25 February 2020, Great Britain, London: Football: Champions League, FC Chelsea - FC Bayern Munich, knockout rounds, last sixteen, first leg at Stamford Bridge stadium. David Alaba from Munich cheers after the game. Photo: Sven Hoppe/dpa | Verwendung weltweit

Pro & Contra: Geht Bayern bei Alaba über die Schmerzgrenze hinaus?

via Sky Sport Austria

Der Vertrag von David Alaba beim FC Bayern läuft im Sommer 2021 aus. In der kommenden Transferperiode stellt sich also die Frage: Verlängern oder verkaufen? Sollen die Klub-Bosse für den Österreicher über die Schmerzgrenze hinausgehen? Sky Sport hat sich mit dieser Frage auseinandergesetzt.

Pro: Die Bayern müssen David Alaba unbedingt halten!

David Alaba flirtet mit Spanien und kokettiert schon länger mit einem möglichen Abgang. Das Eigengewächs weiß seine Bayern zwar zu schätzen, eine Ehe für die Ewigkeit ist es seiner Meinung nach aber nicht unbedingt. Auch wenn sich der Österreicher einen Abgang in diesem Sommer vorstellen kann, der FC Bayern muss ihn halten.

Alaba ist nach der Verletzung von Niklas Süle aktuell der neue Abwehrchef in der Viererkette und löst die Aufgabe mit Bravour. Mit der angestammten Position links in der Kette und seiner eigentlichen Lieblingsposition auf der Sechs ist er defensiv extrem flexibel einsetzbar. So einen Spieler muss man auf dem Markt erst einmal finden. Außerdem hat er ein besonderes Spielverständnis, viel Ruhe am Ball, mit die beste Spieleröffnung, er ist extrem dynamisch und besitzt eine feine Schusstechnik.

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Der 27-Jährige ist aber auch in der Kabine ein wichtiger Faktor. Einerseits locker und witzig, anderseits hat er sich auch zum Führungsspieler gemausert und wurde etwa Teil des Mannschaftsrats. Das wichtigste Argument ist aber, dass der Rekordmeister aufgrund der Corona-Unwägbarkeiten für den gebürtigen Wiener ohnehin wohl maximal 50 Millionen Euro bekommen würde.

Für diese Summe darfst du einen solchen Spieler nicht gehen lassen, auch wenn du mit Alphonso Davies bereits den Nachfolger im Kader hast.

(Marc Behrenbeck)

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Contra: Bayern können Alaba-Millionen gut gebrauchen

David Alaba hat ohne Frage große Verdienste für die Bayern. Der Österreicher spielt mittlerweile seit zehn Jahren für den deutschen Rekordmeister und hat sich in dieser Zeit zum vielleicht besten Linksverteidiger der Welt entwickelt.

Unter Hansi Flick kam Alaba zuletzt vermehrt in der Innenverteidigung zum Einsatz und wurde sogar vom Bayern-Trainer zum Abwehrchef ernannt. Auch bei den Fans genießt der 27-Jährige ein hohes Ansehen. Nichtsdestotrotz sollten die Klub-Bosse beim gebürtigen Wiener nicht über eine gewisse Grenze hinausgehen, wenn es darum geht, seinen Vertrag zu verlängern.

Denn die Bayern sind in der Abwehr gut aufgestellt. Der eigentliche Abwehrchef Niklas Süle ist nach seiner schweren Verletzung am Kreuzband bereits im Aufbautraining und sollte spätestens zur Vorbereitung der neuen Saison wieder voll mitwirken können. Zudem hat der deutsche Vorzeigeklub Weltmeister Lucas Hernandez in den eigenen Reihen, der für stolze 80 Millionen Euro an die Isar gewechselt war.

Sollten die Bayern wie erwartet noch einen Rechtsverteidiger verpflichten, hätte man auch noch Benjamin Pavard als Option für die Innenverteidigung. Zudem ist Alphonso Davies in dieser Saison als Linksverteidiger regelrecht durchgestartet. Dem erst 19 Jahre alten Kanadier gehört die Zukunft.

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Außerdem könnten die Klub-Bosse eine realistische Ablösesumme für Alaba in Höhe von 40 bis 50 Millionen Euro gut gebrauchen. Im Sommer soll die erhoffte Verstärkung für die Offensive her. Leroy Sane, Kai Havertz und Timo Werner werden immer wieder als mögliche Kandidaten genannt. Zwar haben die Bayern das berühmte Festgeldkonto, das europaweit seinesgleichen sucht, doch aufgrund der Coronakrise sind auch beim FCB die finanziellen Mittel begrenzt. Und Spieler der Kategorie Sane oder Havertz werden für die Bayern sicherlich keine ”Schnäppchen”.

Hinzu kommen noch die Gerüchte um Leipzigs Abwehrchef Dayot Upamecano. Der hoch veranlagte Innenverteidiger wird immer wieder mit dem FCB in Verbindung gebracht. Sollte es im Sommer zu diesem Transfer kommen, müsste ohnehin Platz im Kader geschaffen werden.

Und was will Alaba überhaupt selbst? Der Österreicher machte zuletzt keinen Hehl daraus, dass ihn eine neue Herausforderung reizen würde. ”Wir werden sehen, im Moment denke ich nicht allzu viel darüber nach. Aber ich kann mir vorstellen, in Zukunft woanders zu spielen”, sagte Alaba Mitte Februar in einem Interview mit der Daily Mail.

Zudem hat der Publikumsliebling erst vor kurzem seinen Berater gewechselt. Pini Zahavi ist als ”Dealmaker” bekannt, der große Transfers einfädelt, wie zum Beispiel den von Neymar nach Paris. Ob dies auch bei Alaba der Fall sein wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Ein möglicher Abschied wäre für die Bayern jedoch verschmerzbar.

(Florian Poenitz)

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Beitragsbild: dpa