Piastri beeindruckt in noch junger Saison als Seriensieger

Der Australier Oscar Piastri entwickelt sich in der Formel 1 zum Seriensieger. Am Sonntag in Miami gewann der 24-Jährige sein drittes Rennen in Folge, nur sein McLaren-Teamkollege Lando Norris konnte Schritt halten.

Eine richtig gute Chance auf Platz eins hatte der Brite aber nicht. Nach seinen Erfolgen in Bahrain, Saudi-Arabien und nun in Florida sowie jenem im März in Shanghai hat Piastri 16 Punkte Vorsprung und deren 32 auf Titelverteidiger Max Verstappen im Red Bull.

Piastris Bonus auf Norris ist noch klar zu gering, dass sich McLaren Gedanken über eine Stallorder machen müsste. Doch im Gegensatz zur Leistung des Siegers war Teamchef Andrea Stella mit der von Norris nicht uneingeschränkt zufrieden: „Es wäre klüger gewesen, wenn er in der ersten Runde eher nachgegeben und sich die Führung von Max später geholt hätte.“ Stella bezog sich auf ein anfängliches Manöver von Norris, aufgrund dessen er sich von Startplatz zwei kommend nach der ersten Runde auf Position sechs wiedergefunden hat.

“Das Ergebnis von unglaublich harter Arbeit“ – Piastri lobt Team

Piastri hingegen preschte von Rang vier auf zwei vor und schnappte sich im überlegenen McLaren recht bald danach auch Verstappen. Übergroße Euphorie war nach dem Sieg freilich erneut nicht seine Sache. Der Dank an die Boxencrew musste auch diesmal reichen, mehr war am Funk unmittelbar nach der Zieldurchfahrt nicht zu hören. So hatte er es bei seinen anderen drei Grand-Prix-Siegen in diesem Jahr gehandhabt. Der ruhige, besonnene Fahrer aus Melbourne erledigt seine Arbeit unaufgeregt, zeigt kaum Emotionen, erinnert in seinem Tun an Kimi Räikkönen.

Red Bull verliert immer mehr an Boden

Piastri und der Wagen mit der Bezeichnung MCL39 waren erneut eine Symbiose, die auch für Norris zu gut war. Dessen Landsmann George Russell handelte sich im drittplatzierten Mercedes überhaupt einen Rückstand von mehr als 37 Sekunden auf Piastri ein. Bei Weltmeister Verstappen und seinem Gefolge machte sich nach Rang vier der große Frust breit. Ein Protest gegen Russell, um zumindest noch mit Rang drei zu bilanzieren, wurde abgewiesen.

Die Dominanz des Teams McLaren schlägt den Verantwortlichen der Roten Bullen nicht erst seit diesem Wochenende auf den Magen. Seit Saisonbeginn versuchen sie, den neuen Primus bei den Entscheidungsträgern des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) mit Verdächtigungen anzuschwärzen. Stein des Anstoßes sind die Reifen beziehungsweise deren Temperatur, bei der sich die Techniker der Equipe McLaren auf illegale Weise Vorteile verschaffen sollen. Der Luft in den Walzen soll Wasser beigemischt werden, so der Vorwurf. Die FIA sieht aber keinen Grund zur Beanstandung.

In der Konstrukteurswertung wird die Überlegenheit der McLaren schon bei einem Viertel des heurigen Programms überdeutlich. Nach erst sechs von Rennen und zwei Sprints haben Piastri und Norris bereits 246 Punkte gesammelt, Mercedes mit Russell und dem 18-jährigen Italiener Andrea Kimi Antonelli ist mit 141 Zählern erster Verfolger. 141 Zähler hat auch Red Bull mit Verstappen und Yuki Tsunoda – jedoch als Rückstand auf McLaren. Mit ihren 105 Punkten rangiert der einst unangefochtene Branchenprimus lediglich elf Zähler vor Ferrari (Charles Leclerc, Lewis Hamilton).

Werbung

(APA) / Bild: Imago