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Prevc und Kobayashi bei Tournee Topfavoriten

Während die österreichischen Skispringer ihre Topform aus der vergangenen Saison noch suchen, reisen der Slowene Domen Prevc und Ryoyu Kobayashi aus Japan als Favoriten zur 74. Vierschanzentournee. Beim Auftaktspringen des Schanzen-Spektakels in Oberstdorf am Montag (16.30 Uhr) will das Duo an einen bisher ausgezeichneten Olympia-Winter anschließen. Neben den ÖSV-Adlern um Stefan Kraft zählen auch zwei deutsche Lokalmatadoren zu den größten Herausforderern.

Prevc kommt mit fünf Saisonsiegen und neun Podestplätzen in elf Weltcup-Bewerben als überlegener Gesamtweltcupführender ins Allgäu, wo die Tournee am Sonntag (16.30) mit der Qualifikation startet. Der jüngste von drei Skisprung-Brüdern könnte Historisches schaffen: Denn noch nie gewann ein Brüderpaar den goldenen Adler. Peter Prevc krönte sich 2015/16 zum Tourneesieger, der damals 16-jährige Domen hatte kurz zuvor im Weltcup debütiert. Ein Jahrzehnt später könnte er es seinem Bruder gleichmachen.

„Er hat ein perfekt abgestimmtes Setup, da passt einfach alles zusammen“, lobte Kraft, der als Siebenter des Gesamtweltcups das rot-weiß-rote Team anführt. Prevc sei „brutal schnell“ im Flugsystem, habe das Gefühl für sein Material und wisse, wie er sich rausschmeißen könne, sagte Kraft. „Das muss man neidlos anerkennen.“ Prevc war es auch, der dem Salzburger im März den Skiflug-Weltrekord (254,5 m) in Planica wegschnappte, zuvor hatte er sich in Trondheim WM-Gold von der Großschanze und im Team umgehängt.

Prevc und Kobayashi duellieren wohl um Spitze

Sein größter Widersacher könnte Kobayashi werden, der seiner Serie von fünf Siegen im letzten Bewerb vor der Tournee in Engelberg ein Ende setzte. Kobayashi sei ein „Tournee-Spezialist“, sagte Kraft über seinen langjährigen Rivalen und dreimaligen Tourneesieger (2018/19, 2021/22, 2023/24). Der 29-Jährige war in der laufenden Saison noch nie schlechter als Siebenter, zudem kommt ihm die Erfahrung von neun Tournee-Starts entgegen.

Zwei Deutsche könnten sich unterdessen einmischen. Philipp Raimund landete in der laufenden Saison bereits oft auf oder knapp neben dem Stockerl, Felix Hoffmann überzeugte bei der Generalprobe in Engelberg mit den Plätzen zwei und drei. Das Team des Tirolers Stefan Horngacher, der sein Amt als deutscher Cheftrainer nach der Saison zurücklegen wird, steht rund um den Jahreswechsel aber traditionell besonders unter Druck. Der bis dato letzte Tourneesieger aus dem Nachbarland war Sven Hannawald 2001/02. Frühere Leistungsträger wie Karl Geiger, Andreas Wellinger oder Pius Paschke suchen derzeit teils verzweifelt nach ihrer Form.

ÖSV-Adler können wohl nur überraschen

Für Kraft, der im Vorjahr auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf vor Jan Hörl und Daniel Tschofenig triumphiert hatte, seien Prevc, Kobayashi und Raimund die stabilsten und besten Springer der bisherigen Saison gewesen. „Das muss man klar sagen. Aber das heißt oft noch nichts“, betonte der Pongauer. Das ÖSV-Team fährt jedenfalls in der Außenseiterrolle zum Auftakt nach Deutschland. Titelverteidiger Tschofenig steckt nach einem 34. Platz in Engelberg in der Krise – die Weihnachtspause nutzte der Kärntner vor allem zur Problemsuche im Anlauf und beim Material.

Nach dem historischen Dreifachsieg 2024/25 mit elf von zwölf möglichen Podestplätzen herrscht bei den rot-weiß-roten Hoffnungsträgern eine etwas geringere Erwartungshaltung. Trotzdem ist im ÖSV-Lager Optimismus zu spüren. „Die Schanzen taugen mir, wenn ich mein Gefühl und die Leichtigkeit wieder finde, dann kommt sicher etwas Gutes raus“, betonte Hörl, der wie Kraft eine beliebte und oft wahre Floskel bemühte. „Im Skispringen kann es schnell gehen.“ Das hofft neben den Österreichern auch der Slowene Anze Lanisek nach einem starken Saisonstart mit zwei Siegen. Mit Ren Nikaido, der zuletzt zweimal auf dem Podest landete, befindet sich ein weiterer Japaner im Favoritenkreis.

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(APA) / Bild: Imago