Rangnick: Spieler werden Österreich weiterhin verlassen wollen

via Sky Sport News HD

bei Sky Sport News HD: „Sechs von zehn österreichischen Klubs würden in der 2. Deutschen Liga keine Lizenz bekommen“

Wien, 13. Oktober 2015. Im Interview mit Sky Sport News HD spricht Leipzigs Ralf Rangnick…

…über die Zusammenarbeit zwischen Leipzig und Salzburg: „Wir haben beide Vereine entflochten. Natürlich werden wir weiterhin mit Interesse verfolgen, was in Salzburg passiert – genauso wie umgekehrt die Salzburger schauen, was hier in Leipzig passiert. Wir sind ja durchaus befreundet miteinander…mit den Mitarbeitern, mit denen ich drei Jahre zusammen gearbeitet haben, kann ich ja jetzt nicht alle sozialen Kontakte abbrechen. Aber im Prinzip geht es uns so, wie es in der Vergangenheit auch war. Wir sind in einem freien Markt, Spieler wollen sich weiterentwickeln und wenn sie woanders die Weiterentwicklung eher sehen – siehe Mané, Kampl, Ramalho – dann spielen die auch bei anderen Vereinen. Wir müssen sie, wenn wir sie bei uns behalten wollen, mit Argumenten dahingehend überzeugen, dass sie ihre Karriere bei uns weiterentwickeln können.“

…über Salzburg und auf die Frage, ob beim Meister die Luft draußen sei und ob man das Projekt zurückfahren würde: „Nein, überhaupt nicht. Wir sind auch nicht nur Zweiter, sondern wieder Zweiter – wir sind bis auf einen Punkt dran, die Mannschaft war nach zwei oder drei Spieltagen Achter, hat den schlechten Start korrigiert. Wir haben bei Rapid 2:1 gewonnen, von daher glaube ich, dass die Mannschaft am Ende wieder Meister, vielleicht wieder Pokalsieger wird.“

„Alles andere ergibt sich dort (in Österreich, Anm.) durch das Ligaformat. Solange es so ist, dass zehn Vereine vier Mal in einer Liga gegeneinander spielen – und von diesen zehn Vereinen sind sechs Klubs, die man in Deutschland als Nischenklubs bezeichnen würde, die in der 2. Deutschen Liga aufgrund der Infrastruktur nicht mal eine Lizenz bekommen würden – so lange werden die Spieler weg wollen. Die werden in dieser Liga nicht länger als ein, zwei Jahre spielen. Sobald sie die Chance sehen, sich in einer höheren Liga weiter zu entwickeln, werden sie diese Liga und dieses Land verlassen wollen. Daraus ergibt sich automatisch, dass wir dort mit der Akademie so richtig die Ausbildung forcieren, alles andere macht keinen Sinn.“

Effenberg ist neuer Trainer beim SC Paderborn

Bild: Getty Images