Remis gegen Slavia Prag: SKN-Frauen holen ersten CL-Punkt
Der SKN St. Pölten ist auch nach dem dritten Spiel in der Gruppe B der Frauen-Fußball-Champions-League sieglos. Österreichs Serienmeister musste sich am Mittwochabend in einer hart umkämpften Partie in der NV Arena gegen Slavia Prag mit einem torlosen Remis begnügen. Damit schrieb die Truppe von Trainerin Lise Brancao den ersten Punkt an, das Unentschieden war allerdings im Kampf um einen Platz im Viertelfinale der nächste große Rückschlag.
Vor nur 762 Zuschauern hatte Melanie Brunnthaler mit einem Stangenschuss (36.) Pech, sonst waren Topchancen aufseiten der Heimischen allerdings absolute Mangelware. Die Tschechinnen waren insgesamt gefährlicher, Carina Schlüter bewahrte St. Pölten mit einigen Paraden vor einem Gegentreffer. Der Rückstand auf Olympique Lyon und Brann Bergen (je 6) konnte vor deren Abendspiel aber nicht entscheidend verringert werden. Am Donnerstag (21.00 Uhr) nächste Woche treffen St. Pölten und Slavia in Tschechien neuerlich aufeinander.
Liese Brancao schickte die gleiche Startelf auf den Platz, die zuletzt beim 0:2 in Lyon begonnen hatte. Die Hoffnung der Brasilianerin, das Spiel von Anfang an in die Hand zu nehmen und zu dominieren, erfüllte sich aber nicht. Die Gastgeberinnen fanden ganz schwer in die Partie, hatten große Mühe in der Defensive. Schlüter musste früh einen Schuss von Tereza Krejcirikova entschärfen und hatte Glück, dass der Nachschuss von Michaela Khyrova im Außennetz landete (4.).
Ein Weitschuss von Franny Cerna ging knapp drüber (21.), einen Abschluss von Haleigh Stackpole konnte Schlüter zur Ecke abwehren (24.). Erst nach einer halben Stunde konnten sich die Niederösterreicherinnen auch in der Offensive etwas entfalten, wie etwa in der 33. Minute. Brunnthaler ging nach einem Zweikampf mit Diana Bartovicova zu Boden, statt einer womöglich Roten Karte wegen Torraubs und Freistoß ließ die portugiesische Schiedsrichterin Catarina Campos weiterspielen. Sehr zum Ärger von Brancao und dem Heimpublikum.
Brunnthaler rückte drei Minuten später wieder in den Mittelpunkt. Nach herrlichem Mikolajova-Laufpass traf die Stürmerin zuerst die Stange und im Nachschuss Abwehrspielerin Lucie Bendova, die für ihre Torfrau den Ball blocken konnte (36.).
Nach Wiederbeginn änderte sich wenig am Spielgeschehen. Ein Brunnthaler-Volley ging vorbei (49.). Auf der anderen Seite rettete Schlüter bei einem Xio-Schuss (56.). St. Pöltens „Jokerin“ Rita Schumacher verfehlte einmal (64.) das Gehäuse, blieb sonst aber harmlos. Im Finish war Slavia dem Sieg klar näher, Schlüter parierte in der 92. Minute bei einem Abschluss von Haleigh Stackpole glänzend.
Damit konnte immerhin die dritte Niederlage nach dem bitteren Auftakt-1:2 gegen Bergen und 0:2 bei Lyon verhindert werden. Und Slavia, das zuvor 0:9 gegen Lyon und 0:1 in Bergen verloren hatte, konnte auf Distanz gehalten werden. Wie 2022 in St. Pölten (1:1) gab es im direkten Heimduell mit Slavia eine Punkteteilung.
Stimmen zum Spiel:
Liese Brancao (St.-Pölten-Trainerin): „Ich bin nicht zufrieden mit der Leistung, ein Punkt in der Champions-League-Gruppenphase ist zwar immer super, hilft uns aber leider nichts. Ich bin ein bisschen enttäuscht, weil der Matchplan vor allem erste Halbzeit nicht gut geklappt hat. Wir waren zu weit weg vom Gegner. Unser Plan war den Gegner komplett unter Druck zu setzen, das haben wir aber nicht geschafft und wir haben auch nicht gezeigt, dass wir das wollen. Auch mit dem Ball haben wir zu wenig nach vorne gespielt, uns zu wenig getraut, das nervt ein bisschen. Sie haben insgesamt mehr Chancen gehabt, aber die Topchance war auf unserer Seite. Jetzt ist das Ziel nach vorne zu schauen, es nächste Woche besser zu machen und in Prag das Spiel zu gewinnen.“
Carina Schlüter (St.-Pölten-Torfrau): „Ich bin traurig, es hätte mehr drinnen sein müssen, wir haben unser Spiel aber nicht auf den Platz gebracht, uns zu wenig Chancen herausgespielt und die wenigen, die wir hatten, nicht genutzt. Es war auch ein bisschen Pech dabei, aber die Chancen muss man auf diesem Niveau eben auch nutzen.“
Jennifer Klein (St.-Pölten-Kapitänin): „Die ersten 45 Minuten waren verlorene 45 Minuten, wir haben da viel zu wenig auf den Platz gebracht. Die Präsenz war überhaupt nicht da, im Pressing waren wir schwach, mit dem Ball auch zu hektisch, unter dem Strich war es einfach zu wenig. Der Stangenschuss von Meli (Anm.: Brunnthaler) war bitter, wir hätten aber auch in der Nachspielzeit fast noch das 0:1 kassiert, Gott sei Dank hat Carina (Anm.: Schlüter) super gehalten, damit wir das Spiel nicht noch verlieren. Wir haben da also auch Glück gehabt.“
Karel Pitak (Slavia-Trainer): „Ich bin sehr glücklich mit der Leistung. Einziges Manko war die Chancenauswertung. Wir hatten sehr viele Möglichkeiten, haben aber leider alle vergeben. Wir hätten es uns absolut verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen. St. Pölten hat uns nicht überrascht, genauso gespielt, wie wir es erwartet hatten. Wir haben gewusst, dass wir gewinnen müssen, um eine realistische Chance auf den Aufstieg zu haben, leider ist es nur ein Punkt geworden.“
(APA)
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