EBREICHSDORF,AUSTRIA,24.SEP.19 - SOCCER - UNIQA OEFB Cup, ASK Ebreichsdorf vs FC Admira Wacker Moedling. Image shows the team of Ebreichsdorf. Photo: GEPA pictures/ Michael Meindl

Paukenschlag! Regionalligist zieht sich in die Gebietsliga zurück

von Thomas Polzer

Paukenschlag in der Regionalliga Ost. Der Tabellendritte der abgelaufenen, abgebrochenen Saison ASK Ebreichsdorf zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der dritthöchsten Spielklasse Österreichs zurück.

In der nächsten Saison werden sie den Platz der zweiten Mannschaft in der Gebietsliga Süd/Südost (6. Spielklasse) einnehmen. Die Niederösterreicher verzichteten übrigens in der Vorsaison, trotz des errungenen Meistertitels auf den Aufstieg in die 2. Liga.

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“Wir werden ab der Saison 2020/21 auf eine Teilnahme in der RLO verzichten, und unsern Platz ohne weitere Bedingungen zur Verfügung stellen. Der gesamte Vorstand steht hinter dieser Entscheidung und es werden alle in Ihren Positionen weiter für den ASK tätig sein. In den nächsten Tagen werden wir den neuen Trainerstab für die Gebietsliga verpflichten und eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen damit wir euch auch zukünftig attraktive Spiele auf einem vernünftigen Niveau zeigen können. Immer aus der Sicht, so viele Eigenbauspieler wie möglich aus der eigenen Jugend einsetzen zu können”, heißt es in einem Brief (den ganzen Text im Wortlaut findet ihr unten) des Obmanns Erich Hietz an die ‘Familie und Freunde’ des niederösterreichischen Klubs.

Damit endet eine “kitschige” Erfolgsgeschichte. Innerhalb von wenigen Jahren katapultierte sich der Klub aus dem 11.000 Einwohnerort von der Gebietsliga in die Regionalliga Ost, wo man seit dem Aufstieg im Jahr 2015 immer in den ‘Top 5’ landete. Der größte Erfolg war der bereits erwähnte Meistertitel in der Saison 2018/19. Ebreichsdorf machte sich aber vor allem durch starke Auftritte im ÖFB Cup einen Namen in Fußball-Österreich. In den letzten Jahren wurden mit dem Wolfsberger AC, SCR Altach und der Admira gleich drei Bundesligaklubs ausgeschaltet.

Wer übernimmt den Platz in der RLO?

Wer den Platz von Ebreichsdorf in der Regionalliga übernehmen wird, ist noch nicht geklärt. In der niederösterreichischen Landesliga lag der SC Retz, sowohl nach der Hinrunde, als auch zum Zeitpunkt des Abbruchs, einen Punkt vor dem ASK Kottingbrunn, an der Tabellenspitze.

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Der Brief des Obmanns im Wortlaut

Liebe Familie und Freunde des ASK Ebreichsdorf!

Die Geschichte des ASK der letzten zehn Jahre schreibt sich wie ein kitschiges Märchen. Ein Erfolg jagte den nächsten, Meister in der Gebietsliga, im dritten Jahr Meister in der zweiten Landesliga und im darauffolgenden Jahr sofort wieder Meister in der ersten Landesliga und Aufstieg in die Regionalliga.

In der Regionalliga angekommen konnte unsere Mannschaft nicht nur mitspielen, sondern zeigte auch hier einen sehr attraktiven offensiven Fußball. Die Höhepunkte in den letzten Jahren waren sicher die Cupspiele gegen WAC, Sturm Graz, Altach und zweimal gegen die Wiener Austria. Natürlich muss ich auch noch das Spiel gegen Salzburg in die Erfolgsgeschichte aufnehmen.

Den mit Abstand größten Erfolg feierten wir aber sicher im letzten Jahr mit dem Meistertitel in der Regionalliga Ost. Ein Aufstieg in die 2.Liga war nicht möglich, da es mit der vorhandenen Infrastruktur nicht möglich ist. Unter diesem ständigen Druck die gewohnten Erfolge immer wieder zu wiederholen bzw. noch erfolgreicher zu werden sind auch einige Dinge auf der Strecke geblieben.

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Durch das Coronavirus (COVID-19) und den damit verbundenen Einschränkungen, hatten wir Zeit die Situation genauer zu betrachten und uns zu überlegen wo wir den ASK Ebreichsdorf in den nächsten Jahren sehen wollen.

Was ich hier besonders herausstreichen möchte ist die Weiterführung einer qualitativen sehr hochwertigen Jugendarbeit, und unseren Jugendspielern auch anschließend die Möglichkeit geben zu können in einer unseren Kampfmannschaften zu spielen.

Natürlich haben wir auch die ungewisse wirtschaftliche Entwicklung aufgrund der Corona-Situation, in unsere Überlegungen mit einbauen müssen. Wir sind und waren immer schon ein wirtschaftlich gesunder Verein und wollen das auch in Zukunft bleiben. Einige unserer Sponsoren mussten Ihre Arbeiter und Angestellte in Kurzarbeit schicken oder sogar kündigen. Keiner kann genau sagen wie sich das weiter entwickeln wird.

Es gibt aus heutiger Sicht bis Ende August kein Training und bis es wieder einen regulären Spielbetrieb für alle Ligen gibt kann uns in den nächsten Wochen sicher auch niemand sagen.

Daher haben wir folgende Entscheidungen getroffen.

Wir werden ab der Saison 2020/21 auf eine Teilnahme in der RLO verzichten, und unsern Platz ohne weitere Bedingungen zur Verfügung stellen.
Der gesamte Vorstand steht hinter dieser Entscheidung und es werden alle in Ihren Positionen weiter für den ASK tätig sein. In den nächsten Tagen werden wir den neuen Trainerstab für die Gebietsliga verpflichten und eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen damit wir euch auch zukünftig attraktive Spiele auf einem vernünftigen Niveau zeigen können. Immer aus der Sicht, so viele Eigenbauspieler wie möglich aus der eigenen Jugend einsetzen zu können.

Es kann sich jeder von Euch sicher sein, dass uns diese Entscheidung nicht leichtgefallen ist, sind aber nach langen Diskussionen und abwägen aller möglichen Alternativen überzeugt, wie schon in den vergangenen Jahren wieder eine richtige Entscheidung getroffen zu haben.

In diesem Sinne hoffen wir auch weiterhin auf eure Unterstützung und freuen uns schon Euch im Sportzentrum wieder begrüßen zu dürfen.

Erich Hietz
Obmann ASK Ebreichsdorf

—Ende—

Bild: GEPA