Protest beim Walk-on: Sturm überklebt „Graz“ im Wappen
Sturm Graz hat beim Europa-League-Spiel am Donnerstag in Bournemouth beim Betreten des Rasens das Wort „Graz“ im Wappen auf den Trainingsjacken überklebt – als Zeichen des Protests gegen die Sponsor-Kürzungen der Holding Graz GmbH.
Wenige Stunden zuvor hatte schon Eishockeymeister Graz99ers angekündigt, den Namen der steirischen Landeshauptstadt von Freitagmittag bis Sonntag Mitternacht aus seinen Namens-, Schrift- und Logozügen zu entfernen. Scharfe Kritik kam auch vom GAK.
Die Holding Graz GmbH steht beinahe zur Gänze im Eigentum der Stadt Graz, die sparen muss und sich deshalb 2027 aus den aktuellen Sponsorverträgen mit den drei Grazer Profisportvereinen zurückzieht. So verlieren laut Medienberichten Sturm 500.000 Euro, der GAK 300.000 Euro und die 99ers 200.000 Euro.
Sturm verärgert: „Kein Respekt, keine Wertschätzung“
Sturm teilte eine Stunde vor dem Anpfiff in Bournemouth via Social Media mit: „Kein Sport-Sponsoring, kein Respekt, keine Wertschätzung. Der SK Puntigamer Sturm Graz repräsentiert Graz in Europa. Die angekündigten Kürzungen der Holding Graz sind daher ein verheerendes Signal für den gesamten Sportstandort. Hier in Bournemouth setzen wir ein Zeichen gegen die fehlende Wertschätzung unserer Heimatstadt – der Schriftzug Graz im Wappen wird beim Walk-on der Mannschaften abgeklebt sein.“
Bereits am Mittwoch hatte sich der GAK zu diesem Thema geäußert. „So stirbt Spitzensport in Graz. Wenn das so weitergeht, werden unsere Kinder Profisport in dieser Stadt nur noch aus Erzählungen kennen. Dabei geht es hier nicht um Vereinsfarben und nicht um Sportarten. Ob GAK, Sturm oder 99ers: Es geht um die Frage, welchen Stellenwert der Sport in dieser Stadt noch hat“, schrieb der Fußball-Bundesligist.
Ebenfalls schwer enttäuscht zeigte man sich im Lager der 99ers. „Auch uns hat diese Nachricht just zu einem Zeitpunkt erreicht, als wir in der Champions League und in Norwegen Graz vertreten und weit über alle Grenzen hinausgetragen haben“, sagte General Manager Bernd Vollmann in einer Aussendung am Donnerstag. Der Eishockey-Meister werde „zu hundert Prozent solidarisch“ mit dem SK Sturm und dem GAK auftreten.
