Rapid strebt nach weiterem internationalen „i-Tüpfelchen“
Der SK Rapid will ins Play-off zur Conference League. Die Hürde Debrecen steht vor der Brust und dennoch hat man in Hütteldorf bereits ein weiteres internationales „i-Tüpfelchen“ als Ziel.
Mit Sack und Pack geht es am Mittwoch-Vormittag zum heißersehnten Rückspiel der 3. Quali-Runde der UEFA Europa Conference League gegen den ungarischen Vertreter VSC Debrecen. Die Ausgangslage nach dem 0:0 im Hinspiel im Allianz Stadion weiter offen.
Die Grippewelle lichtet sich – Grüll vor möglichem Comeback, Kühn out
Positive Meldungen gibt es dennoch aus dem Lager des SK Rapid Wien vor dem entscheidenden Duell. Die zuletzt an Grippe erkrankten Zukunftshoffnungen Nicolas Bajilicz und Dennis Kaygin sowie der leicht angeschlagene Ante Bajic sind laut Aussagen von Chefcoach Zoran Barišić wieder dabei. Auch bei Marco Grüll sei „die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er zurückkommt“ und das Rückspiel bestreiten kann. Nicht mit an Bord sein wird diesmal jedoch Nicolas Kühn, den der Grippevirus ebenfalls heimgesucht hat.
Der 53-Jährige ergänzt: „Zunächst muss man sagen, dass wir noch einen Tag Zeit haben, was die Genesung und Erholung der Spieler betrifft. Fakt ist jedoch, dass ich nur Spieler einsetzen werde, die von der medizinischen Abteilung auch grünes Licht bekommen haben. Es ist grundsätzlich schon so, dass ich nur Spieler einsetze, die hundertprozentig gesund sind und nicht bereits nach einer Stunde wieder ausgewechselt werden müssen. In manchen Situationen geht es auch darum, dass wir den inneren Schweinehund überwinden. Fakt ist, wenn wir alle bei 100 Prozent sind, haben wir eine sehr, sehr gute Mannschaft“.
Volles Haus und grün-weißer Support mit 1.000 Mann erwartet
Und dennoch ist man sich im Trainerstab bewusst, dass mit dem ungarischen Vertreter VSC Debrecen eine erneut große Aufgabe bevorsteht: „Man hat schon im Hinspiel gesehen, dass dies ein spielerisch starker Gegner ist, gespickt mit individueller Qualität. Es wird uns eine heiße Atmosphäre erwarten, wo Kleinigkeiten entscheiden werden. Wir werden alles unternehmen, die nächste Runde zu erreichen“. Erwartet wird eine volle Kulisse mit rund 20.000 Fans im Nagyerdei Stadion, auch der grün-weiße Support ist mit rund 1.000 Anhängern vor Ort, um das Team zum Aufstieg zu peitschen.
Mögliches Duell gegen Fiorentina als zusätzlicher Ansporn
In Hütteldorf strebt man nach Höherem und sehnt sich bei einem möglichen Aufstieg einen weiteren internationalen Leckerbissen gegen den Vorjahresfinalisten AC Florenz: „Ich würde mir wirklich von ganzem Herzen wünschen, dass wir gegen die Fiorentina spielen dürfen. Das ist ein Gegner auf Weltklasse-Niveau. Zunächst ist es jedoch wichtig, dass man die Hürde Debrecen nimmt und nicht schon an zweiten Schritt denkt, bevor man den ersten getan hat.“, führt Barišić aus. Ein Duell gegen die Fiorentina wäre jedoch „eine schöne zusätzliche Aufgabe, die man hat, um im internationalen Geschäft für Furore zu sorgen“.
Auch durch die 0:1-Niederlage am Wochenende gegen den TSV Hartberg habe man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, auch wenn der Druck von außen dadurch sichtlich gewachsen ist. „Die Mannschaft ist psychisch sehr gut beinander. Wir haben uns auch nicht beeinflussen lassen, als es zu Beginn gut gelaufen ist. Da bin vor allem ich ruhig geblieben. Natürlich soll das Verlangen immer da sein, wir müssen psychisch cool bleiben und weiter an uns glauben.“ Das Wichtigste sei, dass sein Team bei sich selbst bleibe, für das Wohl des Klubs kämpfe uns sich nicht aus der Balance bringen lasse. Natürlich erwarte man sich Siege und manche Dinge seien womöglich auch zu früh zu gut gewesen, sodass die Erwartungshaltung ins Unermessliche gestiegen sei.
Ob der Druck von der eigenen Anhängerschaft wächst oder ob man die anfängliche Euphorie wieder in die richtigen Bahnen lenken kann, wird spätestens am Donnerstag, ab 21:00 Uhr ersichtlich sein.
(Eric Niederseer) / Bild: GEPA
