„Rechnung offen“: Verstappen jagt ersten Singapur-Sieg

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Brutale Hitze, Regensorgen und die Topfavoriten in Not: Das Nachtrennen in Singapur verspricht ein großes Spektakel – und die mögliche Fortsetzung einer alten Rivalität.

Max Verstappen stört dieser eine Makel auf seiner Formel-1-Visitenkarte. Vier WM-Titel, 72 Grand-Prix-Siege, in jedem Jahr im Red Bull mit mindestens einem Erfolg – doch ein Triumph im Scheinwerfer-Spektakel von Singapur, der fehlt dem Niederländer noch. „Daher habe ich das Gefühl“, sagt Verstappen vor der 17. WM-Station am Sonntag (14.00 Uhr/live auf Sky Sport F1), „dass ich auf dieser Strecke noch eine Rechnung offen habe.“

Verstappen ist plötzlich wieder der Fahrer der Stunde. Schritt für Schritt hatte sich der 29-Jährige an die Konkurrenz herangerobbt, mit seinem ersten Saisonsieg in Malaysia folgte nun der langersehnte Befreiungsschlag. „Wir versuchen einfach, das Auto von Rennen zu Rennen weiter zu verbessern“, erklärt Verstappen, „und hoffentlich können wir diese gute Form auch in Singapur fortsetzen.“ Die Voraussetzungen dafür scheinen gegeben, denn während die Formkurve beim Brauserennstall steil nach oben zeigt, reist das Mercedes-Duo aus Spitzenreiter Kimi Antonelli und George Russell mit zahlreichen Fragezeichen im Gepäck in die „Löwenstadt“.

Fragezeichen bei Mercedes

Schließlich erwiesen sich die Updates in Malaysia nicht als Fort-, sondern vielmehr als Rückschritt. „Wir haben mehrere Bereiche identifiziert, die wir genauer untersuchen müssen“, sagte Toto Wolff: „Aber die Formel 1 bietet keine einfachen Antworten, und wir benötigen mehr Anhaltspunkte, bevor wir endgültige Schlussfolgerungen ziehen können.“ Über das gesamte Wochenende werde des Team daher die neue, aber auch die „bisherige Spezifikation bewerten, um sicherzustellen, dass wir genau verstehen, in welche Richtung wir gehen“.

Einen weiteren Dämpfer kassierten die Silberpfeile nun schon vor der ersten gezeiteten Runde. Nach seinem Motorschaden in Sepang muss Russell die Power Unit austauschen, im Hauptrennen wird der Brite von ganz hinten starten. Und so deutet auf den Straßen der schillernden Millionenmetropole vieles auf die Fortsetzung einer alten Rivalität hin.

Trotz einer verpatzten Strategie hatte Lewis Hamilton in Sepang mit seinem Ferrari eine famose Aufholjagd bis auf Platz drei hingelegt. Nun sollte der Kurs mit seinen engen Kurven wieder der Scuderia liegen. „Ich dachte vor dem Rennen: Ich habe eine Chance, gegen Max um den Sieg zu kämpfen“, hatte der Rekordweltmeister in Malaysia gesagt: „Vielleicht klappt es ja nächstes Wochenende.“

Nasse Strecke am Renntag möglich

Verstappen gegen Hamilton, das weckt sofort Erinnerungen an das epische WM-Duell 2021 – und lässt die Herzen der Fans höher schlagen. Auch die Macher würden sich wohl über ein solches Duell in der drückenden Hitze Singapurs freuen, schließlich soll nach dem Debakel in der Vorwoche endlich wieder die Rennaction die Schlagzeilen dominieren.

Deshalb rauchten nicht nur bei Mercedes in den wenigen Tagen Pause die Köpfe, auch die FIA suchte nach schnellen Lösungen. Die Bilder der „Formel Farce“ in Malaysia, bei der zahlreiche Autos aufgrund spezieller Regen-Einstellungen auf der Formationsrunde nicht mehr beschleunigen konnten oder gar stehenblieben, dürfen sich unter keinen Umständen wiederholen.

Die FIA ist sich sicher, die Ursache des Problems gefunden zu haben. Sollte es nass sein – laut Wetterprognose für Sonntag durchaus möglich – werde die für das Rennen in Sepang festgelegte Konfiguration „wieder eingeführt“, teilte der Automobil-Weltverband vor dem letzten Sprint-Wochenende des Jahres mit. Im Scheinwerferlicht Singapurs wird sich zeigen, ob das Problem gelöst ist.

 

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