Pfosten, Latte, Meilenstein! Lewandowski schreibt nach Schuh-Trick Geschichte

Der FC Bayern lässt in Bremen nichts anbrennen und festigt mit dem 3:1-Erfolg die Tabellenführung. Weltfußballer Robert Lewandowski hat dabei einen außergewöhnlichen Arbeitstag erlebt und wieder einmal Geschichte geschrieben.

Lange sah es danach aus, dass Lewandowski zum ersten Mal seit dem 5. Februar ohne eigenen Treffer auskommen muss. Der polnische Superstar scheiterte am Pfosten, an der Latte und am starken Bremen-Keeper Jiri Pavlenka. Es sollte einfach nicht sein.

In der 67. Minute war es dann aber doch soweit: Nach einer Ecke fälscht Werder-Verteidiger Augustinsson den Ball direkt vor die Füße des Polen ab. Lewandowski ließ sich nicht zweimal bitten und schob aus kurzer Distanz ein. Der Bann war gebrochen.

Bayern-Trainer Hansi Flick über den Schuh-Wechsel von Robert Lewandowski

Neues Glück mit neuem Schuhwerk?

Kurios: Lewandowski drehte erst richtig auf, nachdem er in der Halbzeit das Schuhwerk gewechselt hatte. „Die gelbe Farbe war nicht mehr ganz am Fuß“, witzelte Bayern-Trainer Hansi Flick nach dem Spiel. „Im Training macht er das aber immer so. Vielleicht hat er in der Halbzeit gedacht, dass er die Schuhe lieber mal tauschen soll.“ Die Entscheidung sollte sich auszahlen.

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Gut möglich, dass Lewandowski nach einem unglücklichen ersten Durchgang einen neuen Impuls setzen wollte. Bereits in der ersten Minute krachte es im Mittelfeld, als Ömer Toprak dem Polen unabsichtlich ins Gesicht gegriffen hat. Der Bayern-Star musste folglich am linken Auge behandelt werden – konnte nach kurzer Behandlungspause aber weitermachen. In der zweiten Halbzeit sollte er nach dem Schuhwechsel richtig aufdrehen und wieder einmal für Furore sorgen.

Lewandowski holt Fischer ein und jagt Müller

Lewandowski erzielte sein 268. Bundesliga-Tor und zog damit mit Schalke-Legende Klaus Fischer gleich, teilt sich damit den zweiten Platz in der ewigen Torjägerliste. „Ich kann ihm nur Komplimente machen“, würdigte Trainer Flick. Vor ihm steht mit 365 Toren nur noch Sturm-Ikone Gerd Müller – der Bomber der Nation.

Ein weiterer Rekord könnte bald purzeln: Mit 32 Treffern ist Lewandowski der historischen Bestmarke des Bombers von 40 Toren (1971/72, Anm. d. Red.) in einer Saison weiterhin auf der Spur. Lange galt der Rekord als uneinholbar, hält der polnische Superstar jedoch seine Form und bleibt verletzungsfrei, könnte die Marke fallen. Dem Stürmer bleiben neun Spieltage. Gegen Bremen hätten – wäre da nicht das Aluminium – mindestens drei weitere Treffer dazukommen können. Das wird ihn mit Sicherheit ärgern.

Kurz vor Schluss bekam Lewandowski sogar eine verdiente Verschnaufpause. Sein ereignisreicher Arbeitstag endete in der 79. Minute – standesgemäß nach einem Pfostentreffer. Für die letzten Minuten kam Eric Maxim Choupo-Moting in die Partie. Ohne ihren Superstar kassierten die Bayern kurz vor Schluss noch den 3:1 Anschlusstreffer.

https://www.skysportaustria.at/lewys-historischer-treffer-kroent-bayern-sieg-in-bremen/

Konzentriert und aggressiv zum Dreier

Am Ende war Werder mit dem Ergebnis noch gut bedient, meinte auch Trainer Flick: „Es war ein ungefährdeter und mehr als verdienter Sieg. In der zweiten Halbzeit hätte er durchaus höher ausfallen können.“ Im Gegensatz zum Dortmund-Spiel waren die Bayern von der ersten Minute an fokussiert, konzentriert und aggressiv. „Wir hatten eine gute Positionierung auf dem Platz und haben den Gegner nach Ballverlust unter Druck setzen können“, so Flick.

Unter dem Strich stehen ein überzeugender Auswärtsdreier und der vierte Pflichtspielsieg in Folge, mit dem der Rekordmeister die Tabellenführung gewahrt und gegenüber Verfolger RB Leipzig auf fünf Punkte ausgebaut hat. Die Roten Bullen können allerdings am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt (ab 14.30 live und exklusiv auf Sky Bundesliga 1) nachziehen.

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Für das Team von Trainer Hansi Flick geht es nun am Mittwoch in der Champions League (ab 19.30 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport) um den Einzug in das Viertelfinale – das Erreichen sollte aufgrund des 4:1-Hinspielergebnisses bei Lazio Rom allerdings nur noch Formsache sein. Im Anschluss möchten die Bayern in der Bundesliga gegen den VfB Stuttgart nachlegen und den nächsten Schritt in Richtung neunter Meisterschaft in Serie machen.

Fest steht: In der aktuellen Verfassung sind die Münchener für jeden Gegner nur schwer zu stoppen – vor allem dank ihres rekordhungrigen Weltfußballers Robert Lewandowski.

(SkySport.de)

Beitragsbild: Imago