Statement zum Eklat! Ronaldo trifft Nationalteam-Entscheidung
Cristiano Ronaldo hat sich ausführlich zu den Vorfällen im vergangenen Nationalteam-Camp geäußert. Dabei schildert er seine Sicht auf den Streit mit dem Nationaltrainer Jorge Jesus und erklärt, warum er das Team vorzeitig verlassen hat.
Nach der Weltmeisterschaft habe ihn der Präsident des portugiesischen Fußballverbands gebeten, seinen Rücktritt zu überdenken. Auch zur Anstellung von Jesus sei er gefragt worden. „Ich habe gesagt, dass er die richtige Wahl wäre“, erklärt der Kapitän.
Im August habe ihm Jesus zugesichert, dass er ein wichtiger Teil des Projekts sei. Beim Spiel gegen Norwegen habe er ihn schließlich gefragt, ob er für 30 Minuten bereit sei. Ronaldo stimmte zu, wärmte sich auf, wurde aber nicht eingewechselt. Nach seinen Angaben wurde anschließend vereinbart, dass Jesus die Situation bei einer Pressekonferenz richtigstellen würde. Dazu sei es jedoch nicht gekommen.
Ronaldo wirft Jesus deshalb vor, sein Wort zwei Mal gebrochen zu haben. Gleichzeitig übernimmt er die Verantwortung für seinen Abgang und entschuldigt sich bei seinen Teamkollegen.
Trotz der aktuellen Situation will er weiterhin für Portugal spielen. „Wenn ich fit bin, werde ich wie immer bereit sein, für Portugal zu kämpfen und zu gewinnen“, betont Ronaldo.
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Das vollständige Statement
„Wie versprochen, möchte ich direkt erklären, was beim letzten Nationalteam-Camp passiert ist.
Nach der Weltmeisterschaft bestand der Präsident des FPF darauf, dass ich meine Entscheidung zu gehen noch einmal überdenke, und fragte mich nach meiner Meinung zum aktuellen Trainer. Ich sagte, dass er die richtige Wahl wäre.
Im August sagte mir der Trainer, dass ich ein wesentlicher Bestandteil seines Projekts sei: Ich würde das erste und das letzte Spiel bestreiten. Er schlug vor, dass ich auf die Auswärtsspiele verzichte, aber ich lehnte ab: Ein Kapitän bleibt nicht zu Hause. Simão Coutinho war dabei.
Am Tag des Norwegen-Spiels fragte er mich, ob ich bereit sei, 30 Minuten zu spielen. Das war nicht Teil des Plans, aber ich sagte ja. Ich wärmte mich ab der Halbzeit auf und wurde nie eingewechselt. Er hatte sein Wort gebrochen. Dass ich den Fans danach nicht gratuliert habe, war mein Fehler, und dafür entschuldige ich mich.
48 Stunden später vereinbarten wir in Anwesenheit von Coutinho, dass er im Presseraum die Wahrheit sagen würde: Der Plan stammte von ihm, ich hatte nie nach Einsatzminuten gefragt, und es war ein Fehler, mich aufwärmen zu lassen, ohne mich einzuwechseln. Er bat mich um eine Umarmung und versprach es. Ich stimmte einem kurzen Dokument mit diesen Punkten zu.
An diesem Morgen hatte ich dem Präsidenten und dem Trainer gesagt: Wenn ihr mich nicht wollt, sagt es mir einfach. Beide sagten nein.
Die Pressekonferenz hatte nichts mit dem zu tun, was wir vereinbart hatten. Ich hörte eine Aggression, die ich nicht verdient hatte. Es war das zweite Mal, dass er sein Wort gebrochen hatte.
In fast 25 Jahren habe ich mich nie in eine technische Entscheidung eingemischt. Aber wenn mein Wort gebrochen wird, ist mein Platz nicht dort.
Ich entschuldige mich bei meinen Teamkollegen dafür, dass ich gegangen bin. Die Verantwortung liegt allein bei mir. Der FPF sollte mich ohne mildernde Umstände bestrafen; als Kapitän ist das sogar ein erschwerender Umstand.
Es wird über Abschiedsspiele gesprochen. Aber ich habe gelernt, als ich hungrig war, dass niemand jemandem etwas schenkt. Die Nationalmannschaft bedeutet für mich, zu spielen und zu gewinnen.
Als mein Vater starb, blieb ich, bis das nächste Spiel vorbei war. Das habe ich für mein Land getan.
Wenn ich fit bin, werde ich nach meiner Sperre wie immer bereit sein, für Portugal zu spielen und zu gewinnen.
Das ist die absolute Wahrheit.“
