Rundherum sind die Blätter längst verwelkt, doch die Krise des SK Rapid steht in voller Blüte

Rapid nach historischer Niederlage gegen Ried angeschlagen

Rundherum sind die Blätter längst verwelkt, doch die Krise des SK Rapid steht in voller Blüte. Unfreiwillig boten die Wiener am Samstag der SV Ried die Bühne für einen historischen ersten Liga-Erfolg in Hütteldorf, die 1:2-Niederlage endete in einem gellenden Pfeifkonzert. Interimstrainer Stefan Kulovits zog ein bitteres Fazit: „Wir hatten die Hoffnung, dass wir den Turnaround schaffen und die Fans zurückgewinnen. Genau das Gegenteil ist passiert.“

Den Escape Rooms zum Trotz: Aus der Rapid-Sackgasse gibt es derzeit keinen Ausweg, die jüngste Teambuildingmaßnahme verpuffte zumindest ergebnistechnisch. Aus einer – von Louis Schaub per formvollendeten Kreuzeck-Schuss – erzielten 1:0-Führung wurde die dritte Liga-Niederlage in Folge, aus den jüngsten sechs Pflichtspielen resultierte lediglich ein Punkt. „Das schmerzt extrem. Wir haben uns in eine Ausgangslage gebracht, die extrem unangenehm ist“, ächzte Kulovits nach seiner zweiten Partie als „Zwischenlösung“ nach Peter Stöger – und versprach zugleich: „Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken.“

HIGHLIGHTS | SK Rapid – SV Ried | 16. Runde

Negativkulisse nach schwachen Leistungen

Die Saison-Negativkulisse von 13.537 Zuschauern passte zum tristen Bild, das Grün-Weiß derzeit abgibt. Der harte Fan-Kern quittierte es eine gute halbe Stunde lang mit einem Dauerpfeifkonzert. Ob das der um den Anschlusstreffer ringenden Heimmannschaft half, sei dahingestellt, trotz optischer Dominanz blieb das 2:2 am Ende nur ein Wunsch. Kulovits musste den Seinen „viele falsche Entscheidungen“ attestieren – vorne wie hinten.

Die Gegentreffer nach einem Einwurf noch vor der Pause bzw. durch eine „Slapstick-Entscheidung“ von Nenad Cvetkovic bald nach Wiederbeginn stehe derzeit sinnbildlich für die Situation, in der sein Team steckt, meinte Kulovits. Cvetkovics Versuch, den Ball im Spiel zu halten anstatt sicher zu klären, endete in einem von Goalie Paul Gartler verursachten Foul – den Elfmeter verwertete Philipp Pomer zum Siegtreffer.

Kulovits: „Müssen jetzt schauen, dass wir die Jungs wieder hinbekommen“

Rapid Ende September noch Tabellenführer

Rapid drückte Ried in der Folge erfolg- und glücklos in den eigenen Strafraum, bei Romeo Amanes Stangenschuss (58.) war Grün-Weiß der Wende sehr nahe. Dabei sollte es aber bleiben. Sechs Runden vor Ende des Grunddurchgangs ist man im Kampf um die Meistergruppe angekommen. Ende September hatte Rapid noch von der Tabellenspitze gelacht.

Die Winterpause ist noch drei Spiele entfernt, es drohen weitere Rückschläge. Am Donnerstag will man den Fans in Hütteldorf gegen Nikosia mit den ersten Punkten in der Conference League zumindest einen halbwegs versöhnlichen Jahresabschluss bereiten, danach warten noch Auswärtspartien bei Blau-Weiß Linz und Zrinjski Mostar. „Bei uns hilft nur ein Erfolgserlebnis, egal wie es zustande kommt“, betonte Kulovits, der wohl auch selbst Ergebnisse braucht, um als Permanentlösung in Betracht zu kommen. Der „Neue“ soll beim Trainingsauftakt Anfang Jänner feststehen.

„Unglaublich“: Fiala über historischen Erfolg in Hütteldorf erfreut

Die Rieder hingegen verkrafteten selbst den Ausfall von Toptorschütze Kingstone Mutandwa und verließen das Allianz Stadion in Partylaune – im 44. Antritt in Hütteldorf seit 6. Oktober 1995 gelang ihnen erstmals in der Bundesliga ein Dreier. Sie liegen nur einen Punkt hinter Rapid und dürfen sogar mit den Top Sechs spekulieren. „Es ist ein wunderschöner Moment“, strahlte Coach Maximilian Senft.

Werbung

(APA) / Bild: GEPA