Photos show the National Alpine Skiing Center, the site of the Beijing Winter Olympics at Xiaohaituo Mountain in Yanqing District, Beijing, China, 11 January 2021. It passes the site inspection certification of the International Snow Federation and is ready to hold the competition. First look at Beijing Winter Olympics in 2022 - National Alpine Skiing Center PUBLICATIONxNOTxINxFRA 1115212890162593963

Olympische Spiele: Pisten mit bunten Namen sind Neuland für alle

via Sky Sport Austria

Elf Kilometer Skipisten und drei Liftanlagen stehen der schneesportbegeisterten chinesischen Bevölkerung im 2019 eröffneten Skigebiet des Xiaohaituo Mountains nördwestlich von Peking zur Verfügung. Normalerweise, denn längst sind die Anlagen für die Olympischen Spiele gesperrt.

Matthias Mayer, Alexander Aamodt Kilde, Mikaela Shiffrin und Co. betreten dabei Neuland, Videoaufnahmen geben ungefähre Kenntnis der Topografie. Der Schnee soll jenem in Nordamerika gleichen.

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Olympiasieger Bernhard Russi baute die Abfahrtsstrecke

Mayer weiß, dass es auf der Abfahrtstrecke „im oberen Teil ein bisserl wellig dahingeht“, dann komme ein längerer steilerer Hang und zum Schluss noch einmal „ein Gleitstückerl ins Ziel“. Interessant sehe das aus, findet der Kärntner. Bernhard Russi, der Olympiasieger von 1972, konzipierte die Abfahrtsstrecke in Yanqing gemeinsam mit seinem eidgenössischen Landsmann Didier Defago. Beat Feuz und Marco Odermatt soll sie entgegenkommen, sagte er Schweizer Medien. „Die Piste ist auf beide zugeschnitten. Nicht beide haben an den gleichen Stellen Vorteile.“

Im ersten Abschnitt mit den Hochgeschwindigkeitskurven habe Feuz Vorteile. „Die erste Schlüsselstelle mit vier engen Richtungsänderungen kommt Odermatt entgegen. Im Mittelteil mit den Sprüngen sind sie gleichauf. Im Schlussteil mit den vielen Kurven sehe ich wiederum Odermatt im Vorteil“, erklärte Russi und fügte hinzu: „Aber es gibt neben Feuz und Odermatt nach wie vor ein paar andere Verdächtige. Es gibt mindestens ein halbes Dutzend Topfavoriten. Ich denke an Matthias Mayer, an Vincent Kriechmayr oder an Dominik Paris.“

Kritiklos passierte der Bau des Skigebietes in der atemberaubenden Waldregion, in der die geschützten Arten Steinadler, Kaiseradler, Amurleopard und Schwarzstoch leben, nicht. Erst musste der Schutzumfang des Beijing Songshan National Nature Reserve angepasst werden, das Projekt wurde schließlich 2017 genehmigt. Die Anlage heißt offiziell und übersetzt Nationales Alpinzentrum. Im Februar 2019 waren Weltcup-Rennen geplant, die wegen der beginnenden Coronavirus-Pandemie aber abgesagt wurden, auch im Vorwinter war kein Testevent möglich.

Vorläufer testen für Kurssetzung

Der Internationale Skiverband in der Person von FIS-Speed-Renndirektor Hannes Trinkl reiste als Vorhut bereits dieser Tage nach Peking an. Mit dabei sind auch einige hocherprobte Vorläufer, die als Testpiloten über die Piste gehen werden, was freilich beispielsweise bei der Kurssetzung helfen wird und um nochmals abzuschätzen, ob die Sprünge nicht zu weit gehen.

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Drei der vorhandenen Pisten werden für die olympischen Bewerbe genützt, höchster Startpunkt ist am Gipfel des Berges jener für die Männer-Abfahrt in 2.179 m Höhe, das Ziel liegt auf 1.285 m, die Kurslänge wird mit 2.950 m angegeben. Die Frauen starten ihr schnellstes Rennen bei 2.050 und haben 2.620 m vor sich. Auf dieser „Rock“ genannten Strecke finden auch die beiden Super-G und die Kombiabfahrten statt.

Die in der nähe liegende technische Strecke heißt „Ice River“, höchster Punkt ist jener vom Riesentorlauf-Start der Männer in 1.920 m, Ziel für beide Riesentorläufe und Slaloms ist bei 1.500 m. Die kurze Strecke für den Teambewerb wurde „Rainbow“ genannt. Kommod für die Athleten und Athletinnen: vom Speed- und Technik-Zielraum geht es jeweils per Gondel direkt ins Olympische Dorf.

(APA) / Bild: Imago