Rapid kann trotz „bitterem“ Ende mit Nullnummer gegen Altach leben

Rapid hat zum Abschluss der 3. Runde der ADMIRAL Bundesliga die alleinige Tabellenführung leichtfertig liegen gelassen.

Aufgrund eines von Ercan Kara vergebenen Elfmeters in der 92. Minute blieb es im Heimspiel gegen Altach bei einer Nullnummer, die zur Folge hatte, dass die beiden Teams mit Salzburg und WSG Tirol in der Tabelle mit je sieben Punkten das Top-Quartett bilden. Rapids Europacup-Generalprobe war somit nicht gänzlich geglückt, jene des WAC hingegen sehr wohl.

Die Hütteldorfer waren im Allianz Stadion nach der Pause nicht nur einmal nahe dran am Siegtreffer. „Wenn du kein Tor schießt, ist ein 0:0 das beste Ergebnis, das du mitnehmen kannst. Wir haben Möglichkeiten gehabt, sie diesmal aber nicht genutzt“, resümierte Rapid-Trainer Peter Stöger.

Kara war schon bei einem Weitschuss (84.) am glänzend reagierenden Dejan Stojanovic gescheitert, der im Finish auch beim Strafstoß des Rapid-Stürmers die Ecke erriet und somit den SCRA-Punkt festhielt. „Klar hätten wir lieber 1:0 gewonnen, es ist bitter“, betonte Stöger.

Stöger macht Kara keinen Vorwurf

Das aber nicht vordergründig wegen der zwei verpassten zusätzlichen Punkte. „Erci ärgert sich selbst am meisten, das Tor hätte ihm gut getan, einen Boost gegeben“, meinte der Wiener. Am Donnerstag hatte Kara noch als einer von fünf Schützen beim 5:4-Erfolg im Elfmeterschießen über Dundee United in der 3. Runde der Conference-League-Qualifikation in Schottland getroffen. „Heute ist nicht alles auf unsere Seite gefallen“, sagte Stöger. Auch von Tormann Niklas Hedl gab es keinen Vorwurf. „Am Donnerstag richtig gut verwandelt, diesmal hat der Tormann gehalten, so ist manchmal der Fußball.“

Unter dem Strich blieben die Hütteldorfer auch im achten Pflichtspiel unter Stöger ungeschlagen. „Ungeschlagen ist natürlich super, aber dass wir zwei Punkte liegen gelassen haben, ist schade“, analysierte Furkan Demir nach seinem Ligadebüt im Rapid-Dress in einer „hitzigen“ Partie. Auch laut Hedl könne man mit der Bilanz – nach 90 Minuten gerechnet gab es fünf Siege und drei Remis – zufrieden sein. „Wir müssen weiter hart arbeiten, damit es so bleibt, wie es ist“, verlautete der 24-Jährige.

Marcelin droht lange Pause

Schon am Donnerstag wartet bei ETO Györ das Europacup-Playoff-Hinspiel. „Von der 2. Hälfte können wir viel mitnehmen, nur die Chancenauswertung muss besser werden“, sagte Hedl. Fix keine Rolle kann Jean Marcelin spielen, dem wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel eine längere Pause bevorstehen dürfte. So war zumindest Stögers Gefühl Sonntagabend. Die Gefühlslage im Lager der Altacher war eine äußerst gute. Verständlich war es doch saisonübergreifend das siebente Pflichtspiel ohne Niederlage in Folge.

„Das ist schon besonders für uns, im letzten Jahr hätten wir diesen Punkt sicher nicht geholt“, meinte Altach-Trainer Fabio Ingolitsch an einem „sehr erfreulichen“ Tag. Auch durch den erfolgreichen Abstiegskampf 2024/25 sei sein Team sehr zusammengewachsen. „Wir müssen jetzt unserem Weg treu und bodenständig bleiben“, betonte der 33-Jährige. Mit Blick auf die Tabelle ist das schwierig, weist diese doch die Altacher aktuell als Nummer eins aus. „Das ist eine Momentaufnahme, am Papier schaut es utopisch aus“, gab Routinier Alexander Gorgon zu.

Avdijaj-Verletzung bei WAC-Sieg

Der WAC liegt nur einen Zähler dahinter, die Kärntner betrieben mit einem 3:0 gegen Blau-Weiß Linz Frustbewältigung und stimmten sich gleichzeitig auf die nächste internationale Aufgabe ein. Anders als beim Aus gegen PAOK Saloniki überzeugten die Lavanttaler gleich zu Beginn mit Effizienz. Markus Pink sah eine gewisse „Erleichterung“ für sein Team, aber auch für sich selbst. Am Ende vergaben die Wolfsberger Chancen auf einen Kantersieg.

Dietmar Kühbauer trauerte dem ein wenig hinterher. „Es ist schön, zu Chancen zu kommen, aber noch wichtiger, sie zu verwerten. Da haben wir im Moment ein Problem“, meinte der WAC-Coach. Der 34-jährige Pink (zwei Tore) sowie der ebenfalls in die Startelf rotierte Dejan Zukic (ein Tor, zwei Assists) machten Werbung in eigener Sache. Zukic dürfte am Donnerstag im Conference-League-Play-off-Heimspiel gegen Omonia Nikosia erneut von Beginn an dabei sein, da Donis Avdijaj bei seinem Kurzeinsatz eine Muskelverletzung im Oberschenkel erlitt.

Im Hintergrund bastelt der Clubchef am Kader. Die Rückkehr von Ex-WAC-Goalgetter Shon Weissman (aktuell Granada) ist ebenso ein Thema wie der nigerianische Mittelfeldmann Peter Agba (Olimpija Ljublana), wie Dietmar Riegler auf Sky durchblicken ließ. Bei Weissman dürfte es davon abhängen, ob Wolfsberg noch ein Angreifer verlässt. „Das Transferkarussell dreht sich noch nicht so richtig heuer. Da müssen wir noch zuwarten“, meinte Riegler.

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(APA)/Bild: GEPA