Rangnick will ÖFB-Spiele im Allianz Stadion austragen: „Es gäbe nur Gewinner“

Ralf Rangnick wünscht sich, dass das Allianz Stadion des SK Rapid Wien künftig als Austragungsort für Spiele der österreichischen Nationalmannschaft infrage kommt. Das sagt der ÖFB-Teamchef beim Fußballkongress in Hütteldorf. „90minuten.at“ hat berichtet.

„Wir haben hier in Wien mit dem Ernst-Happel-Stadion nur ein größeres Stadion. Um dort eine gute Stimmung zu erzeugen, muss es ganz voll sein und wir müssen auf allerhöchstem Niveau spielen“, sagt der 64-Jährige über die aktuelle Spielstätte des ÖFB-Teams in Wien und erklärt weiter: „Selbst dann ist es nicht gerade furchteinflößend, wenn der Abstand durch die Laufbahn so groß ist. Wenn man im letzten Rang sitzt, braucht man ein Fernglas, um das Spiel zu verfolgen. Deswegen ist das Ernst-Happel-Stadion aus meiner Sicht nicht wirklich geeignet.“

Das Allianz Stadion im Westen Wiens sei für Rangnick eine geeignete Lösung: „Das Allianz Stadion hat mit einer Größe von knapp 30.000 Zuschauern die Möglichkeit, so eine Atmosphäre zu schaffen.“

Der Deutsche spricht weiter von einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten: „Wenn ich mir vorstelle, dass wir hier im Allianz Stadion gegen Schweden spielen – das Stadion hat alles, was man für derartige Qualifikationsspiele braucht. Es gäbe nur Gewinner und ich kann gar nicht verstehen, so etwas überhaupt in Frage zu stellen. Es gewinnt Rapid Wien, weil wir Miete zahlen. Es gewinnt der Verein an Reputation. Es gewinnen die Rapid-Fans, die eingeladen wären, ihren kompletten Block zu besetzen und uns zu unterstützen.“

Vergleich mit Union Berlin

Weiters zieht Rangnick einen Vergleich mit Deutschland und hat kein Verständnis dafür, dass sich zahlreiche Rapid-Fans gegen Länderspiele im Stadion ihres Vereins aussprechen: „Nehmen wir Union Berlin her, das gerade für Aufsehen sorgt. Wenn die deutsche Nationalmannschaft in einem Qualifikationsspiel beispielsweise gegen Norwegen oder Finnland antreten müsste, dann könnte ich mir vorstellen, dass man im DFB überlegt: ‚Lass uns mal in der Alten Försterei spielen.‘ Vielleicht ist das Stadion dann schon auf 35.000 ausgebaut und da wäre dann richtig etwas los. Für die Fans, den Trainer oder den Vorstand von Union Berlin wäre das eine Ehre, ein Ritterschlag, wenn das Nationalteam dort spielen würde.“

Daher wünscht sich der Teamchef klare Statements aus der österreichischen Politik, in denen „der Bürgermeister, der Bundeskanzler, der Sportminister, egal wer, alle sagen: ‚Selbstverständlich spielt die Nationalmannschaft, im Stadion von Rapid.’“

Werbung

Artikelbild: GEPA