Rangnick betont in Irland „unglaubliche Kraft“ des Sports
ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick hat sich zur Situation des irischen Teams im Umgang mit den in der Heimat umstrittenen Duellen mit Israel zurückhaltend geäußert. Aus seiner 40-jährigen Erfahrung als Trainer könne er nur sagen: „Fußball hat eine unglaubliche Kraft, Menschen über alle gesellschaftlichen, sozialen, aber auch politischen Grenzen hinaus zu verbinden. Gerade in Zeiten wie diesen wäre es enorm wichtig, diese positive Energie auch zu nutzen“, meinte Rangnick.
In Irland hatte es seit der Auslosung der Nations League Proteste gegen die Austragung der sportlichen Vergleiche mit Israel gegeben. Hintergrund ist die auf der Insel besonders kritisch gesehene Rolle Israels im Gaza-Konflikt. Irlands Teamchef Heimir Hallgrimsson hatte davon gesprochen, „nicht mit Genozid, sondern gegen Genozid“ zu spielen. Die Iren traten zuletzt in Debrecen nach langen Diskussionen gegen die Israelis an – allerdings mit schwarzen Armschleifen und ohne Handschlag oder Wimpeltausch mit dem Gegner.
Am Sonntag kommt es in Backa Topola in Serbien zum zweiten Duell. Davor empfangen die Iren aber am Donnerstag (20.45 Uhr) noch das ÖFB-Team im 51.700 Zuschauer fassenden Aviva Stadium südöstlich des Stadtzentrums von Dublin. „Das Stadion finde ich cool. Es ist ein richtig schönes, modernes Stadion“, sagte Rangnick. Er möchte nicht wieder die Diskussion um eine Eventarena oder ein Stadion aufmachen. „Aber offensichtlich gibt es das überall in jedem europäischen Land, in jeder größeren Stadt in Europa, außer in Wien.“
ÖFB sucht „eierlegende Wollmilchsau“
Auf seiner Abschlusspressekonferenz vor dem Gastspiel in Dublin äußerte sich Rangnick am Mittwochabend auch zur Suche nach einem neuen ÖFB-Sportdirektor. Ein Nachfolger für den vor drei Wochen nach neun Jahren des Amtes enthobenen Peter Schöttel soll laut Verbandschef Josef Pröll bis Jahresende feststehen. „Ich bin in die Suche, was den Sportdirektor angeht, nicht eingebunden“, betonte Rangnick. Vielmehr liegt diese in den Händen des Aufsichtsrates mit Pröll an der Spitze.
Ein Anforderungsprofil befand sich zuletzt in Ausarbeitung. Entschieden wird die Personalie von einer Arbeitsgruppe, der neben Pröll und seinen beiden Stellvertretern Johannes Wutzlhofer und Philip Thonhauser auch die Geschäftsführer Thomas Hollerer und Bernhard Neuhold angehören.
„Wenn mich überhaupt jemand fragt nach der Position des neuen Sportdirektors, dann wünsche ich mir den bestmöglichen, den es geben kann“, erklärte Rangnick. Sein Credo sei in den vergangenen 15 Jahren, seit seiner Tätigkeit bei 1899 Hoffenheim, stets gewesen: „Best man for the job.“ So sehe er das auch jetzt. „Man soll den stärkstmöglichen und bestmöglichen, sich in möglichst viele Dinge einbringenden Sportdirektor finden. Aber eines ist auch klar: Mit diesem Profil sucht der ÖFB die eierlegende Wollmilchsau“, meinte Rangnick.
