INNSBRUCK,AUSTRIA,27.DEC.16 - LUGE - OERV, Oesterreichischer Rodelverein, photo shooting. Image shows Rene Friedl (AUT). Photo: GEPA pictures/ Andreas Pranter

Olympische Winterspiele: Österreichs Rodler reisen in zwei Etappen nach China

via Sky Sport Austria

Nach dem Weltcupfinale und den Europameisterschaften in St. Moritz ist für Österreichs Kunstbahnrodler großes Packen angesagt gewesen. Mit einer Logistikfirma wird das Material in großen Transportkisten Richtung China zu den Olympischen Spielen geschickt. Die Einsitzer-Athleten reisen am Freitag mit einem Direktflug ab Wien an, die Doppelsitzer folgen am nächsten Montag. Auf dem Programm werden vier Bewerbe stehen, die Hoffnung auf künftig sechs Medaillenentscheidungen lebt.

Weil man aufgrund der Corona-Pandemie und der Restriktionen wenig Bewegungsspielraum rund um den Eiskanal und das angrenzende Olympische Dorf in Yanqing hat, reisen die Rodler getrennt an. Die Männer-Einsitzer sind am 5./6. Februar im Einsatz, die Frauen am 7./8., die Doppelsitzer am 9. und die Teamstaffel ist für 10. angesetzt. „Mit der gestaffelten Anreise wird die Zeit nicht zu lange“, erklärte Cheftrainer Rene Friedl, der wie seine in dieser Saison sehr erfolgreichen Schützlinge große Vorfreude verspürt. „Olympia ist für alle ein ganz eigenes Rennen.“

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Bei den Winterspielen sind die Trainingspläne strikt und die Gruppen der Athletinnen und Athleten getrennt. Der ÖRV ist gut aufgestellt. Zu den zehn Aktiven kommen elf Betreuer – inklusive Verbandspräsident und Legende Markus Prock, der nicht als Repräsentant dabei ist, sondern sich als Coach an der Bahn in den Dienst der Sache stellt. Zu tun gibt es für alle genug – Videoaufnahmen an den Schlüsselstellen müssen gemacht, die Schlitten präpariert, die Körper physiotherapeutisch behandelt und die Medien betreut werden.

Sechs Renntage lang beanspruchen die Rodler den Eiskanal, den sie sich mit Bobfahrern und Skeletonis teilen. Die Besonderheit bei Winterspielen ist, dass die Einsitzer-Entscheidungen in vier Läufen und nicht wie sonst immer zwei entschieden werden. „Das ist die Herausforderung, diese Nacht dazwischen. Das kann im Vorfeld schwer nachempfunden werden und kommt auch drauf an, in welcher Position man nach dem ersten Tag ist“, sagte Friedl zur APA – Austria Presse Agentur. Man könne dies nicht proben und müsse mit der Situation zurechtkommen.

Der Modus sei ein besonderer Kick und mache es für Athleten und Zuschauer noch mal interessanter. Angesprochen auf die Frage, ob diskutiert werde, auf zwei Läufe zu reduzieren, meinte Friedl, dass es eine Zeit des Umbruchs sei und auch das IOC versuche, einige Dinge zu ändern. „Von Rodelseite wollen wir noch den Sprintbewerb ins Programm bringen, vielleicht müssen wir uns dafür von dem Modus mit vier Läufen trennen. Etwas werden wir dem IOC anbieten müssen. Es wäre eine Win-win-Situation. Man könnte mit den Sprints an einem Tag so sogar einen Tag einsparen.“

Alle vier Jahre genau eine Medaillenchance zu haben und vielleicht noch im Teambewerb dabei zu sein, sei sehr hart. „Einmal quergestanden in der Bahn und der Traum ist vorbei“, weiß Friedl. Vor vier Jahren waren die Spiele in Pyeongchang mit Gold für David Gleirscher, Silber für die Doppelsitzer Peter Penz/Georg Fischler und Bronze für die Teamstaffel mit D. Gleirscher, Penz/Fischler und Madeleine Egle äußerst erfolgreich verlaufen.

(APA) / Bild: GEPA