Ried-Präsident Roland Daxl über Heraf-Zusammenarbeit: „Wir werden sehen, ob wir die Zukunft gemeinsam gestalten können“

  • Andreas Herzog kritisiert seine Offensivkräfte: „Wenn du zwei, drei Mal alleine vorm Tor stehst, musst du als Offensivspieler mal die Bälle reinhauen. Da gibt es kein Wenn und Aber“
  • Andreas Herzog erwartet mehr Selbstständigkeit seiner Spielern: „Ein bisschen eine Eigeninitiative ist auch bei den Spielern“
  • Sky-Experte Martin Stranzl erwartet externe Trainerkandidaten: „Für mich klingt es zwischen den Zeilen, als würden sie auch mit anderen Trainern sprechen“

FC Flyeralarm Admira verliert gegen die SV Guntamatic Ried mit 1:2. Die wichtigsten Stimmen zur Partie des 14. Spieltages der ADMIRAL Bundesliga bei Sky Sport Austria.

FC Flyeralarm Admira – SV Guntamatic Ried 1:2 (1:0)
Schiedsrichter: Gerhard Grobelnik

Andreas Herzog (Trainer FC Flyeralarm Admira):
…nach dem Spiel: „Wir waren 60 Minuten richtig stark und haben das beste Spiel der Saison gehabt und da musst 2:0 führen. So leid es mir tut, wenn du zwei, drei Mal alleine vorm Tor stehst, musst du als Offensivspieler mal die Bälle reinhauen. Da gibt es kein Wenn und Aber. Ab der 65. Minute ist Ried besser ins Spiel gekommen und es gab eine Unachtsamkeit in der Defensive und auf einmal steht es 1:1. Dann verlierst du noch so ein Spiel, wo keiner im Stadion geglaubt hätte, dass wir das noch irgendwie verlieren können.“

…über die Schwächen der Admira: „Die Gegner machen Fehler, wir nutzen die Fehler nicht aus. Wir machen Fehler und die werden bestraft. Das ist schwer zu trainieren. Das liegt an einer gewissen Charaktereigenschaft und Mentalität, dass wir 90 Minuten konzentriert unsere Dinge machen müssen und im Abschluss genauer sein müssen. Wir müssen weiter hart arbeiten, das ist aber schwer als Trainer, so ehrlich muss ich sein. Ein bisschen eine Eigeninitiative ist auch bei den Spielern.“

…über fehlendes Glück: „Es war die ein oder andere Situation, wo wir das Spiel früher entscheiden müssen. Im Endeffekt müssen wir das Glück schön langsam erzwingen. Jetzt haben wir zwei Mal gegen Ried gespielt und haben keinen Punkt geholt und waren im Endeffekt spielerisch immer ganz gut, aber davon können wir uns nichts kaufen.“

…ärgert sich über den Spielverlauf: „Wir haben 60 Minuten lang die beste Saisonleistung geboten und dann machen wir Geschenke.und verlieren das Spiel. Wir müssen uns weiterhin jeden einzelnen Punkt hart erarbeiten. Auf der einen Seite ist es schön, wenn man die Großen mal ein bisschen ärgern kann, aber auf der anderen Seite gegen einen Gegner wie Ried müssen wir uns einmal mit drei Punkten belohnen. Jetzt müssen wir gegen Gegner Punkte holen, wo es normalerweise schwieriger wäre.“

…vor dem Spiel: „Wir sind eine Mannschaft, die jedes Spiel hundert-prozentige Leidenschaft an den Tag legen. Wir wissen genau, dass wir die Fehler abstellen müssen, die wir begehen. Es ist als Trainer schön zu sehen, dass die Mannschaft an sich glaubt und bis zum Schluss alles gibt, was sie hat.“

…vor dem Spiel über den „Angstgegner“ Ried: „Da mache ich mir momentan wenig Gedanken über die ganzen Statistiken, das hör ich bei fast jedem Gegner. Wir müssen auf uns schauen und wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben.“

…über Roman Kerschbaum: „Für uns ist er nicht nur bei Standardsituationen wichtig, sondern im ganzen Spiel. Er ist ein Leader und hilft uns in der Defensive, aber auch auf der Zehner-Position. Er macht taktisch jeden einzelnen Spieler besser und ich hoffe, dass wir heute davon profitieren können.“

Marlon Mustapha (FC Flyeralarm Admira):
…über die Niederlage: „Wir waren 70 Minuten die bessere Mannschaft und bekommen aus dem Nichts zwei Tore. Ich bin selbst überfordert mit der Situation.“

…nach dem Spiel: „Wir waren klar die bessere Mannschaft, machen aber unsere Chancen nicht. Das haben wir bezahlt bekommen. Der letzte Prozent oder das Fünkchen Glück fehlt, oder einfach die Konzentration.“

Christian Heinle (Interimstrainer SV Guntamatic Ried):
…über den Spielverlauf: „Die erste Halbzeit war keine gute von uns. Wir haben uns von der Admira reindrücken lassen und dann bist du verdient hinten. In der zweiten Halbzeit haben wir ein anderes Gesicht gezeigt und mussten einige Dinge umstellen. Mit Fortdauer des Spiels sind wir besser reingekommen. Der Sieg ist glücklich.“

…über die Meistergruppe: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wir haben jetzt den ersten Auswärtssieg in der Meisterschaft seit Monaten gefeiert. Wir wären gut beraten, wenn wir einfach unser Spiel verbessern.“

…über seine Cheftrainer-Position: „Die Frage stellt sich nicht. Es geht um das, dass wir nächste Woche im Trainerteam wieder komplett sind. Dann werden wir weiterarbeiten.“

Thomas Reifeltshammer (Sportlicher Leiter SV Guntamatic Ried):
…über eine Rückkehr von Andreas Heraf: „Wir haben diese Woche mit dem Andreas ein Treffen gehabt, wo wir ein paar Dinge besprochen haben. Das ist jetzt ein laufender Prozess, der nächste Woche abgeschlossen werden sollte, indem es eine Entscheidung gibt.“

…über eine Entscheidung in der Causa Heraf: „Wir wollten einmal wissen, wie es ihm geht. Der Verein braucht eine gewisse Planungssicherheit, wie es in den nächsten Wochen und im Frühjahr weitergeht. Es ist kein Geheimnis, dass sich sportlich bei uns was getan hat und die Mannschaft eine gewisse Entwicklung genommen hat. Die Entwicklung müssen wir mit dem Andreas besprechen, wie er das sieht. Die Konstellation, dass der Cheftrainer ein paar Wochen nicht da ist, gibt es sehr selten. Deshalb ist es schwierig eine Patentlösung zu haben. Wir sind in guten Gesprächen und ich hoffe, dass es nächste Woche eine Entscheidung gibt.“

…weiter über Andreas Heraf: „Der Andreas ist vor ein paar Wochen auf uns zugekommen und gesagt, dass er eine Pause braucht. Die haben wir ihn gegeben und das spricht auch für den Verein. Wir wissen, was er kann und für den Verein geleistet hat. Nach ein paar Wochen wollen und müssen wir die Situation neu bewerten und das ist jetzt der Zeitpunkt. Wir wollen sportlich den kurzfristigen Erfolg, ohne dass wir den langfristigen Erfolg aus den Augen verlieren.

…über den Gesundheitszustand von Andreas Heraf: „Er hat beim Gespräch einen fitten Eindruck gemacht, ein bisschen verkühlt war er. Er steht gesundheitlich viel besser da als vor ein paar Wochen.“

…über den Einfluss der Mannschaft in der aktuellen Trainer-Situation: „Die Mannschaft wird außen vor gelassen. Der Vorstand wird die Entscheidung treffen und wird mehrere Gespräche führen. Über allem steht der Erfolg des Vereins. Der Vorstand wird die richtige Entscheidung treffen.“

…schließt einen neuen Trainer aus: „Der Christian Heinle ist jetzt die letzten Wochen Cheftrainer gewesen, so wurde das kommuniziert. Irgendwelche Strohmänner oder über irgendwas zu spekulieren, dass der Christian dann Cheftrainer ist, machen wir jetzt überhaupt nicht.“

…auf die Frage, ob mit anderen Trainerkandidaten verhandelt wird: „Nein, überhaupt nicht. Das wäre respektlos gegenüber dem Andi Heraf. Er hatte großen Anteil am Aufstieg. Er hat uns letztes Jahr in einer schwierigen Situation übernommen und hatte großen Anteil am Klassenerhalt. Deswegen ist das für uns kein Thema.“

Roland Daxl (Präsident SV Guntamatic Ried):
…ob Christian Heinle vorübergehend Cheftrainer bleibt: „Das ist aufgrund des Regulativs nicht möglich, dass er unser Trainer bleiben kann. Das ist so und somit wird es auch nicht sein, weil wir Regeln und Verträge im Innviertel einhalten.“

…über die Zukunft von Andreas Heraf: „Andreas Heraf steht auf unserer Payroll und wir werden Gespräche führen. Wir werden sehen, ob wir die Zukunft gemeinsam gestalten können oder ob wir – aus welchem Grund auch immer – in der nächsten Zukunft nicht zusammenarbeiten werden.“

…über Christian Heinles Leistungen: „Ich freue mich für ihn und das Team. Es spricht auch für Andi Heraf, dass er den jungen Burschen was beigebracht hat. Von nichts kommt nichts. Man muss aber auch die Kirche im Dorf lassen. Wir haben ansehnliche Spiele unter Christian Heinle.abgeliefert, aber auch 4:1 gegen die Austria verloren. Gegen Salzburg daheim waren wir eine Macht und haben den Limbus der Unbesiegbarkeit in der Josko-Arena erhalten können und sind im Cup weitergekommen. Und haben einen glücklichen Sieg feiern dürfen.“

…über mögliche Gründe, dass Heraf kein Cheftrainer bleiben sollte: „Wenn er sich nicht hundertprozentig fit fühlt. Wenn er und wir uns nicht hundertprozentig sicher sind, dass das die erfolgreichste Möglichkeit ist, dann werden wir nicht zusammenfinden und den Weg der Trennung einschlagen müssen. Wenn wir uns sicher sind, dass wir mit ihm an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen können, dann wird er unser Trainer bleiben.“

…über den Gesprächstermin mit Andreas Heraf: „Ich gehe davon aus, dass es am Montag ist.“

Martin Stranzl (Sky Experte):
…über die Rieder Trainersituation: „Wenn der aktuelle Cheftrainer, der der Co-Trainer ist, sagt, dass der eigentliche Cheftrainer zurückkehrt, hat das schon eine Aussagekraft. Wenn man die Aussage von Thomas Reifeltshammer zuvor hernimmt, der sagt, dass sich der Vorstand zusammensetzen wird, dann ist das ein bisschen anders einzuschätzen.“

…weiter über die Rieder Trainersituation: „Thomas Reifeltshammer macht einen sehr abgezockten Eindruck. Für mich klingt es zwischen den Zeilen, als würden sie auch mit anderen Trainern sprechen, wenn sich das so hinzieht. Ganz unvorbereitet werden sie nicht in die Situation reingehen.“