WINDISCHGARSTEN,AUSTRIA,06.JUN.19 - SOCCER - OEFB international match, Under-20, Austria vs Switzerland, test match. Image shows assistant coach Heimo Pfeifenberger (AUT). Photo: GEPA pictures/ Harald Steiner

Pfeifenberger zurück in Heimat: „Fußball hat im Moment keinen Stellenwert“

via Sky Sport Austria

Seit Sonntag ist auch Trainer-Legionär Heimo Pfeifenberger wieder in Österreich. Die Schutzmaßnahmen der litauischen Regierung vor dem Coronavirus haben dem Trainer des litauischen Meisters FK Suduva Marijampole eine ungeplante und überraschende Reise in die Heimat beschert.

„Alles ist so schnell gegangen. Der Vereins-Präsident hat uns am Samstag um 22 Uhr informiert, dass die Regierung am kommenden Tag alles komplett dicht macht und hat alle ausländischen Spieler und Betreuer heim zu den Familien geschickt. Wir konnten im letzten Abdruck das Land verlassen“, berichtet Pfeifenberger im Gespräch mit Sky.

Im AUA-Flieger von Vilnius nach Wien saßen auch seine Landsleute Thomas Salamon und Daniel Offenbacher, die gemeinsam mit ihrem Trainer die Heimreise antraten: „Im Flieger wurden extra Sitze frei gelassen, damit genug Abstand zu den anderen Passagieren war. Auch auf den beiden Flughäfen ist alles ruhig abgelaufen.“

„Ernst der Lage erkannt“

Der 53-Jährige, der erst Anfang dieses Jahres sein „Abenteuer“ im südlichsten der drei baltischen Staaten angetreten hat, begrüßt das rasche und strikte Handeln der Litauer in Sachen Coronavirus: „Sie haben nicht viele Fälle, aber den Ernst der Lage erkannt und reagiert. Das ist absolut richtig.“

Das Land steht seit Montag für zwei Wochen unter Quarantäne, niemandem ist es seither erlaubt, es zu verlassen. Litauische Staatsbürger aus dem Ausland wurden zuvor heimgeholt.

Für Pfeifenberger heißt es Abwarten. Der Untersberg bei Grödig liefert Heimatgefühl und frische Luft. Seine Spieler haben via Facebook ein Heimprogramm geschickt bekommen. „Aber es gibt keine Pulsuhren. Ich kann nur hoffen, dass sie es machen.“

Völlig offen ist auch, wann der „Salzburger Jahrhundertfußballer“ zurück nach Litauen kann und wie es dann sportlich weitergeht. „Wenn du aus einem Risikogebiet kommst, droht Quarantäne. Wir haben mehr als die Hälfte ausländische Spieler im Kader. Wir könnten vielleicht gar nicht spielen.“

In der Sechserliga (!) mit Ganzjahres-Meisterschaft (30 Runden) ist aber erst eine Runde gespielt. Es wird sogar darüber nachgedacht, dass nach einer weiteren Vorbereitung gänzlich neu mit dem Ligabetrieb gestartet wird. Auch der Termin für die Champions-League-Qualifikationsspiele ist vakant.

„Es zählen andere Dinge“

All das ist für Pfeifenberger, der über die sozialen Medien auch in Litauen unter anderem viel über die dramatischen Zustände in Italien mitbekommen hat, derzeit ohnehin nebensächlich: „Es zählen andere Dinge. Fußball hat im Moment keinen Stellenwert.“

Artikelbild: GEPA