PSG darf dank „Titan“ Donnarumma wieder nach Sternen greifen

Paris Saint-Germain steht vor der zweiten Final-Teilnahme in der Champions League. Die 2020 in einem Geisterspiel gegen Bayern München unterlegenen Franzosen können nach einem 1:0 gegen Arsenal im Rückspiel vor heimischer Kulisse die nächste Chance auf den ersehnten Triumph in der Fußball-„Königsklasse“ realisieren. Sorgten vergangene PSG-Stars wie Neymar, Lionel Messi oder Kylian Mbappe für individuellen Zauber, überzeugt die Elf von Luis Enrique nun als Mannschaft.

Keine 200 Sekunden waren in Nordlondon gespielt, als die Gäste bereits in Führung lagen. Ousmane Dembélé traf via Stange. Damit wurde der Euphorie, die Arsenal nach dem klaren Sieg im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Real Madrid geschöpft hatte, schon früh ein Dämpfer versetzt. Paris hatte mit Torhüter Gianluigi Donnarumma danach einen starken Rückhalt. Im Gegensatz zum Duell im Oktober, das Arsenal daheim mit 2:0 für sich entschieden hatte, fanden die Gunners diesmal kein Mittel, um die PSG-Abwehr zu überwinden.

Sorge um Siegtorschütze Dembélé

Luis Enrique strich die Leistung seines gesamten Teams hervor. „Einige haben mehr geglänzt als andere und wir haben einen Titan im Tor gebraucht, aber sie alle haben den Willen gezeigt, den es gebraucht hat“, meinte der Spanier. So war sich auch Offensivstar Khvicha Kvaratskhelia nicht zu schade, Defensivarbeit zu übernehmen. Der Austausch des nicht mehr fitten Dembélé soll keine Folgen haben. Laut Berichten zwickte die Oberschenkelmuskulatur. „Es ist nichts Ernstes“, meinte Luis Enrique. Eine gewisse Unsicherheit mit Blick auf das Rückspiel am kommenden Mittwoch (7. Mai) bleibt dennoch. Für den 27-jährigen Franzosen war es der achte Treffer in dieser Champions-League-Saison.

Bereits im Achtelfinale (Liverpool) und im Viertelfinale (Aston Villa) hatte PSG im Duell mit einem Premier-League-Team die Oberhand behalten. Arsenal droht dasselbe Schicksal. Die Engländer brauchten einige Zeit, um sich vom frühen Schock zu erholen. Danach scheiterten sie an Donnarumma bzw. dem VAR. Als der Italiener bei einem Kopfball von Mikel Merino geschlagen war, wurde ein knappes Abseits erkannt.

PSG „den Sternen näher“

Frankreichs Sportblatt „L’Équipe“ krönte Donnarumma zu: „Gigio III., König von England“. PSG sei nun „Den Sternen näher“, wie es auf dem Titelblatt hieß. Luis Enrique warnte indes: „Gegen Arsenal darf man nicht nachlässig und selbstgefällig sein. Das ist eine Mannschaft, die in einer Sekunde die Geschichte komplett umschreiben kann. Und dann stehen wir wieder am Anfang.“

Die Gunners präsentierten sich auswärts bereits stark. In Eindhoven demontierten sie im Achtelfinale PSV mit 7:1. In Madrid schlugen sie Real 2:1. Arsenals spanischer Trainer gab sich zuversichtlich. „Es ist erst Halbzeit“, monierte Mikel Arteta. „Wir müssen jetzt in Paris gewinnen. Aber wir sind dazu mehr als fähig.“ Arteta sah Donnarumma ebenfalls als entscheidenden Faktor der Niederlage seiner Elf.

Gewonnen hat auch Arsenal die Champions League noch nie. 2006 stand der Club im Endspiel und verlor im Stade de France von Paris mit 1:2 gegen Barcelona. „Wenn du in einem Champions-League-Finale spielen willst, musst du etwas Spezielles schaffen“, sagte Arteta. „Und wir müssen jetzt etwas Spezielles in Paris schaffen.“

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(APA)/Beitragsbild: Imago