch mit einem Sieg zurückgegeben.“

Bild: GEPA