Verletzungs-Drama um Djokovic – Sinner neue Nummer eins

Für einen Paukenschlag hat Novak Djokovic am Dienstagnachmittag mitten im Viertelfinalmatch der French Open von Jannik Sinner gegen Grigor Dimitrow gesorgt. Der 37-jährige Weltranglisten-Erste musste nach seinem unter Schmerzen noch in fünf Sätzen gewonnenen Achtelfinale gegen Francisco Cerundolo (ARG) vom Montag einen Tag später seinen Rückzug aus dem Turnier bekanntgeben. Bei einer MRT wurde eine Meniskusverletzung im rechten Knie festgestellt.

Damit wurde Sinner noch auf dem Platz zur neuen Nummer eins im Welttennis. Und dies ehe er erstmals ins Halbfinale der French Open einzog. Sinner besiegte den Bulgaren Grigor Dimitrow nach zweieinhalb Stunden mit 6:2,6:4,7:6(3). „Ich habe heute eine sehr solide Vorstellung gezeigt“, sagte Sinner, der erst danach von den Geschehnissen rund um Djokovic erfuhr. „Was kann ich sagen. Es ist der Traum von jedem Spieler, Nummer 1 der Welt zu werden. Aber das Novak zurückgezogen hat, ist für alle enttäuschend.“

Der Südtiroler wird ab Montag als erster Italiener in der Geschichte des ATP-Rankings auf den „Thron“ klettern. Auch ohne die Verletzung hätte Sinner ein Finaleinzug unabhängig von Djokovic dazu gereicht. Profiteur der Absage ist auch der Norweger Casper Ruud. Der Vorjahresfinalist erspart sich am Mittwoch das Viertelfinale und wartet im Semifinale auf den Sieger des Duells zwischen Olympiasieger Alexander Zverev (GER-4) und Alex De Minaur (AUS-11).

Djokovic hatte schon nach seinem mit letzter Kraft und mit der Höchstdosis an Schmerzmitteln errungenen Achtelfinalsieg über Cerundolo angekündigt, dass er nicht weiß, ob er zum Viertelfinale antreten kann. Djokovic hatte erklärt, dass er schon einige Wochen eine Verletzung habe und diese beim Ausrutschen auf dem Platz im zweiten Satz gegen Cerundolo aufgeflammt sei. Damit kann Djokovic also wie schon in Australien sein großes Ziel, seinen Major-Rekord auf 25 Titel auszubauen, nicht erreichen. Djokovic leide „an einer Läsion des medialen Meniskus im rechten Knie“.

Es ist noch nicht bekannt, ob sich der Serbe dafür auch einer Operation unterziehen muss. Sein Antreten in vier Wochen beim nächsten Major in Wimbledon scheint jedenfalls sehr fraglich.

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(APA) / Artikelbild: Imago